Brennpunkte

Vermisster Fußballer Sala hatte bei Flug über Ärmelkanal offenbar Todesangst

  • AFP - 23. Januar 2019, 15:42 Uhr
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Emiliano Sala
Bild: AFP

Der argentinische Fußballspieler Emiliano Sala hat vor seinem Flug über den Ärmelkanal in einer Nachricht offenbar Sorgen über den Zustand der Maschine geäußert. Das Flugzeug scheine auseinanderzufallen und er habe Angst, sagte der vermisste Fußballer.

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Mit einer dramatischen Botschaft aus einem Kleinflugzeug hat sich der allem Anschein nach über dem Ärmelkanal abgestürzte argentinische Fußballspieler Emiliano Sala kurz vor seinem Verschwinden gemeldet. "Ich bin im Flugzeug, das so aussieht, als ob es auseinanderfällt, und breche nach Cardiff auf", sagte der 28-jährige Stürmer laut argentinischen Medienberichten in einer WhatsApp-Sprachnachricht an Freunde, in der er Sorgen über den Zustand der Maschine äußerte.  "Ich habe solche Angst." Die Suche nach der Maschine dauerte an.

"Wenn ihr in eineinhalb Stunden keine Neuigkeiten von mir habt, weiß ich nicht, ob man jemanden auf die Suche nach mir schickt, weil man mich nicht finden wird", sagte Sala demnach weiter.

Das einmotorige Kleinflugzeug vom Typ Piper PA-46 Malibu, das Sala vom französischen Nantes ins walisische Cardiff bringen sollte, war am Montagabend über dem Ärmelkanal von den Radarschirmen verschwunden. Ein großangelegter Sucheinsatz blieb bislang ohne Erfolg.

Die Rettungskräfte haben kaum mehr Hoffnung, Sala und den Piloten noch lebend zu finden. Einer der Retter befürchtete "das Schlimmste". Das Meerwasser sei "so kalt momentan", sagte der leitende Offizier der Kanalinsel-Luftrettung, John Fitzgerald. 

Die Polizei auf der britischen Insel Guernsey erklärte: "Wir haben keine Hinweise auf diejenigen an Bord gefunden. Wenn sie auf dem Wasser gelandet sein sollten, sind die Überlebenschancen in diesem Stadium gering."

Der Pilot habe kurz vor dem Verschwinden der Maschine bei der Luftraumüberwachung darum gebeten, die Flughöhe verringern zu dürfen. Kurz darauf habe die Luftraumüberwachung auf Jersey den Kontakt zu dem Kleinflugzeug verloren.

Die Polizei setzte die Suche nach dem verschollenen Flugzeug am Mittwochmorgen fort. "Wir haben die Suche wieder aufgenommen", erklärte die Polizei im Onlinedienst Twitter. Zwei Flugzeuge sollen demnach die Meeresoberfläche und die Küste der Insel Alderney sowie vorgelagerte Felsen und kleinere Inseln im Ärmelkanal absuchen.

Argentiniens Fußballlegende Diego Maradona sagte auf das Verschwinden seines Landsmanns angesprochen, er hoffe, dass die Maschine versehentlich den falschen Flughafen angeflogen habe "und dass man ihn lebend findet". 

In Salas Heimatstadt Progreso sagte der Vater des Verschollenen, Horacio Sala: "Die Zeit verstreicht und ich weiß nichts, das lässt mich das Schlimmste befürchten." Die Mutter des Spielers, Mercedes Sala, sagte im argentinischen Fernsehen, dass die Maschine dem Cardiff-Clubchef Mehmet Dalman gehöre. Dalman widersprach "kategorisch": "Das Flugzeug hatte nichts mit Cardiff City zu tun." 

Der Verein habe Sala angeboten, für seinen Flug zu zahlen - "um ehrlich zu sein, ein Linienflug". Aber der Spieler habe seine "eigenen Vorbereitungen" getroffen, sagte Dalman. Er wisse nicht, wer den Flug organisiert habe.

Cardiff-Manager Ken Choo äußerte sich "sehr schockiert". "Wir beten weiter für positive Nachrichten." Sala hätte am Dienstag zum Team stoßen sollen.

Der Clubpräsident des Fußballvereins San Martín Athletic Club in Progreso, Daniel Ribero, sprach von "Stunden der Unsicherheit, viel Schmerz, viel Traurigkeit". Der Verein setzte am Dienstag das Training aus. Fans legten Blumen am Stadion nieder.

Salas Ex-Verein Nantes verschob sein Pokalspiel gegen Entente Sannois Saint-Gratien von Mittwoch auf Sonntag. Hunderte Fans kamen zu einer Trauerkundgebung zusammen.

Sala hatte erst am Samstag einen Vertrag zum Wechsel vom französischen Club FC Nantes zum Premier-League-Verein Cardiff unterzeichnet. Die Ablösesumme soll 17 Millionen Euro betragen haben. Am Montag hatte der Stürmer im Trainingszentrum von Nantes seine Sachen abgeholt, bevor er sich auf den Weg nach Großbritannien machte.

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