Lifestyle

Deutschland beginnt Gespräche mit Russland über Kauf von Sputnik V

  • AFP - 8. April 2021, 20:59 Uhr
Bild vergrößern: Deutschland beginnt Gespräche mit Russland über Kauf von Sputnik V
Sputnik V
Bild: AFP

Deutschland hat nach Angaben Moskaus Verhandlungen mit Russland über den Kauf des Corona-Impfstoffs Sputnik V begonnen. Wie die Hersteller des Vakzins am Donnerstag auf Twitter mitteilten, führen Vertreter des russischen Staatsfonds RDIF die Gespräche.

Deutschland hat nach Angaben Moskaus Verhandlungen mit Russland über den Kauf des Corona-Impfstoffs Sputnik V begonnen. Wie die Hersteller des Vakzins am Donnerstag auf Twitter mitteilten, führen Vertreter des russischen Staatsfonds RDIF die Gespräche. Die Entwicklung des Impfstoffs war durch den Fonds finanziert worden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuvor angekündigt, ohne Einbindung der EU mit Russland über eine Lieferung von Sputnik V zu verhandeln. Deutschland werde sich auf bilateralem Weg um den Impfstoff bemühen, nachdem die EU-Kommission am Mittwochabend bei Beratungen der EU-Gesundheitsminister angekündigt habe, ihrerseits keine Verträge über Lieferungen aus Russland abschließen zu wollen, sagte Spahn am Donnerstag dem WDR. 

Ukraines Außenminister Dmytro Kuleba warnte die Bundesregierung vor dem Kauf des russischen Impfstoffs. "Leider geht es bei Sputnik V nicht um humanitäre Ziele", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Russland benutzt es als ein Werkzeug, um seinen politischen Einfluss zu vergrößern."

Moskau fördere den Verkauf des Vakzins "aggressiv", während es an Ressourcen fehle, "um die eigene Bevölkerung effektiv zu impfen", sagte Kuleba. Jedes Land müsse sich beim Kauf des Vakzins "über seinen doppelten Preis im Klaren sein: den finanziellen und den politischen".

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) prüft seit Anfang März eine Zulassung von Sputnik V in Europa. Bei der sogenannten Rolling Review werden erste Ergebnisse wissenschaftlicher und klinischer Tests nach und nach analysiert, bevor alle für eine Zulassung nötigen Daten vorliegen. Bei allen bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen war die EMA ebenso vorgegangen.

Nach einer Anfang Februar in der britischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten Studie schützt das Vakzin zu mehr als 90 Prozent vor einer symptomatischen Covid-19-Erkrankung. Damit hätte Sputnik V eine ähnlich hohe Wirksamkeit wie die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna. 

Weitere Meldungen

Palmer für Weiterführung erfolgreicher Modellprojekte

Tübingen - Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) kritisiert die Corona-Strategie des Bundes scharf. Er fordere ein Weiterführen von erfolgreichen Modellprojekten -

Mehr
Schweiz lockert ihre Corona-Einschränkungen weiter

Im Unterschied zu vielen anderen europäischen Ländern lockert die Schweiz ihre Corona-Restriktionen weiter. So dürfen ab Montag Restaurants und Bars ihre Außenbereiche wieder

Mehr
EMA gibt nächste Woche Empfehlung zu Einsatz von J&J-Vakzin bekannt

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will ihre Einschätzung zur Sicherheit des Corona-Vakzins des US-Herstellers Johnson & Johnson in der kommenden Woche bekannt geben. Nach

Mehr

Top Meldungen

Handelsverband will Ausgangssperren frühestens ab 22 Uhr

Berlin - Der Handelsverband HDE will die geplante nächtliche Ausgangssperre frühestens ab 22 Uhr. "Gerade in Zeiten der Pandemie geht es darum, das Kundenaufkommen zu entzerren

Mehr
US-Milliardenbetrüger Madoff mit 82 Jahren im Gefängnis gestorben

Bernard Madoff stand hinter dem größten Finanzbetrug der Geschichte und prellte zehntausende Anleger. Jetzt ist der einstige US-Starinvestor im Alter von 82 Jahren im Gefängnis

Mehr
DAX-Konzerne bereiten Impfstart vor

Berlin - Die größten deutschen Konzerne stehen in den Startlöchern, um Mitarbeiter, Angehörige und auch weitere Menschen gegen Covid-19 zu impfen. Das zeigt eine Umfrage des

Mehr