Wirtschaft

Studie: Deutsche haben kaum noch Vertrauen in Moral von Managern

  • dts - 20. Mai 2019, 19:00 Uhr
Bild vergrößern: Studie: Deutsche haben kaum noch Vertrauen in Moral von Managern
Menschen
dts

.

Anzeige

Berlin - 81 Prozent der Bundesbürger sorgen sich um das Gemeinwohl in Deutschland. Das zeigt die Studie "Gemeinwohl-Atlas 2019" der Handelshochschule Leipzig (HLL) und der Universität St. Gallen, welche das Wirtschaftsmagazin "Focus-Business" veröffentlicht.

Vor allem der Dieselskandal bei VW und Audi habe ihr Vertrauen in Moral und Anstand von Managern nachhaltig erschüttert, sagten 93 Prozent von rund 12.000 Befragten. Ebenfalls 93 Prozent sagten, der Skandal schade nachhaltig den Werten und Tugenden, für welche die deutsche Wirtschaft steht. Mit dem "Gemeinwohl-Atlas" hat Timo Meynhardt, Professor für Wirtschaftspsychologie, zum zweiten Mal ein Ranking erstellt, welches den gesellschaftlichen Nutzen von 137 wichtigen Institutionen für Deutschland misst. Das Fazit: Katastrophen-Helfer wie die Feuerwehr oder das Technische Hilfswerk, Wohlfahrtsverbände und Hilfsorganisationen genießen per se ein hohes Ansehen.

Deutlich niedriger hingegen ist das Vertrauen der Deutschen, dass auch Manager ihrer Verantwortung für die Gesellschaft ausreichend nachkommen. Die großen Verlierer sind die Autokonzerne: Der Gemeinwohl-Wert von VW und Audi stürzte im Vergleich zur letzten Erhebung 2015 um 33 und 23 Prozent ab. "Offenbar müssen wir das Urteil der Gesellschaft über Volkswagen noch deutlich ernster nehmen", sagte VW-Vorständin Hiltrud Werner dem Magazin "Focus-Business". Von der Vertrauenskrise mitgerissen wurden auch BMW und Daimler, die von ihren bisherigen Spitzenpositionen ins untere Feld abrutschten.

Wie schwer es ist, einmal verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen, zeigen die Deutsche Bank und die Commerzbank. Wie schon 2015 dümpeln beide Geldhäuser weit unten im Reputationsranking. Drastisch an Ansehen verloren hat auch der Bayer-Konzern (minus 17 Prozent), der wegen seiner Übernahme des umstrittenen US-Saatgutherstellers Monsanto in die Kritik geraten war und sich zurzeit in den USA mit Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe konfrontiert sieht. Die rote Karte zeigen die Deutschen auch den Fußballverbänden DFB, FIFA und Uefa. Unter den Bundesligavereinen schneidet Borussia Dortmund weit vor Rekordmeister Bayern München ab. "Der BVB ist für die Menschen in der Region ein Lebensgefühl. Deshalb investieren wir viel Leidenschaft, aber auch Geld in gesellschaftliche Aufgaben", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zum guten Abschneiden.

Weitere Meldungen

Trump wirft EZB "unfaire" Praktiken vor

US-Präsident Donald Trump hat den Zinskurs der Europäischen Zentralbank (EZB) als unfaire Wettbewerbspraxis angeprangert. Trump beschwerte sich am Dienstag darüber, dass

Mehr
Daimler und BMW wollen Uber Konkurrenz machen

Hamburg - Die Autokonzerne Daimler und BMW wollen über ihre Tochterfirma Free Now künftig die US-Firma Uber direkt angreifen. "Deswegen erweitern wir unser Angebot und werden

Mehr
ZEW-Konjunkturerwartungen brechen im Juni ein

Mannheim - Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren haben sich im Juni deutlich verschlechtert: Der entsprechende Index brach

Mehr

Top Meldungen

Facebook setzt auf eigene Kryptowährung "Libra"

Facebook will das Bezahlen in Kryptowährung zum Massenphänomen machen. Der US-Konzern kündigte am Dienstag eine eigene Digitalwährung namens "Libra" an, mit der Nutzer rund um die

Mehr
Vereinbarung zur Zukunftssicherung für Opelwerk in Kaiserslautern getroffen

Opel-Geschäftsführung und Betriebsrat haben eine Zukunftsvereinbarung für das Werk in Kaiserslautern getroffen. Wie der Autobauer am Dienstag mitteilte, beschlossen die Parteien

Mehr
Ukraines Präsident warnt Merkel vor Nord Stream 2

Kiew - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Vorfeld seines heutigen Berlin-Besuchs vor den Auswirkungen der Ostsee-Gaspipeline

Mehr