Politik

Bundesländer erwarten harte Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst

  • AFP - 20. Januar 2019, 10:21 Uhr
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Tarifverhandlungen beginnen am Montag
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Die Bundesländer richten sich auf harte Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst ein. Die Forderungen der Gewerkschaften seien 'nicht finanzierbar', sagte der Verhandlungsführer der Länder, Matthias Kollatz (SPD). Verdi bekräftigte die Forderungen.

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Die Bundesländer richten sich auf harte Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst ein. Vor Beginn der Gespräche am Montag wies der Verhandlungsführer der Länder, Matthias Kollatz (SPD), die Gewerkschaftsforderungen als unbezahlbar zurück. Die Forderungen von Verdi und Deutschem Beamtenbund (dbb) würden nach Berechnungen der Länder 1,3 Milliarden Euro im Jahr kosten, sagte er der "Bild am Sonntag". Verdi-Chef Frank Bsirske bekräftigte dagegen die Forderungen.

"Wir haben eine positive wirtschaftliche Situation, und es ist auch wichtig, dass die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes daran beteiligt werden", sagte Kollatz. "Aber die Forderungen sind so nicht umsetzbar." Der Berliner Finanzsenator ist Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Die TdL führt die am Montag beginnende Tarifrunde für 15 Bundesländer mit Ausnahme von Hessen.

Den Funke-Zeitungen vom Wochenende sagte Kollatz: "Ich erwarte schwierige Verhandlungen." Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Beamtenbund fordern sechs Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch monatlich 200 Euro mehr sowie eine Anhebung der Löhne bei Pflegeberufen um monatlich 300 Euro.

Die Forderungen der Gewerkschaften summieren sich laut Kollatz auf zehn Prozent Lohn- und Gehaltssteigerung pro Jahr. "Die Arbeitnehmervertreter wissen, dass das nicht das Ergebnis sein wird", sagte er den Funke-Zeitungen.

Verdi-Chef Bsirske begründete die Forderungen mit dem demographischen Wandel. Nur mit einem ansprechenden Gehalt könne ein Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst abgewendet werden. "Jeder vierte Beschäftigte im Länderbereich geht in den kommenden Jahren in Rente", sagte er der "Bild am Sonntag". "Es müssen also genügend Ersatzarbeitskräfte gefunden werden, damit der öffentliche Dienst funktionstüchtig bleibt." Die Länder müssten auch beim Lohn attraktiv sein für die notwendigen Nachwuchskräfte.

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