Wirtschaft

Tausend Alitalia-Mitarbeiter demonstrieren in Rom für Rettung der Airline

  • AFP - 14. April 2021, 17:31 Uhr
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Protest in Rom
Bild: AFP

Rund tausend Alitalia-Beschäftigte sind am Mittwoch für die Rettung der italienischen Fluggesellschaft auf die Straße gegangen. Sie versammelten sich unter anderem vor dem Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung.

Rund tausend Alitalia-Beschäftigte sind am Mittwoch für die Rettung der italienischen Fluggesellschaft auf die Straße gegangen. Sie versammelten sich unter anderem vor dem Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung in Rom und forderten die Regierung auf, die finanziell schwer angeschlagene Airline zu retten. "Hände weg von Alitalia!" stand unter anderem auf Schildern, einige trugen einen Sarg, der mit der EU-Flagge und einem Modellflugzeug verziert war.

Der Ärger der Demonstranten richtete sich auch gegen die EU, mit der die Regierung in Verhandlungen über einen Rettungsplan im Umfang von drei Milliarden Euro steckt. Die Kommission überwacht Staatshilfen in der EU und muss den Plan genehmigen - gefordert wird die weitgehende Zerschlagung des alten und die Bildung eines neuen, schuldenfreien Unternehmens, das Kapital von Alitalia übernimmt.

Brüssel stellt in den Augen der Demonstranten zu harte Bedingungen für grünes Licht für den Rettungsplan, etwa die Abgabe eines Teils der Slots am Flughafen Mailand-Linate und die Aufgabe des Alitalia-Logos, um einen klaren Bruch mit der Vergangenheit zu symbolisieren. Eine mögliche "neue Alitalia" soll zudem nur mit der Hälfte der Flotte fliegen und die Zahl seiner Beschäftigten von derzeit 11.000 auf 4500 reduzieren.

Die italienischen Gewerkschaften lehnen die Bedingungen der EU als "inakzeptabel, unfair und diskriminierend" ab. Dem Unternehmen drohe schon in wenigen Wochen das Geld komplett auszugehen. Brüssel verzögere eine mögliche Rettung der Airline.

Im Gegensatz zu anderen Airlines, für die Brüssel Staatshilfen genehmigte, machte Alitalia allerdings seit 2002 keinen Gewinn mehr. Das Unternehmen steht seit 2017 unter staatlicher Verwaltung.

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