Wirtschaft

Umfrage: Mehrheit hält Bau von Nord Stream 2 für richtig

  • dts - 21. Januar 2019, 08:19 Uhr
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Castoro 10 beim Bau von Nord Stream 2
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Berlin - Zwei der Drittel der Bundesbürger (67 Prozent) sind der Überzeugung, dass Deutschland sich nicht durch verstärkten Erdgas-Import aus Russland in eine gefährliche Abhängigkeit begibt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Mediengruppe RTL. Entsprechende Behauptungen von US-Präsident Donald Trump und seinem Berliner US-Botschafter David Grenell halten die Deutschen im sogenannten "RTL/n-tv-Trendbarometer" mehrheitlich für abwegig.

Hintergrund ist der Bau einer zweiten Gasleitung durch die Ostsee (Nord Stream 2), durch die Deutschland direkt mit russischem Erdgas versorgt werden kann. 73 Prozent der Bundesbürger halten den Bau für richtig; nur 16 Prozent meinen, "man sollte darauf verzichten". US-Präsident Trump hatte mehrfach gewarnt, Deutschland würde durch die Gas-Pipeline "total von Russland kontrolliert", die Sicherheit Europas sei in Gefahr. Dieser Warnung glauben mehrheitlich nur Anhänger der AfD (52 Prozent), die deutliche Mehrheit der restlichen Bevölkerung glaubt das nicht.

Das liegt auch daran, dass fast alle Bundesbürger den Motiven des US-Präsidenten misstrauen: Nur vier Prozent nehmen ihm ab, dass es ihm um das Wohl Europas und Deutschlands gehe, 90 Prozent dagegen sind sicher: Trump will nur US-Flüssiggas in Europa verkaufen. Als "ungewöhnlich und ungehörig" bewerten 91 Prozent der Deutschen, dass der US-Botschafter Grenell deutschen Unternehmen, die am Bau der Gas-Pipeline beteiligt sind, mit Strafen und Sanktionen gedroht hat. 77 Prozent der Bundesbürger empfinden die Drohungen gegen Deutschland als Erpressung. "Die Deutschen sehen deutlich, dass die Auseinandersetzung über Nord Stream 2 nicht politisch, sondern wirtschaftlich motiviert ist", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner der Mediengruppe RTL. Zwei Drittel der Bundesbürger wüssten, dass der Energiebedarf Deutschlands in den nächsten Jahren nicht alleine durch erneuerbare Energien gedeckt werden könne, sondern auch weiterhin herkömmliche Energiearten wie Erdgas benötigt würden.

"Und das sollte bei zu Ende gehenden Energievorräten in Norwegen und anderen Ländern eher aus Russland als aus den USA importiert werden." Die Daten für die Umfrage wurden am 17. und 18. Januar erhoben. Dabei wurden 1.004 Personen befragt.

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