Politik

Protest gegen Algeriens Präsident treibt erneut Zehntausende auf die Straße

  • AFP - 15. März 2019, 19:13 Uhr
Bild vergrößern: Protest gegen Algeriens Präsident treibt erneut Zehntausende auf die Straße
Demonstranten versammeln sich in Algier
Bild: AFP

In Algeriens Hauptstadt Algier sind am Freitag erneut zehntausende Menschen aus Protest gegen den greisen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika auf die Straße gegangen. Im Stadtzentrum formierte sich ein rund zwei Kilometer langer Demonstrationszug.

Anzeige

In Algeriens Hauptstadt Algier sind am Freitag erneut zehntausende Menschen aus Protest gegen den greisen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika auf die Straße gegangen. Im Stadtzentrum formierte sich ein rund zwei Kilometer langer Demonstrationszug, wie ein AFP-Reporter berichtete. Auf Plakaten forderten die Teilnehmer Bouteflikas Rücktritt. Es war die erste Freitags-Kundgebung seit Bouteflikas Ankündigung vom Montag, auf die Kandidatur für eine fünfte Amtszeit zu verzichten.

Damit konnte der Präsident die Demonstranten aber nicht besänftigen. Besonders verärgert waren viele von ihnen über Bouteflikas Entscheidung, die für Mitte April geplante Wahl auf unbestimmte Zeit zu verschieben und selbst im Amt zu bleiben, bis ein politischer Übergangsprozess abgeschlossen ist.

"Wir wollten Wahlen ohne Bouteflika, und nun haben wir Bouteflika ohne Wahlen", stand auf einem der Protestplakate zu lesen. Viele Demonstranten sehen in Bouteflikas Ankündigung ein Manöver, um sich und seinem Umfeld möglichst lange die Macht zu sichern.

Die Kundgebung in Algier verlief weitgehend friedlich. Nahe einer abgesperrten Straße, die zum Präsidentenpalast führt, warfen Demonstranten mit Steinen auf Polizisten. Es kam zu Rangeleien mit einigen Verletzten, als Polizisten die Demonstranten zurückdrängten. 

Nach Schätzung von AFP-Reportern entsprach die Zahl der Demonstranten in Algier in etwa jener der Kundgebung eine Woche zuvor. Diese Demonstration war von Analysten in Algerien als außergewöhnlich massiv eingestuft worden. Am Freitag gab es auch in anderen algerischen Städten wie Oran, Constantine und Annaba weitere Großkundgebungen.

Bouteflikas Gegner protestieren seit dem 22. Februar fast täglich gegen seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl. Besonders groß sind die Kundgebungen immer freitags.

Der Staatschef regiert das nordafrikanische Land seit 20 Jahren autoritär. Seit einem Schlaganfall im Jahr 2013 hat er sich jedoch weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Kritiker halten den gebrechlichen Staatschef daher für einen Strohmann seines Umfelds.

Die News Protest gegen Algeriens Präsident treibt erneut Zehntausende auf die Straße wurde von AFP am 15.03.2019 in der Kategorie Politik mit den Stichwörtern Algerien, Wahlen, Präsident, Proteste, Demokratie abgelegt.

Weitere Meldungen

Bundesregierung setzt "Klimakabinett" ein

Die Bundesregierung hat  das kürzlich angekündigte "Klimakabinett" eingesetzt. Einen entsprechenden Beschluss fasste die Regierung nach eigenen Angaben am Mittwoch. Das neue

Mehr
Kabinett billigt Haushaltsentwurf für 2020 und mittelfristige Finanzplanung

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Haushalt für 2020 und die Finanzplanungen für die Folgejahre gebilligt. Der Etatentwurf von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sieht vor, dass

Mehr
Juncker fordert Ausschluss von Orbans Fidesz-Partei aus der EVP

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat den Ausschluss der Partei von Ungarns Regierungschef Viktor Orban aus der Europäischen Volkspartei (EVP) gefordert. "Ich rate

Mehr

Top Meldungen

IT-Dienstleister Datev will Steuerberatung mit KI umkrempeln

Nürnberg - Der IT-Dienstleister Datev will die Arbeit von Steuerkanzleien mit künstlicher Intelligenz deutlich vereinfachen. Das berichtet das "Handelsblatt". Das Unternehmen

Mehr
Instagram führt Kauf-Button ein

Direkt die Schuhe der Stars kaufen: Die Internetplattform Instagram steigt in den unmittelbaren Onlinehandel ein und bietet Nutzern künftig einen Kauf-Button in der eigenen App

Mehr
Handel fordert finanzielle Hilfen beim Aufbau von E-Ladesäulen

Berlin - Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat in einem Brief an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) finanzielle Hilfen vom Bund gefordert, um beim Aufbau von

Mehr