Technologie

Touchscreens drücken zurück

  • Lars Wallerang/cid - 14. März 2019, 14:01 Uhr
Bild vergrößern: Touchscreens drücken zurück
cid Groß-Gerau - Der Touchscreen der Zukunft kribbelt an den Fingern. StockSnap / pixabay.com

Täglich berühren wir die Screens von Smartphones oder Tablets. Nun geben Ingenieure den Bildschirmen eine dritte Dimension: Buttons klopfen und vibrieren an den Fingerspitzen.

Anzeige


Täglich berühren wir die Screens von Smartphones oder Tablets. Nun geben Ingenieure den Bildschirmen eine dritte Dimension: Buttons klopfen und vibrieren an den Fingerspitzen. Dadurch kann das Display den Finger des Smartphone-Nutzers durch das Menü führen. Oder zu Tasten und Buttons, die an beliebiger Stelle entstehen und wieder verschwinden.

Professor Stefan Seelecke und sein Team von der Universität des Saarlandes haben eine Folie entwickelt, die Touchscreens eine dritte Dimension verleiht. Die federleichte, dünne Silikonfolie hält stufenlos verschiedene Stellungen und Höhen; sie kann klopfen, drücken, stoßen und vibrieren. Auch hat sie Sensoreigenschaften und wird so zum Sinnesorgan des jeweiligen Geräts.

Eine auf den ersten Blick unspektakuläre Silikonfolie - nicht unähnlich der handelsüblichen Frischhaltefolie - legt die Basis für eine neue Generation von Displays. "Es handelt sich bei der Folie um ein so genanntes dielektrisches Elastomer", erklärt Professor Stefan Seelecke, dessen Arbeitsgruppe für die Folien auf internationalen Konferenzen bereits mehrfach ausgezeichnet wurde.

Die Ingenieure drucken hierbei eine elektrisch leitfähige Schicht auf eine hauchfeine Kunststoff-Membran. Dadurch können sie eine elektrische Spannung anlegen: Die "Elektroaktivität" der Folie bedeutet, dass sie sich in der einen Richtung zusammenziehen und in die andere Richtung dehnen kann. "Aufgrund der elektrostatischen Anziehungskräfte drückt sich das Polymer zum Beispiel zusammen und dehnt sich nach außen hin aus", erläutert Steffen Hau, promovierter Ingenieur aus Seeleckes Team.

Verändert der Forscher das elektrische Feld, vollführt die Folie verschiedenste Choreografien und gibt beliebige Signale: vom hochfrequenten Vibrieren über spezifische Impulse wie bei einem Herzschlag bis hin zu stufenlosen Hub-Bewegungen. In ihrem Prototyp, den die Wissenschaftler auf der Hannover Messe zeigen, haben sie die Folien mit einem Smartphone-Display kombiniert. Sie lassen so nicht nur virtuelle Buttons entstehen, sondern eröffnen dem Display eine zusätzliche neue Welt an Funktionen.

Die News Touchscreens drücken zurück wurde von Lars Wallerang/cid am 14.03.2019 in der Kategorie Technologie mit den Stichwörtern Tablets, Smartphones, Neuheiten, Forschung, Trends abgelegt.

Weitere Meldungen

Instagram führt Kauf-Button ein

Direkt die Schuhe der Stars kaufen: Die Internetplattform Instagram steigt in den unmittelbaren Onlinehandel ein und bietet Nutzern künftig einen Kauf-Button in der eigenen App

Mehr
5G-Versteigerung hat begonnen


Der Startschuss für die Versteigerung der 5G-Frequenzen durch die Bundesnetzagentur ist gefallen. Vier Bieter sind im Rennen um die 41 Frequenzblöcke. Neben den bisherigen

Mehr
Google stellt Streamingplattform für Videospiele vor

Der US-Konzern Google hat eine Streamingplattform für Videospiele präsentiert. Mit dem Dienst namens Stadia könnten Nutzer dank der umfangreichen Cloud direkt und sofort online

Mehr

Top Meldungen

Umfrage: Jeder Dritte würde Geld per Sprachbefehl überweisen

Berlin - Jeder dritte Bundesbürger (34 Prozent) kann sich vorstellen, Überweisungen künftig per Sprachbefehl zu tätigen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Branchenverbandes

Mehr
CDU-Politiker Gieseke warnt VW vor einseitiger Elektro-Strategie

Brüssel - Der niedersächsische CDU-Europaabgeordnete Jens Gieseke hat den Autobauer VW vor einer einseitigen Konzentration auf Elektroautos gewarnt. Er fürchte einen massiven

Mehr
IT-Dienstleister Datev will Steuerberatung mit KI umkrempeln

Nürnberg - Der IT-Dienstleister Datev will die Arbeit von Steuerkanzleien mit künstlicher Intelligenz deutlich vereinfachen. Das berichtet das "Handelsblatt". Das Unternehmen

Mehr