Politik

EU-Gesundheitspolitiker begrüßt erhöhte Vorsicht bei Astrazeneca

  • dts - 8. April 2021, 02:00 Uhr
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Impfzentrum
dts

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Brüssel - Der gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im EU-Parlament, Peter Liese, begrüßt die erhöhte Vorsicht in Deutschland bei dem Impfstoff von Astrazeneca. "Ich finde es richtig, dass die Verantwortlichen in Deutschland vorsichtig sind und den Astrazeneca-Impfstoff nur für die Bevölkerungsgruppen empfehlen, für die er wirksam und nebenwirkungsarm ist", sagte er der "Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe).

"Nach den zwar insgesamt seltenen, aber im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung stark gehäuften Hirnvenenthrombosen ist es richtig, diesen Impfstoff nur dort einzusetzen, wo diese Hirnvenenthrombosen nicht aufgetreten sind", sagte der CDU-Politiker. Es laufe zwar vieles nicht rund in der Impfkampagne in Deutschland, "aber wir sind in der glücklichen Lage, dass wir Alternativen haben, sodass Jüngere mit Biontech/Pfizer, Moderna und demnächst Johnson & Johnson geimpft werden können und Ältere mit Astrazeneca", so Liese weiter. Zugleich begrüßte der Gesundheitspolitiker die jüngste Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), wonach Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Astrazeneca-Impfung erhalten haben, beim Zweittermin mit einem anderen Mittel immunisiert werden sollen. "Es spricht vieles dafür, dass diejenigen, die die Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben und die Zweitimpfung mit Biontech/Pfizer, ähnlich gut geschützt sind." Man brauche ja wahrscheinlich auch im Herbst eine Impfung mit angepassten Impfstoffen wegen der Mutationen. "Nach meiner Einschätzung werden das fast nur mRNA-Impfstoffe sein, sodass sich die Frage, die sich jetzt für einen Teil der Bevölkerung stellt, im Herbst für die Gesamtbevölkerung stellt. Ich halte die Empfehlung der Stiko für vernünftig", so Liese. Experten der Europäischen Arzneimittelagentur EMA hatten zuvor einen Zusammenhang zwischen dem Astrazeneca-Impfstoff und dem Auftreten von Thrombosen festgestellt. Dennoch empfahl die Behörde am Mittwochnachmittag uneingeschränkt die weitere Anwendung des Impfstoffs. In mehreren EU-Ländern, darunter auch Deutschland, bleibt sein Einsatz dennoch beschränkt auf Personen ab 60 Jahren.

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