Politik

EU-Impfbeauftragter: Impf-Angebot für 70 Prozent bis Mitte Juli

  • dts - 9. April 2021
Bild vergrößern: EU-Impfbeauftragter: Impf-Angebot für 70 Prozent bis Mitte Juli
Impfzentrum
dts

.

Berlin - Der EU-Impfbeauftragte Thierry Breton hat versprochen, dass bis Mitte Juli 70 Prozent aller Erwachsenen in der EU geimpft werden können. "Wir haben jetzt genug Lieferzusagen bis Mitte Juli, dass wir sicherstellen können, dass 70 Prozent der erwachsenen EU-Bürger bis Mitte Juli geimpft werden können und mit allen Lieferzusagen, die wir haben, 100 Prozent der Erwachsenen bis zum Ende des Sommers", sagte er am Donnerstag der "Welt" (Freitagausgabe).

Die EU-Impfkampagne hätte sich damit erheblich beschleunigt. Ursprünglich hatte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen versprochen, dass 70 Prozent aller EU-Bürger bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot haben sollten. Nach dem Start der Impfkampagne gab es zunächst Zweifel, ob dieses Ziel erreichbar sei. Selbst wenn der Hersteller Astrazeneca noch einmal sein Lieferversprechen brechen sollte, würden die europäischen Impfziele erreicht, so Breton.

"Nach unseren Berechnungen werden wir unsere Impfziele selbst dann erreichen, wenn die 70 Millionen Dosen von Astrazeneca ausfallen", so der französische Politiker. Laut Breton sollen im zweiten Quartal 360 Millionen Impfdosen ausgeliefert werden. Von Anfang April bis Mitte Juli sollen es insgesamt 420 Millionen Impfdosen sein, darunter auch der Impfstoff von Johnson & Johnson, bei dem nur eine Impfung nötig ist. In dieser Situation zusätzliche Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V zu bestellen, sei darüber hinaus unnötig, sagte der französische Politiker.

"Wir begrüßen jeden neuen Impfstoff", sagte Breton. "Aber wir werden fünf, sechs, zehn Monate brauchen, bis wir überhaupt anfangen können, den Impfstoff zu produzieren. Aber für uns ist die kritische Zeit jetzt." Es dauere zehn bis zwölf Monate, um Fabriken für die Impfstoffproduktion vorzubereiten und dann 70 bis 90 Tage, um den Impfstoff zu produzieren, so der Kommissar. Die Kommission, die im Auftrag aller EU-Staaten Vorverträge mit großen Impfstoffherstellern abgeschlossen hat, will bisher nicht mit dem Hersteller des russischen Mittels Sputnik V verhandeln. Der Hersteller hat inzwischen bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA eine Zulassung beantragt.

Weitere Meldungen

EU-Parlament will Mindestlohn-Richtlinie verschärfen

Brüssel - Das Europaparlament will die vorgeschlagene Mindestlohn-Richtlinie deutlich verschärfen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Dienstagsausgabe). Die beiden

Mehr
Gutachten: Verfassungsklage gegen EU-Aufbaufonds unbegründet

Berlin/Karlsruhe - Die Verfassungsklage und der Eilantrag der Bündnisses Bürgerwille gegen den EU-Wiederaufbaufonds sind laut zweier Gutachten "unbegründet" und sollten vom

Mehr
Lauterbach kritisiert Pläne für EM in zwölf Ländern

Berlin - Von den Plänen der Europäischen Fußball-Union (UEFA), trotz steigender Corona-Fallzahlen die Partien der Europameisterschaft im Juni 2021 in zwölf Ländern und vor

Mehr

Top Meldungen

Handelsverband will Ausgangssperren frühestens ab 22 Uhr

Berlin - Der Handelsverband HDE will die geplante nächtliche Ausgangssperre frühestens ab 22 Uhr. "Gerade in Zeiten der Pandemie geht es darum, das Kundenaufkommen zu entzerren

Mehr
US-Milliardenbetrüger Madoff mit 82 Jahren im Gefängnis gestorben

Bernard Madoff stand hinter dem größten Finanzbetrug der Geschichte und prellte zehntausende Anleger. Jetzt ist der einstige US-Starinvestor im Alter von 82 Jahren im Gefängnis

Mehr
DAX-Konzerne bereiten Impfstart vor

Berlin - Die größten deutschen Konzerne stehen in den Startlöchern, um Mitarbeiter, Angehörige und auch weitere Menschen gegen Covid-19 zu impfen. Das zeigt eine Umfrage des

Mehr