Wirtschaft

Arcelor-Mittal-Chef zeigt Verständnis für Trumps Zollkrieg

  • dts - 12. Juni 2019, 08:16 Uhr
Bild vergrößern: Arcelor-Mittal-Chef zeigt Verständnis für Trumps Zollkrieg
Donald Trump
dts

.

Anzeige

Luxemburg - Der Chef und Hauptaktionär des weltgrößten Stahlkonzerns Arcelor-Mittal, Lakshmi Mittal, zeigt Verständnis für den Handelsprotektionismus des US-Präsidenten Donald Trump. "Wenn das Ziel lautet, der heimischen Industrie zu Wachstum zu verhelfen und amerikanische Champions zu formen, dann sind solche Maßnahmen zumindest vorübergehend sinnvoll. Insofern kann ich nachvollziehen, was Donald Trump macht", sagte Mittal der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Die Politik in Europa müsse heimischen Großunternehmen ebenfalls mehr Rückendeckung geben. "Meine Befürchtung ist, dass viele europäische Industriebranchen nicht überleben werden, wenn wir nicht die Schaffung europäischer Champions unterstützen", so der Stahlmilliardär weiter. So sollte die EU-Wettbewerbsaufsicht bei Fusionsentscheidungen stärker als bisher den globalen Wettbewerb berücksichtigen.

Auch in Europa seien Zölle auf Importe gerechtfertigt, um nationale Champions zu ermöglichen. "Jedenfalls solange es keine vergleichbaren Wettbewerbsbedingungen für Importe aus anderen Ländern gibt", sagte Mittal. Er hält die Einführung eines Klimaschutz-Zolls auf Importstahl für unverzichtbar: "Andernfalls riskieren Sie nur, die europäische Stahlindustrie zu zerstören", ohne den Klimaschutz voranzubringen, mahnte der Arcelor-Mittal-Chef. Um das Überangebot im europäischen Stahlmarkt einzudämmen müsse die EU außerdem die bestehenden Schutzzölle auf Stahl verstärken, statt diese wie geplant im Juli zu lockern.

"Unsere Branche steckt in der Krise" und er befürchte, dass sich diese weiter zuspitzen werde, sagte Mittal der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Weitere Meldungen

Scharfe Kritik an Chinas Ratingsystem für Unternehmen

Peking - Bundespolitiker sehen die Europäische Union und die Bundesregierung stärker in der Pflicht, sich mit dem Ratingsystem für in China tätige Unternehmen zu beschäftigen,

Mehr
FDP fordert vor Autogipfel keine einseitige Festlegung auf E-Autos

Vor dem Autogipfel im Kanzleramt fordert die FDP keine einseitige Festlegung auf Elektroautos. "Wir brauchen stattdessen mehr Marktwirtschaft und Technologieoffenheit, um

Mehr
Umweltministerin fordert von Söder Respekt für Kohlekonsens

Berlin - Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat die Forderung von CSU-Chef Markus Söder nach einem schnelleren Kohleausstieg schon bis 2030 scharf zurückgewiesen. "Klimaschutz

Mehr

Top Meldungen

Gravierender Rückgang bei Bäcker-Azubis in Mitteldeutschland

Halle (Saale) - Bäckereien in Mitteldeutschland bilden immer weniger Lehrlinge aus. Das geht aus Daten des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks hervor, über welche das

Mehr
Ifo-Präsident: Politik muss mehr in Strominfrastruktur investieren

München - Ifo-Präsident Clemens Fuest hat die Politik aufgefordert, den Ausbau der Strominfrastruktur voranzutreiben, um so auch den Besitz von Elektroautos attraktiver zu

Mehr
Die Stau-Ampel steht auf Rot


Hoch "Ulla" lässt nicht nach und versorgt Deutschland mit Backofen-Wetter aus der Sahara. Und auch auf den Straßen geht es bald heiß her, wie die aktuelle Stau-Prognose

Mehr