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Orderflow Trading - was es ist und wie es funktioniert

  • Redaktion - 11. Februar 2019
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Wer sich mit Handelsstrategien an der Börse auseinandersetzt, wird in letzter Zeit wahrscheinlich häufiger über den Begriff "Orderflow Trading" gestolpert sein. Während das Orderflow Trading in englischsprachigen Ländern bereits seit vielen Jahren eine hohe Bekanntheit und Popularität genießt, steckt diese Trading-Form in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Wir wollen in diesem Beitrag darstellen, was Orderflow Trading konkret bedeutet und wie es in der Praxis funktioniert.

Grundsätzliches zum Orderflow

Unter dem Orderflow werden die über einen bestimmten Zeitraum stattfindenden Kauf- und Verkaufsaktivitäten verstanden. Der Orderflow ist somit nichts anderes als der Fluss der an der Börse eingehenden Kauf- und Verkaufsorders. Durch diesen Orderflow wird der Kurs von Aktien, Devisen und sonstigen Wertpapieren bewegt.

Die Funktionsweise des Orderflow Tradings

Das Orderflow Trading basiert auf der Tatsache, dass der Orderflow niemals gleichmäßig verläuft. Er verändert sich anhängig von der Tageszeit, den jeweiligen Marktteilnehmern und deren Aktivität.

Der Ausgangspunkt des Orderflow Trading ist die Beobachtung, dass der Orderflow und die damit verbundenen Kursveränderungen oftmals schubweise verlaufen. Häufig ist an der Börse das Phänomen zu beobachten, dass starke Kaufaktivitäten über einen kürzeren Zeitraum anhalten. Mehrere und vor allem größere Kauf- oder Verkaufsorder treiben den Kurs stark nach oben oder nach unten. Orderflow Trader versuchen davon zu profitieren, den Charakter dieses Orderflows richtig einzuschätzen und auf dieser Basis mit schnellen und kurzen Trades Gewinne zu machen.

Werden beispielsweise viele Kauforders für ein bestimmtes Wertpapier abgegeben, setzt ein Orderflow Trader ebenfalls eine Kauforder ab. Lassen die Kauforder in der Folge nach, schließt der Trader innerhalb kurzer Zeit die Position. Solche Orderflow Trades sind oftmals nur wenige Minuten oder gar Sekunden offen.

Gewinne und Verlust beim Orderflow Trading

Aufgrund der nur sehr kurzen Haltedauer ist das Gewinn- und Verlustpotenzial der einzelnen Trades eher gering. Um folglich einen attraktiven Tagesgewinn beim Orderflow Trading zu erzielen, müssen entsprechend viele Orders an der Börse platziert werden. Außerdem muss die Erfolgswahrscheinlichkeit der einzelnen Trades deutlich über 50 Prozent liegen, da sich ansonsten Gewinne und Verluste langfristig die Waage halten. Bei erfahrenen Orderflow Tradern liegt der Anteil von erfolgreichen Trades oft bei über 75 Prozent.

Die Qualifikation des Orderflow Traders

Orderflow Trading hat viel mit Erfahrung zu tun. Ob ein Orderflow eine starke Kauf- oder Verkaufsaktivität auslöst, hat viel mit den Erfahrungswerten aber auch der Intuition des Traders zu tun. Orderflow Trader müssen sich ihren eigenen Erfahrungs- und Wissenschatz aneignen und auf dessen Grundlage eine persönliche Orderflow Strategie entwickeln. Eine große Hilfe können dabei Online-Angebote darstellen, die das Wissen und die Erfahrung von kompetenten Mentoren weitergeben.

Voraussetzungen für das Orderflow Trading

Eine grundsätzliche Voraussetzung für das Orderflow Trading sind aktive Märkte, die ausreichend Gelegenheit bieten, vom Orderflow Trading zu profitieren. Neben der ausreichenden persönlichen Qualifikation des Traders ist auch eine professionelle technische Ausstattung entscheidend. Da beim Orderflow Trading oftmals schon Sekunden den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen, müssen die Trades mit höchster Geschwindigkeit ausgeführt werden können.

Fazit zum Orderflow Trading

Orderflow Trading ist eine gute Möglichkeit für erfahrene Trader, von kurzfristigen Kursschwankungen zu profitieren. Als Vorteil des Orderflow Tradings ist auch zu sehen, dass das Verlustpotenzial der einzelnen Trades relativ gering ist. Da andererseits pro Trade jedoch nur ein geringer Gewinn gemacht werden kann, sind für dauerhaften Erfolg eine hohe Trefferquote und eine sehr aktive Marktteilnahme erforderlich.

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