Politik

Alice Merton wünscht sich zweites Brexit-Referendum

  • dts - 20. Januar 2019, 08:17 Uhr
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Wahlaufforderung für "Brexit"-Referendum
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Berlin - Die Popsängerin Alice Merton wünscht sich nach den Brexit-Chaostagen dieser Woche eine neue Abstimmung. "Ich hoffe, dass es ein zweites Referendum gibt", sagte Merton der "Welt am Sonntag".

Nach allem, was erst jetzt über die Folgen eines solchen Schrittes bekannt geworden sei, glaube sie, dass eine neuerliche Abstimmung zu einem anderen Ergebnis führen würde. Sie habe erst Mitte dieser Woche mit ihren Eltern telefoniert. "Wir haben es sehr positiv aufgenommen, dass der von Theresa May vorgeschlagene Deal keine Zustimmung bekam", sagte sie. Merton wurde 1993 in Frankfurt am Main geboren, ihr Vater ist Engländer, ihre Mutter Deutsche, beide leben in England.

Merton hatte 2016 gleich mit ihrem Debüt-Song "No Roots" einen Welt-Hit. In dem Lied singt sie davon, sich einerseits heimatlos, ohne Wurzeln, zu fühlen, sich aber zugleich mit vielen Ländern, in denen sie gelebt hat, identifizieren zu können. Das Lied spiegelt ihre eigenen Erfahrungen: Weil ihre Familie oft umzog, lebte die gebürtige Frankfurterin in den USA, Kanada, Großbritannien und Deutschland, wo sie inzwischen in Berlin wohnt und arbeitet. Kürzlich ist ihr Debüt-Album "Mint" erschienen.

Dass viele, vor allem jüngere Briten am Brexit-Referendum vor zweieinhalb Jahren nicht teilgenommen hatten, sieht die Sängerin kritisch. "Ich habe den Eindruck, dass viele das Referendum nicht wirklich ernst genommen haben, auch weil ihnen die Folgen eines Brexits nicht wirklich klar waren", sagte Merton der Sonntagszeitung. "Ich jedenfalls hätte mir nie vorstellen können, dass Großbritannien je aus der EU austreten würde." Sie selbst habe damals nicht abgestimmt, weil sie keine Wahlberechtigung hatte, da sie in Berlin gemeldet war, sagte sie. Merton ist überzeugt davon, dass sich ihre Generation, würde es zu einem zweiten Referendum kommen, stärker engagierte. "Nachdem jetzt alle sehen, welche Folgen der Brexit hätte? Auf jeden Fall", sagte sie. "Schauen Sie sich nur die vielen Protest an, die es derzeit in London gibt."

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