Technologie

Freenet bereitet sich auf viertes Mobilfunknetz in Deutschland vor

  • dts - 15. April 2019
Bild vergrößern: Freenet bereitet sich auf viertes Mobilfunknetz in Deutschland vor
Handy-Sendemasten
dts

.

Berlin - Freenet-Chef Christoph Vilanek befürwortet den Aufbau eines vierten Mobilfunknetzes in Deutschland. "Wettbewerb ist grundsätzlich wünschenswert", sagte Vilanek der "Welt" (Montagsausgabe).

"Wir haben in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern eine relativ schlechte Netzabdeckung." Wettbewerb sei deshalb auch in der Infrastruktur zu begrüßen. "Hätten wir nicht zusammen mit anderen Anbietern in der Vergangenheit diesen Wettbewerb angeheizt, hätte sich ein Oligopol und ein Nichtangriffspakt gebildet", so Vilanek. Neben den drei Mobilfunknetzbetreibern beteiligt sich auch United Internet mit seiner Tochter Drillisch an der aktuellen Frequenz-Auktion für die nächste Mobilfunkgeneration 5G. United-Internet-Chef Ralph Dommermuth hatte bereits angekündigt, nach der Versteigerung ein viertes Mobilfunknetz in Deutschland bauen zu wollen.

Sollte es dazu kommen, ist Freenet mit seinen Marken Mobilcom-Debitel der letzte Mobilfunk-Service-Provider, der mit seinen Kunden die Netze der Mobilfunker nutzt. Das soll auch für das neue Netz gelten. "Natürlich wollen wir auch auf das Netz von United Internet", sagte Vilanek. Dazu wolle er Gespräche führen.

Grundsätzlich sieht der Freenet-Chef seine Position durch die 5G-Lizenzbedingungen gestärkt. "Unsere Situation verbessert sich nun dramatisch, weil die Bundesnetzagentur in die Lizenzbedingungen ein technologieneutrales Verhandlungsgebot festgelegt hat." Außerdem gebe es ein Diskriminierungsverbot. "Man darf uns keine schlechteren Bedingungen für die Nutzung der Netze anbieten, als sie innerhalb der eigenen Unternehmen gelten", sagte Vilanek. Dies gelte auch für das potenzielle Netz von United Internet. Der Freenet-Chef verteidigte in der "Welt" auch seine Entscheidung, nicht an der 5G-Mobilfunk-Auktion teilzunehmen. "Zum einen sehen wir schon jetzt, dass die Gebote sehr hoch sind. Zum anderen müsste ich ein komplettes Netz aufbauen, dass sich ja nicht auf 5G beschränkt. Es müsste auch abwärtskompatibel sein." Dies könne mehr als zehn Milliarden Euro kosten. Freenet habe als Aktiengesellschaft am Kapitalmarkt eine klare Position, die keine Investitionen in Infrastruktur vorsehe. "Eine Auktionsbeteiligung wäre eine klare Abkehr davon gewesen." Derzeit baut sich Freenet mit seinem Fernsehgeschäft ein neues Standbein auf. Nach der Übernahme von Media Broadcast im vergangenen Jahr betreibt der Konzern nicht nur das terrestrische Antennenfernsehen DVB-T2. Mit Waipu bietet Freenet auch einen Internet-TV-Dienst an, der ab Mai auch als O2-TV über Telefónica vermarktet wird. Dieses Geschäft soll ausgebaut werden. "Fernsehen ist für uns kein Hobby", sagte Vilanek. Im vergangenen Jahr habe Freenet damit 280 Millionen Euro umgesetzt. Ein Anteil von 20 Prozent des Ergebnisses komme aus diesem Geschäft. "Dieser Anteil wird in den nächsten Jahren deutlich steigen."

Weitere Meldungen

Ärger mit dem Elektroschrott


Beim Elektroschrott ist Deutschland noch lange nicht Spitze. Mit einer Sammelquote von nur 44,95 Prozent lag Deutschland bereits 2016 deutlich unter dem EU-Durchschnitt

Mehr
App in den Urlaub


Die Sommerferien sind in vollem Gange. Viele Menschen nutzen die freie Zeit, um mit dem Auto Ausflüge zu machen oder eine längere Urlaubsfahrt zu unternehmen. Doch das

Mehr
Schnäppchenjagd im Internet


Auch im Online-Handel blüht die Schnäppchenjagd. Amazon und Co. locken dann mit Aktionstagen. Doch Vorsicht: Nicht immer sind die beworbenen Angebote an solchen

Mehr

Top Meldungen

Bericht: Ausbau der Windenergie kommt fast zum Erliegen

Berlin - Der Ausbau der Windkraft in Deutschland ist laut Bundesverband Windenergie fast zum Erliegen gekommen. "Es gibt einen dramatischen Einbruch beim Bau neuer Anlagen",

Mehr
Daimler holt neuen Investor an Bord


Partnerschaften in der Autoindustrie haben Hochkonjunktur. Klar: Der Wandel im digitalen Zeitalter vollzieht sich rasant. Von alternativen Antrieben bis zum autonomen

Mehr
Facebook-Währung Libra ruft schon vor dem Start Betrüger auf den Plan

Die geplante Facebook-Währung Libra regt bereits vor ihrer Einführung die Fantasie von Kriminellen an. Dutzende gefälschte Profile auf Facebook und Instagram sowie anderen

Mehr