Politik

Kultusministerkonferenz empfiehlt Rückkehr zu Regelbetrieb an Schulen

  • AFP - 11. Juni 2021, 14:28 Uhr
Bild vergrößern: Kultusministerkonferenz empfiehlt Rückkehr zu Regelbetrieb an Schulen
Coronatests in einer Schulklasse
Bild: AFP

Die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) hat angesichts rückläufiger Corona-Infektionszahlen eine Rückkehr zum 'uneingeschränkten Regelbetrieb' nach den Sommerferien empfohlen. Das gab die KMK nach virtuellen Beratungen bekannt.

Die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) hat angesichts rückläufiger Corona-Infektionszahlen eine Rückkehr zum "uneingeschränkten Regelbetrieb" nach den Sommerferien empfohlen. Das gab die KMK am Freitag nach virtuellen Beratungen bekannt. Die Konferenz sei überzeugt, dass der Präsenzunterricht "die notwendige Grundlage gemeinsamen Lehrens und Lernens" sei. Alle Schulen sollten deshalb mit dem Start des neuen Schuljahrs "dauerhaft" in den Regelbetrieb gehen.

Die erfreuliche Entwicklung der Infektionszahlen schaffe "ganz neue Spielräume" in den Schulen, sagte die KMK-Vorsitzende und brandenburgische Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Freitag vor Journalisten. Nach der langen Zeit von Schulschließungen und Wechselunterricht solle das Schuljahr nach einhelliger Auffassung der KMK in sämtlichen Fächern und Klassen im Regelbetrieb starten.

Zur Begründung ihres Beschlusses verwiesen die Bildungsminister und -senatoren dabei unter anderem auch auf Einschätzungen des Robert-Koch-Instituts, wonach Schulen "keine treibende Kraft" in der aktuellen Pandemiesituation seien. Dazu kämen die Fortschritte bei Impfungen von Lehrern und anderen Erwachsenen sowie die inzwischen eingespielten zusätzlichen Schutzmaßnahmen wie Maskenregeln und flächendeckende Corona-Schnellteststrategien.

Eine gemeinsame Empfehlung zu begleitenden Schutzkonzepten ab dem kommenden Schuljahr gab die KMK zunächst nicht ab. Generell müsse der Präsenzunterricht noch auf absehbare Zeit weiter durch ein "Arsenal an Sicherheitsmaßnahmen" begleitet werden, betonte der Sprecher der unionsgeführten Bundesländer, Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU), nach der Sitzung. Die Verhältnisse im Herbst ließen sich allerdings noch nicht abschließend beurteilen.

Nach Angaben von Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) dürfte es voraussichtlich keine bundesweit einheitlichen Regelungen bei allen unterrichtsbegleitenden Schutzkonzepten geben. Insbesondere beim Thema Masken gebe es bereits "Diskussionen" in Abhängigkeit von den örtlichen Inzidenzwerten und den herrschenden wärmeren Temperaturen, sagte er. Bei den Teststrategien dagegen herrsche größere Einmütigkeit. Insgesamt sei aber auch im Bildungsbereich die Corona-Gesamtstrategie des jeweiligen Bundeslands maßgeblich.

Impfungen von Schülern sind laut KMK kein entscheidender Faktor für die Rückkehr zum Präsenzunterricht. Das Gremium verwies in dem Zusammenhang auf die am Donnerstag veröffentlichte Festlegung der Ständigen Impfkommission (Stiko), die lediglich eine Impfung von vorerkrankten Kindern ab zwölf Jahren empfiehlt.

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) begrüßte den KMK-Beschluss. "Gerade Kinder in schwierigen Lebensverhältnissen haben in der Pandemie durch den Distanzunterricht viele Nachteile erlitten", erklärte sie in Berlin. Kritik äußerte der Verband Bildung und Erziehung. Die KMK vernachlässige das Risiko einer möglichen vierten Coronawelle im Herbst, erklärte die Gewerkschaft. Sie müsse auch mit "alternativen Szenarien" planen und auf längerfristige Maßnahmen wie Luftfilter setzen.

Die KMK verabschiedete bei ihren Beratungen außerdem eine neue gemeinsame Empfehlung zum Umgang mit Antisemitismus in Schulen. Die Positionierung der Konferenz sei dabei "sehr klar", betonte Ernst. "Antisemitismus wird nicht geduldet." Die KMK-Empfehlungen sind ein umfangreicher Leitfaden für die schulische Praxis, der sich etwa mit der Konzeption von Unterrichtsinhalten befasst.

Die Antisemitismusbeauftragten von Bund und Ländern sowie der Zentralrat der Juden in Deutschland waren in die Entwicklung eingebunden. Dessen Vorsitzender Josef Schuster sagte am Freitag bei der Abschlusspressekonferenz der KMK, bei antisemitischen Vorfälle komme es in erster Linie auf eine angemessene Reaktion der Lehrkräfte an. Sie seien dafür aber nicht ausgebildet. Sie müssten schon im Studium ein "adäquates Rüstzeug" mitbekommen.

Weitere Meldungen

USA erinnern erstmals mit Nationalfeiertag "Juneteenth" an Ende der Sklaverei

In den USA ist am Samstag erstmals mit dem neuen Nationalfeiertag "Juneteenth" an das Ende der Sklaverei vor mehr als 150 Jahren erinnert worden. Im ganzen Land, von New York an

Mehr
USA stellen Taiwan 2,5 Millionen Corona-Impfdosen zur Verfügung

Die USA stellen Taiwan 2,5 Millionen Corona-Impfdosen zur Verfügung. "Unsere Spende von 2,5 Millionen Impfdosen ist auf dem Weg nach Taiwan", erklärte Außenamtssprecher Ned Price

Mehr
Tausende mit Regenbogenfahnen bei Pride-Parade in Warschau

Tausende Menschen haben sich bei einer Pride-Parade in Warschau für die Gleichstellung Homosexueller eingesetzt. Mit Regenbogenfahnen und Musik zogen am Samstag schätzungsweise

Mehr

Top Meldungen

Linksfraktionschefin: Konzerne müssen klimafreundlicher produzieren

Berlin - Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Amira Mohamed Ali, fordert eine klimafreundlichere Produktion. "Es ist notwendig, anders zu produzieren. Die Konzerne, die sehr hohe

Mehr
Kommunen fordern mehr verkaufsoffene Sonntage

Berlin - Angesichts der Umsatzeinbrüche bei vielen Einzelhändlern in der Coronakrise fordert der Städte- und Gemeindebund, mehr verkaufsoffene Sonntage zu gestatten. "Wir müssen

Mehr
DIW fordert Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten

Berlin - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, fordert angesichts der schwierigen Lage vieler Einzelhandelsbetriebe eine

Mehr