Finanzen

Bundesbank kritisiert Brexit-Vorbereitungen von Unternehmen

  • dts - 12. Februar 2019, 18:17 Uhr
Bild vergrößern: Bundesbank kritisiert Brexit-Vorbereitungen von Unternehmen
Deutsche Bundesbank
dts

.

Anzeige

Frankfurt/Main - Viele deutsche Unternehmen sind aus Sicht der Bundesbank nicht für den bevorstehenden EU-Austritt Großbritanniens gewappnet. "Die Finanzaufsicht und die Banken haben große Anstrengungen unternommen, um sich auf einen harten Brexit vorzubereiten", sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling dem "Handelsblatt" (Mittwochsausgabe).

Sorgen machten ihm allerdings, dass "sich viele Unternehmenskunden der Institute bisher nur unzureichend mit den Folgen des Brexits für ihre Finanzgeschäfte beschäftigt haben". Viele Verträge müssten angepasst werden, damit Geschäfte auch nach einem harten Brexit fortgesetzt werden könnten, mahnte Wuermeling. Die Institute hätten deshalb alle Kunden angeschrieben. "Aber die Rückmeldungen waren nach Aussagen vieler Banken bisher verhalten", so der Bundesbank-Vorstand weiter.

"Wir appellieren daher an alle Unternehmen und Privatkunden, auf entsprechende Aufforderungen von Banken spätestens jetzt zu reagieren. Im schlimmsten Fall können wichtige Vertragsbeziehungen nicht fortgesetzt und notwendige Transaktionen nicht getätigt werden", sagte Wuermeling. Zufrieden ist er dagegen mit den meisten Banken, die im Zuge des Brexits eine Niederlassung in Deutschland auf- oder ausgebaut haben. Die Finanzaufsicht habe viele neue Lizenzen erteilt und werde bis Ende März noch weitere Verfahren abschließen, so der Bundesbank-Vorstand weiter.

"Bei einigen kleineren Instituten wird es dagegen noch etwas länger dauern – sie werden deshalb erst mit einer gewissen Verzögerung von Frankfurt aus operieren können. Diese Institute haben entweder ihre Anträge oder die nötigen Unterlagen zu spät eingereicht", sagte Wuermeling dem "Handelsblatt".

Die News Bundesbank kritisiert Brexit-Vorbereitungen von Unternehmen wurde von dts am 12.02.2019 in der Kategorie Finanzen mit den Stichwörtern Finanzen, Deutschland, Großbritannien, EU, Finanzindustrie, Unternehmen abgelegt.

Weitere Meldungen

Schäuble schließt CO2-Steuer nicht aus

Berlin - Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat eine CO2-Steuer, die den Preis kohlenstoffhaltiger Produkte erhöht und damit zu weniger Emissionen anreizt, nicht

Mehr
Bischöfe wollen Kirchensteuer erhalten

Berlin - In der Debatte um die künftige Finanzierung der Kirchen haben sich Bischöfe von evangelischer und katholischer Kirche für den Erhalt der Kirchensteuer stark gemacht.

Mehr
Finanzminister will Steuerbegünstigung für Sachbezugskarten beenden

Berlin - Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will die Steuervergünstigung für sogenannte Sachbezugskarten streichen. Das berichtet der "Spiegel". Mit solchen Karten können

Mehr

Top Meldungen

Klöckner bekräftigt Widerstand gegen pauschale Verschärfung der Düngeregeln

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat ihren Widerstand gegen eine von der EU-Kommission verlangte pauschale Verschärfung der Düngeregeln bekräftigt. "Was wir

Mehr
Bericht: Strom für Elektroautos teurer als Benzin oder Diesel

Berlin - Das Aufladen von Elektroautos an öffentlichen Ladesäulen verursacht laut eines Zeitungsberichts teilweise höhere Kosten als das Auftanken vergleichbarer Fahrzeuge mit

Mehr
Umfrage: Mehrheit gegen Enteignungen von Wohnungsunternehmen

Berlin - Die Mehrheit der Bundesbürger lehnt die Enteignung privater Wohnungsunternehmen ab. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag der

Mehr