Wirtschaft

Eurostat: Wohnkosten für Geringverdiener in Deutschland besonders hoch

  • dts - 20. März 2019, 13:09 Uhr
Bild vergrößern: Eurostat: Wohnkosten für Geringverdiener in Deutschland besonders hoch
Dunkler Hinterhof
dts

.

Anzeige

Luxemburg - Für Geringverdiener sind die Wohnkosten in Deutschland im Europavergleich besonders teuer. Das geht aus Wohnkosten-Berechnungen des EU-Statistikamtes Eurostat auf Anfrage von Linken-Chef Bernd Riexinger hervor, über die das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" berichtet.

Haushalte mit den niedrigsten Einkommen zahlen demnach im Durchschnitt 43,3 Prozent ihrer Haushaltseinnahmen für Miete, Wasser und Energie. Nur in Ungarn müssen Haushalte am untersten Ende der Einkommenspyramide mit 46,1 Prozent einen höheren Anteil für die Wohnkosten aufbringen. In Malta ist hingegen das Wohnen für Geringverdiener mit 16,2 Prozent vom Haushaltseinkommen im EU-Vergleich am günstigsten. Die Berechnung bezieht sich auf die neueste Datenzusammenfassung für das Jahr 2015.

Haushalte mit durchschnittlichen oder überdurchschnittlichen Einkommen müssen danach in Deutschland weniger als ein Drittel (28 Prozent) ihrer Nettoeinnahmen für Wohnkosten aufbringen. Luxemburger mit diesen Einkommen zahlen 35,1 Prozent - das ist der Höchstwert in der EU. Gutverdienende Mieter auf Malta müssen nur 6,3 Prozent ihres Haushaltseinkommens für Mieten aufwenden. Damit hat sich der am Haushaltseinkommen gemessene finanzielle Aufwand für die Wohnkosten für Geringverdiener in Deutschland im Verlauf von zehn Jahren um 7,3 Prozent erhöht. Durchschnittlich verdienende Haushalte mussten 2,1 Prozent mehr aufbringen.

Die höchsten Steigerungen hatten von 2005 bis 2015 Geringverdiener in Rumänen mit 23,8 Prozent zu schultern. In Estland verringerte sich für arme Haushalte der Anteil für Wohnkosten um 6,1 Prozent. Riexinger hält die Entwicklung der Wohnkosten-Anteile am Haushaltseinkommen für nicht länger hinnehmbar. "Für Deutschland fordern wir, dass alle Mietsteigerungen gestoppt werden, bis ein bundesweiter Mietspiegel erstellt wurde, der verbindliche Mietobergrenzen ermöglicht", sagte er dem RND. EU-Mitgliedstaaten sollten verpflichtet werden, einen festen Anteil von Wohnungen nachzuweisen, für den dauerhafte Sozialbindung besteht, so Riexinger. "Mehr Wohnungen in öffentlicher Hand bedeuten mehr Möglichkeiten, die Mieten niedrig zu halten."

Die News Eurostat: Wohnkosten für Geringverdiener in Deutschland besonders hoch wurde von dts am 20.03.2019 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern Wirtschaft, Deutschland, EU, Immobilien, Gesellschaft abgelegt.

Weitere Meldungen

Klöckner bekräftigt Widerstand gegen pauschale Verschärfung der Düngeregeln

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat ihren Widerstand gegen eine von der EU-Kommission verlangte pauschale Verschärfung der Düngeregeln bekräftigt. "Was wir

Mehr
Bericht: Strom für Elektroautos teurer als Benzin oder Diesel

Berlin - Das Aufladen von Elektroautos an öffentlichen Ladesäulen verursacht laut eines Zeitungsberichts teilweise höhere Kosten als das Auftanken vergleichbarer Fahrzeuge mit

Mehr
Umfrage: Mehrheit gegen Enteignungen von Wohnungsunternehmen

Berlin - Die Mehrheit der Bundesbürger lehnt die Enteignung privater Wohnungsunternehmen ab. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag der

Mehr

Top Meldungen

Schäuble schließt CO2-Steuer nicht aus

Berlin - Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat eine CO2-Steuer, die den Preis kohlenstoffhaltiger Produkte erhöht und damit zu weniger Emissionen anreizt, nicht

Mehr
Dachser-Chef will Nachkommen nicht als Nachfolger favorisieren

Kempten - Einer der größten Familienunternehmer des Landes, Dachser-Chef Bernhard Simon, hält es für falsch, Töchter oder Söhne für die Nachfolge im Unternehmen zu favorisieren.

Mehr
Bischöfe wollen Kirchensteuer erhalten

Berlin - In der Debatte um die künftige Finanzierung der Kirchen haben sich Bischöfe von evangelischer und katholischer Kirche für den Erhalt der Kirchensteuer stark gemacht.

Mehr