Finanzen

Anzahl der Spitzenverdiener in Coronakrise deutlich zurückgegangen

  • dts - 16. Juni 2021, 09:47 Uhr
Bild vergrößern: Anzahl der Spitzenverdiener in Coronakrise deutlich zurückgegangen
Einkommensteuer
dts

.

Berlin - Während der Coronakrise ist die Zahl der Spitzenverdiener in Deutschland deutlich gesunken. Im Vorjahr haben 3,8 Millionen Bürger den Spitzensteuersatz von 42 Prozent auf einen Teil ihres Einkommens gezahlt, rund 300.000 weniger als noch im Jahr 2019.

Das geht aus Berechnungen des Bundesfinanzministeriums hervor, über die das "Handelsblatt" berichtet. Der Rückgang soll vor allem krisenbedingt sein. Insbesondere viele Selbständige verloren zum Teil beträchtliche Teile ihres Einkommens, wodurch sie unter die Einkommensschwelle von 57.052 Euro rutschten, ab der im Vorjahr der Spitzensteuersatz fällig wurde. Insgesamt lag der Anteil der Steuerzahler, die auf Teile ihres Einkommens den Spitzensteuersatz zahlen mussten, dem Bundesfinanzministerium zufolge bei 6,3 Prozent.

Nach Ende der Coronakrise dürfte die Zahl der Spitzenverdiener wie in den Vorjahren wieder steigen. Fast alle Parteien treten daher mit dem Versprechen bei der Bundestagswahl an, den Spitzensteuersatz später greifen zu lassen. Nach den Plänen der FDP soll der Satz erst für den Teil des Einkommens über 90.000 Euro fällig werden. Auch Union und selbst die Linke wollen den Spitzensteuersatz später greifen lassen.

So sagte Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch: "Es stimmt etwas im System nicht, wenn Facharbeiter mit mittlerem Einkommen bereits in die Spitzenbesteuerung fallen. Der Spitzensteuersatz sollte von tatsächlichen Spitzenverdienern gezahlt werden. Daher müsste er später einsetzen, dann aber in der Spitze auch höher sein als bisher."

Weitere Meldungen

Finanzminister will keine zu hohen Schulden - Kritik an Grünen

Berlin - Angesichts der Rekordverschuldung der öffentlichen Hand hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) gemahnt, es mit der Kreditaufnahme nicht zu übertreiben.

Mehr
Bankenaufsicht sieht Europas Banken für schwere Krisen gerüstet

Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) sieht die Banken der EU nach ihrem jüngsten Stresstest für den Fall einer schweren Wirtschaftskrise gerüstet, allerdings bei großen Einbußen

Mehr
EZB-Vize sieht Europas Banken gut gerüstet

Frankfurt/Main - Luis de Guindos, Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), sieht Europas Banken mit Blick auf die Ergebnisse des diesjährigen Stresstests für Banken, die

Mehr

Top Meldungen

Bauindustrie bei Wiederaufbau im Hochwassergebiet optimistisch

Berlin - Der Präsident des Bundesverbandes der Bauindustrie, Peter Hübner, hat sich optimistisch zum Wiederaufbau in den Katastrophengebieten geäußert. Die Aufräumarbeiten gingen

Mehr
BDI beklagt kurzfristiges Handeln der Regierung in Pandemie

Berlin - Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, hat der Bundesregierung vorgeworfen, in der Corona-Pandemie zu kurzfristig zu

Mehr
Scholz: Klima- und Energiepolitik muss "Chefsache" werden

Berlin - SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat die Union für ihre Klima- und Energiepolitik frontal angegriffen. "Jahrelang hat das zuständige Wirtschaftsministerium sich

Mehr