Wirtschaft

Wieder mehr Strom aus konventionellen Energieträgern

  • dts - 11. Juni 2021, 08:12 Uhr
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Moderne Stromzähler
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Wiesbaden - Im 1. Quartal 2021 sind in Deutschland 138,2 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und in das Stromnetz eingespeist worden. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren das 2,6 Prozent weniger als im 1. Quartal 2020.

Während der Strom im 1. Quartal 2020 mehrheitlich aus erneuerbaren Energiequellen stammte (51,4 Prozent), wurde der Strom im 1. Quartal 2021 zu 59,3 Prozent aus konventionellen Energieträgern erzeugt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg die Stromeinspeisung aus konventionellen Energieträgern um 18,9 Prozent. Die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien sank dagegen um 23,0 Prozent. Insbesondere die Stromeinspeisung aus Windkraft war mit einem Minus von 32,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal stark rückläufig, so die Statistiker.

Die Einspeisung von 33,5 Milliarden Kilowattstunden war der niedrigste Wert für ein 1. Quartal seit 2018. In den Jahren 2019 und 2020 hatte die Stromeinspeisung aus Windkraft aufgrund starker und lange anhaltender Frühjahrsstürme im 1. Quartal deutlich höhere Werte erreicht. Das 1. Quartal im Jahr 2021 war dagegen vergleichsweise windarm. Im 1. Quartal der Jahre 2019 und 2020 wurden konventionelle Kraftwerke aufgrund der großen Menge an Windstrom und des Einspeisevorrangs von Strom aus erneuerbaren Energiequellen zurückgefahren.

Im 1. Quartal 2021 dagegen wurde die geringere Menge an Windstrom vor allem durch eine höhere Stromerzeugung aus Kohle- und Erdgaskraftwerken kompensiert. Die in Kohlekraftwerken erzeugte und eingespeiste Strommenge stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 26,8 Prozent auf fast 40 Milliarden Kilowattstunden. Mit einem Anteil von 28,9 Prozent an der insgesamt eingespeisten Strommenge war die Kohle der wichtigste Energieträger für die Stromerzeugung im 1. Quartal 2021. Die Stromeinspeisung aus Erdgaskraftwerken stieg um 24,0 Prozent auf 22,5 Milliarden Kilowattstunden. Die importierte Strommenge ist im 1. Quartal 2021 im Vergleich zum 1. Quartal 2020 um 18,4 Prozent auf 12,2 Milliarden Kilowattstunden gestiegen. Die Stromimporte aus der Tschechischen Republik stiegen mit +220 Prozent am stärksten, dagegen gingen die Importe aus Frankreich mit -44,7 Prozent deutlich zurück. Die exportierte Strommenge sank um 4,3 Prozent auf 20,1 Milliarden Kilowattstunden. Insgesamt wurde weiterhin mehr Strom aus Deutschland exportiert als nach Deutschland importiert, teilte Destatis mit.

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