Finanzen

Neuer Wirtschaftsweiser will höhere Spitzensteuer

  • dts - 19. März 2019, 18:47 Uhr
Bild vergrößern: Neuer Wirtschaftsweiser will höhere Spitzensteuer
Steuerbescheid
dts

.

Anzeige

Berlin - Der neue Wirtschaftsweise Achim Truger will Steuern erhöhen, den Euro-Stabilitätspakt lockern und die Schuldenbremse verändern. "Der Spitzensteuersatz kann um ein paar Prozentpunkte steigen, ohne dass es ökonomisch Probleme bereitet", sagte Truger der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochsausgabe).

Das Steuersystem sei ungerecht. "Die oberen 30 Prozent zahlen heute weniger als vor 20 Jahren, die unteren 70 Prozent mehr", so der neue Wirtschaftsweise weiter. Der Staat müsse mehr für Straßen und Schulen ausgeben, es fehle an Wohnungen. Truger fordert höhere staatliche Investitionen, um einen drohenden Abschwung zu verhindern.

Dafür will er die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse verändern. "Ich würde Investitionen von der Schuldenbremse ausnehmen. Sie ist ohnehin zweifelhaft", so der Wirtschaftsweise. Es gebe keine Begründung für ein Defizit in dieser Höhe.

"Wir müssen einen Sparkurs vermeiden, falls die Konjunktur abstürzt, sonst geht es richtig schief", so Truger weiter. Er setzt sich für mehr Flexibilität beim Stabilitätspakt ein, der sich heute nur zum Preis sozialer Verwerfungen einhalten lasse. "Man sollte Investitionen nicht aufs Defizit anrechnen und nicht auf Gesamtschulden von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung beharren. Es reicht, das aktuelle Niveau zu halten", sagte der Wirtschaftsexperte. Es dürfe zwar keinen Freibrief für die Euroländer geben, zu tun, was sie wollten. "Aber alles so weiterlaufen zu lassen, bedroht Europa im Kern", so Truger weiter. Er begrüßte das neue Sozialstaatskonzept der SPD. "Ich führe den Absturz der SPD stark auf die Agenda 2010 zurück. Viele verloren das Vertrauen, dass sie sich für kleine Leute einsetzt", so der neue Wirtschaftsweise. Das neue Konzept scheine anzukommen. "Ich finde es auch ökonomisch richtig. Längeres Arbeitslosengeld verbunden mit Qualifizierung schützt vor Risiken", sagte Truger der "Süddeutschen Zeitung". Wer schnell auf Hartz IV falle, nehme in der Not Jobs an, für die er überqualifiziert sei.

Weitere Meldungen

Dienstleister der Volksbanken warnen vor Betrug beim Onlinebanking

Frankfurt/Main - Der genossenschaftliche Versicherer R+V und die DZ-Bank-Tochter DZ Compliance-Partner haben Volksbanken vor steigenden Schäden durch Betrug beim Onlinebanking

Mehr
Grüne wollen Umbau der Kfz- und Dienstwagenbesteuerung

Berlin - Mit einem schrittweisen Abbau der Dieselprivilegien wollen die Grünen den Ausbau der Elektromobilität massiv fördern und so zum Durchbruch verhelfen. Angesichts des am

Mehr
Umfrage: Deutsche halten Umgang mit Steuergeld für verantwortungslos

Berlin - Die Mehrheit der Deutschen hält unser Steuersystem für ungerecht und undurchsichtig. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts INSA (1.013 Befragte) im Auftrag

Mehr

Top Meldungen

Scharfe Kritik an Chinas Ratingsystem für Unternehmen

Peking - Bundespolitiker sehen die Europäische Union und die Bundesregierung stärker in der Pflicht, sich mit dem Ratingsystem für in China tätige Unternehmen zu beschäftigen,

Mehr
FDP fordert vor Autogipfel keine einseitige Festlegung auf E-Autos

Vor dem Autogipfel im Kanzleramt fordert die FDP keine einseitige Festlegung auf Elektroautos. "Wir brauchen stattdessen mehr Marktwirtschaft und Technologieoffenheit, um

Mehr
Umweltministerin fordert von Söder Respekt für Kohlekonsens

Berlin - Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat die Forderung von CSU-Chef Markus Söder nach einem schnelleren Kohleausstieg schon bis 2030 scharf zurückgewiesen. "Klimaschutz

Mehr