Lifestyle

Satiriker Beisenherz erwartet Gesetz für Qualitätsjournalismus

  • dts - 16. März 2019, 01:20 Uhr
Bild vergrößern: Satiriker Beisenherz erwartet Gesetz für Qualitätsjournalismus
Zeitungen und Zeitschriften an einem Kiosk
dts

.

Anzeige

Berlin - Satiriker Micky Beisenherz erwartet eine staatliche Regelung des Nachrichtengeschäfts. "In zehn Jahren wird die Verunsicherung so groß sein, dass es einen gesetzlichen Rahmen für Journalismus gibt, ein Zertifikat dafür, was überhaupt Nachricht genannt werden darf", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

"Man braucht ja auch einen Hundeführerschein, warum ist Journalismus da kein geschützter Begriff? Irgendwann gibt es wahrscheinlich einen Faktenführerschein." Zugleich verbindet der Dschungelcamp-Autor und Kolumnist damit die Hoffnung auf eine Zukunft des Qualitätsjournalismus: "Ich glaube, dass die Leute sich irgendwann das zurückwünschen, wofür sie im Moment nichts mehr bezahlen wollen: Informationen von Menschen, die gelernt haben, was eine Nachricht ist", sagte er. "Womöglich zahlen die Leute dann sogar 9,99 Euro für ein Abo, weil sie begreifen, dass sie mit zertifiziertem Journalismus mehr wissen als der doofe Nachbar, der immer noch diese Gratis-Texte liest." Gegenwärtig sieht Beisenherz den Journalismus allerdings in der Krise: "`Spiegel online` unterscheidet sich doch nur noch in einem von `Bild.de`: Beim `Spiegel` heißt es in den Kommentaren `Sie Arsch`, bei der `Bild` schreiben sie `Du Arsch`. Ansonsten ist alles dasselbe. Natürlich sind alle davon abhängig, möglichst schnell und möglichst wortstark zu berichten. Und natürlich geht das auf Kosten von Fakten. Das ist bei uns, die wir auf Twitter über die Medien schimpfen, ja nicht anders", sagte er.



Auch die Gegenöffentlichkeit der sozialen Medien sieht Beisenherz kritisch: "Die Wellen der Empörten stoßen mich zurzeit oft mehr ab als die Objekte der Empörung. Alle drei Tage geht irgendeine Wutwelle über uns weg. Gerade bei Twitter merkt man das: Alles wird in derselben Lautstärke abgehandelt. Das Medium banalisiert sich selbst", so Beisenherz. "Diese extreme Empörungsbereitschaft stößt mich ab; wer sich über Nichtigkeiten echauffiert, muss nicht jammern, wenn relevante Anliegen nicht mehr gehört werden. Wäre noch zwei Tage über Kramp-Karrenbauer geschimpft worden, hätte ich sie am Ende in Schutz nehmen müssen, und das wäre wirklich das Letzte, was ich will."

Weitere Meldungen

Patientenschützer kritisieren Organspende-Gesetzentwürfe

Dortmund - Vor der ersten Beratung der konkurrierenden Gesetzentwürfe zur Neuregelung der Organspende am Mittwoch im Bundestag haben Patientenschützer beide Vorschläge scharf

Mehr
Treuhand-Untersuchungsausschuss: Bartsch appelliert an SPD und Grüne

Berlin - Der Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, hat an SPD und Grüne appelliert, den Antrag der Linken für einen Treuhand-Untersuchungsausschuss zu

Mehr
Cardi B plädiert nach Gewalt in New Yorker Stripteaseclub auf nicht schuldig

Im Verfahren um eine gewaltsame Auseinandersetzung in einem Stripteaseclub hat US-Rapperin Cardi B auf nicht schuldig plädiert. "Nicht schuldig, Euer Ehren", sagte die 26-Jährige

Mehr

Top Meldungen

FDP und Grüne stellen Bedingungen für Grundsteuer-Reform

Berlin - FDP und Grüne wollen die von der Großen Koalition geplante Reform der Grundsteuer im Bundestag nicht einfach durchwinken. So fordert die FDP für ihre Zustimmung die

Mehr
Solarisbank peilt 2020 schwarze Zahlen an

Berlin - Die Solarisbank, 2016 gegründetes Start-up mit Vollbanklizenz, sieht sich auf dem richtigen Weg. "Wir konnten unsere Erträge im vergangenen Jahr auf 7,4 Millionen Euro

Mehr
DIHK-Präsident für CO2-Bepreisung

Berlin - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) steht einer CO2-Bepreisung positiv gegenüber. "Eine zusätzliche CO2-Bepreisung kann generell eine sinnvolle Ergänzung

Mehr