Wirtschaft

Windenergie-Verband kritisiert "gravierende Fehlentwicklungen"

  • dts - 16. April 2019, 05:00 Uhr
Bild vergrößern: Windenergie-Verband kritisiert gravierende Fehlentwicklungen
Windräder
dts

.

Anzeige

Berlin - Der Bundesverband Windenergie (BWE) wirft der Bundesregierung "gravierende Fehlentwicklungen" im Energiesektor vor. Die Ziele für Klimaschutz und Energiewende bedeuteten, "dass wir eigentlich bei der Windenergie einen Zubau von 5.000 Megawatt pro Jahr haben müssten", sagte BWE-Präsident Hermann Albers dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Dienstagausgaben).

Tatsächlich würden es aber in diesem Jahr "deutlich unter 2.000 Megawatt". Dies werde Folgen haben, "zumal noch nicht erkennbar sei, ob sich die Lage 2020 grundlegend ändern wird. Es droht ein weiterer Arbeitsplatzabbau", warnte Albers. Die Branche habe durch falsche Signale der Politik bereits mehr als 10.000 Beschäftigte verloren. Insgesamt beschäftigen die Windkraftanlagenbauer derzeit noch rund 160.000 Frauen und Männer. Der BWE-Präsident ruft den Bund zu mehr Verbindlichkeit und Effizienz auf: "Die Bundesregierung muss im Raumordnungsgesetz des Bundes niederschreiben, dass zwei Prozent der Fläche Deutschlands für Windkraftanlagen bestimmt sind." Zudem müsse der Genehmigungszeitraum für Windenergieprojekte auf maximal ein Jahr verkürzt werden. Es sei überdies notwendig, dass die geplanten Sonderausschreibungen für zusätzlich insgesamt 4.000 Megawatt - verteilt auf die Jahre 2019, 2020, 2021 - zu einer dauerhaften Einrichtung bis zum Jahr 2030 werden. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz schreibt bislang vor, dass die regulären Ausschreibungen für Anlagen an Land auf eine Gesamtkapazität von jährlich 2.800 Megawatt beschränkt sind. Albers macht sich außerdem dafür stark, neue Wege für einer stärkere Akzeptanz von Windrädern zu gehen: "Wir schlagen vor, die Kommunen verbindlich an den Einnahmen von Windparks auf ihrer Gemarkung zu beteiligen. So könnten gerade in strukturschwachen Gebieten neue verlässliche Einnahmequellen entstehen." Der Union wirft der Präsident des Windenergieverbandes vor, mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland aus Angst vor der AfD bei der Energiewende zu bremsen: "Es gibt die Sorge, dass die AfD deutlich zulegt. Und da die AfD den Klimawandel und die Energiewende verneint, gibt es eine Linie bei einigen in der Union, die das Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren nicht steigern, sondern drosseln will", beklagte Albers. "Echte Entscheidungen könnten deshalb vielleicht erst nach den Landtagswahlen stattfinden. Das wäre dann November/Dezember und deutlich zu spät."

Weitere Meldungen

DIW schlägt staatliches Mietkauf-Modell für mehr Eigentumsbildung vor

Berlin - Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) schlägt ein staatliches Mietkaufmodell vor, mit dem mehr Mieterhaushalte in Zukunft Wohneigentum bilden könnten:

Mehr
Berlin will Ende türkischer Gasbohrungen in Hoheitsgewässern Zyperns

Berlin - Im Streit um türkische Erdgasbohrungen in den Hoheitsgewässern Zyperns hat die Bundesregierung am Dienstag den Ton gegenüber Ankara verschärft. "Die Bundesregierung ruft

Mehr
Mittelstandspräsident nennt ZEW-Konjunkturdaten "Alarmsignal"

Berlin - Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) hat besorgt auf den erneut deutlich schwächer als erwartet ausgefallenen ZEW-Index reagiert. "Nachdem die deutsche

Mehr

Top Meldungen

Lagarde tritt als IWF-Chefin zurück

Washington - Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat ihren Rücktritt angekündigt, um sich auf ihre Kandidatur für das Amt der Präsidentin der

Mehr
Vodafone startet erstes 5G-Netz in Deutschland

Der Mobilfunkanbieter Vodafone öffnet als erster Betreiber in Deutschland das 5G-Netz für private Nutzer. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, aktivierte Deutschland-Chef

Mehr
Markt für Mittelstandsanleihen wächst weiter

Berlin - Der Markt für Mittelstandsanleihen wächst weiter. Im Jahr 2018 erreichte er das größte Volumen seit 2015, berichtet das Wirtschaftsmagazin "Capital" (Ausgabe 8/2019)

Mehr