Finanzen

Steuerberater: Wann lohnt sich Hilfe vom Steuer-Profi?

  • Redaktion - 14. März 2019
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@ wir_sind_klein (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Es gibt schönere Aufgaben als die jährliche Steuererklärung. Für Entlastung sorgt ein professioneller Steuerberater. Also einen Steuer-Profi beauftragen und ihn die Arbeit machen lassen?

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Das kommt auf den Einzelfall an, denn leider ist dieser Service nicht kostenlos. In diesem Artikel erfahren Sie, ab wann sich der Steuerberater für Gründer und Selbstständige lohnt.

Steuererklärung selber machen?

Normale Angestellte, die nur ein Gehalt beziehen, benötigen keinen Steuerberater. 

Es verhält sich so wie beim Kochen: Möchten Sie ein Ei zubereiten, brauchen Sie keinen 5 Sterne Koch. Anders sieht es aus, wenn Sie kandierte Walnüsse hinzufügen und eine spezielle Honig-Senf-Soße wünschen. Das Ei bekommen Sie selber hin, aber für die Extra-Wünsche muss ein Experte her.

Die Steuererklärung ist wie das Ei in diesem Beispiel. Wer nur Lohn bzw. Gehalt bezieht, kann das selber machen. Liegt eine kompliziertere Familiensituation wie eine Scheidung vor, verhält es sich anders. Zusätzlich kann der Experte durch Pflegefälle in der Familie oder Auswärtstätigkeiten einiges herausholen. Gründer und Selbstständige können Freibeträge wie Sonderausgaben oder Werbungskostenpauschalen ausschöpfen. Noch komplizierter verhält es sich bei nicht alltäglichen Ausgaben wie Arbeitszimmer, Betriebskosten und Fortbildungen.

Ob Sie einen Steuerberater benötigen, können Sie einfach herausfinden. 

Stellen Sie sich folgende Frage: 
"Wie viel Interesse und Steuerwissen bringe ich mit?" 

Wer keine Motivation hat, sich intensiv mit dem Steuerrecht zu beschäftigen, sollte einen Steuerberater beauftragen. Hier finden Sie einen professionellen Steuer-Experten! Ansonsten müssen Sie sich eigenständig zu Themen wie der Absetzung von Betriebskosten einlesen. Eventuell vergessen Sie einige Ausgaben steuerlich abzusetzen, da das deutsche Steuerrecht sehr komplex ist.


Steuerberatung: Gründer und Selbstständige profitieren

Wie bereits erwähnt, haben Angestellte meist nur ihren Lohn zu versteuern. Eine relativ klare Sachlage, weshalb es keinen Steuer-Experten benötigt. Für solche Fälle reicht eine handelsübliche Steuer-Software aus. Anders sieht es bei Freiberuflern, Selbstständigen oder Gründern aus. Hier sind zahlreiche Kostenpunkte zu beachten, die es bei Angestellten nicht gibt. 

Info: 2014 erhielten deutsche Steuerpflichtige vom Staat durchschnittlich 974 Euro zurück. Das zeigen die Daten des Statistischen Bundesamtes.

Besonders im gewerblichen bzw. selbstständigen Bereich sind rechtliche Verpflichtungen zu beachten. Da reicht es nicht aus, kurz nach "Steuern" zu googeln. Die meisten Artikel sind nämlich für normale Angestellte geschrieben, die ihren Lohn absetzen und vielleicht noch eine Haushaltshilfe beschäftigen. Manche besitzen Aktien, wo es den Sparerfreibetrag von 801 Euro pro Jahr gibt. Für Angestellte ist die Steuererklärung schnell erledigt. 

Gründer können jedoch eine Vorschrift übersehen und müssen eine teure Nachzahlung leisten. Vor allem die korrekte Buchhaltung bereitet Selbstständigen regelrecht Kopfschmerzen. Der Steuerberater übernimmt die komplexe Einnahme-Überschuss-Ermittlung (EÜR) und kümmert sich um die Gewinnermittlung. Oftmals stößt der Steuer-Profi auf abzugsfähige Ausgaben, für die es spezielles Fachwissen benötigt.

In der Regel lohnt sich ein Steuer-Experte für Gründer und Selbstständige. Die Kosten schwanken je nach Bundesland und Arbeitsaufwand zwischen 500 und 1.200 Euro. Mit ein bisschen Mithilfe lassen sich die Ausgaben senken. Fragen Sie Ihren Steuerberater, welche Unterlagen er benötigt. Muss er die Dokumente bei Banken und Versicherungen selber anfordern, fallen weitere Ausgaben an. Übernehmen Sie diese Aufgabe für ihn.

Gängige Unterlagen:
- Lohnsteuerbescheinigung
- Nebenkostenabrechnung
- Versicherungen (z. Bsp. Berufsunfähigkeit, Haftpflichtbeiträge, Unfallversicherung)
- Werbungskosten
- Rechnungen für Dienstleistungen (Handwerker, Haushälterin, Gärtner)
- Riester- oder Rürup-Bescheinigung

Neues Jahr, neue Steuern

Pünktlich zum 1. Januar treten jährlich neue Regelungen in Kraft. 2019 hat sich der Grundfreibetrag auf 9.168 Euro erhöht. Zudem gibt es Steuervorteile für Elektro-Dienstwagen bis zum 31. Dezember 2021. Und das war nur ein kleiner Auszug der Änderungen. 

Steuerberater leben davon, jedes noch so kleine Gesetz zu kennen. Obendrein haften sie für die von ihnen ausgefertigte Steuererklärung. Erstellen Sie Ihre Steuererklärung selber - z. Bsp. über ELSTER oder per Steuer-Software - haften Sie für Ihre Angaben.

Der Steuerberater ist nach § 203 StGB zum Stillschweigen verpflichtet. Er muss alle Sachverhalte, die ihm seine Klienten anvertrauen, für sich behalten. Also können ihm Selbstständige auch unangenehme Einzelheiten schildern. Als Experte findet er die richtige Lösung.


Vorteile und Nachteile

Ein Steuerberater hat einen Nachteil: Erst im Nachhinein stellt sich heraus, ob sich die Leistung gelohnt hat.

Das sind die Vorteile:
- Ein Steuerberater kann Ihnen sehr viel Geld sparen. Vor allem bei Selbstständigen existieren viele Absetzungsmöglichkeiten, die nur erfahrene Steuer-Profis kennen.
- Selbstständige müssen sich nicht intensiv ins Steuerrecht einarbeiten. Der Experte übernimmt diese Aufgabe. Für Laien ist es ein enormer Aufwand, sich über die ganzen Optionen zu informieren.
- Der Steuerberater haftet für Ihre Steuererklärung. Somit gehen Sie kein Risiko ein, wenn Sie Ihre Steuererklärung einer anderen Person überlassen.
- Natürlich ist der Steuer-Experte bestens informiert und greift auf aktuellste Gerichtsurteile zurück. Das ist ein Vorteil gegenüber Steuer-Software.


Fazit: Je komplexer, desto sinnvoller

Gründer und Selbstständige profitieren meist von einem Steuerberater. Im geschäftlichen Bereich gibt es viele versteckte Absetzungsmöglichkeiten. Wer sich nicht mit Buchhaltung oder Steuerrecht auskennt, muss sich erst intensiv einlesen und macht dann womöglich teure Fehler. Ein Steuerberater übernimmt den kompletten Arbeitsaufwand. So kann sich der Selbstständige seiner eigentlichen Kernaufgabe widmen: nämlich seinem Business.

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