Brennpunkte

Kramp-Karrenbauer will Flüchtlingspolitik seit 2015 auf den Prüfstand stellen

  • AFP - 13. Januar 2019, 00:02 Uhr
Bild vergrößern: Kramp-Karrenbauer will Flüchtlingspolitik seit 2015 auf den Prüfstand stellen
Neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer
Bild: AFP

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer will sämtliche migrationspolitische Maßnahmen seit Beginn der Flüchtlingskrise 2015 auf den Prüfstand stellen. Außerdem sprach sie sich vor der CDU-Vorstandsklausur für eine Entlastung von Unternehmen aus.

Anzeige

Die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer will sämtliche migrationspolitische Maßnahmen seit Beginn der Flüchtlingskrise 2015 auf den Prüfstand stellen. "Unsere Sicherheitsbehörden müssen durchsetzungsfähiger werden, auch im Bereich der gesamten Migration", sagte Kramp-Karrenbauer der "Welt am Sonntag". Noch im Februar wolle die CDU "dazu ein Werkstattgespräch führen". Dabei gehe es "um eine Generalaussprache beginnend mit den Entscheidungen 2015 bis heute".

"Wir werden uns die gesamte Einwanderungsfrage von dem Schutz der Außengrenze über die Asylverfahren bis zur Integration unter dem Gesichtspunkt der Wirksamkeit anschauen", sagte Kramp-Karrenbauer. Zusammen mit Experten von der EU-Grenzschutzbehörde Frontex bis zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) werde geprüft, "was an welcher Stelle verbessert werden" müsse. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat laut "WamS" das Reden über das Jahr 2015 als "verplemperte Zeit" bezeichnet. Kramp-Karrenbauer widersprach dieser Auffassung: "Sie wäre verplempert, wenn wir diese Debatte darauf verengen. Es wäre aber ebenfalls ein seltsamer Zustand, wenn wir in der CDU das Thema umfassend behandeln und das Jahr 2015 ausklammern würden", sagte die neue Parteichefin.

Einen Monat nach Kramp-Karrenbauers Wahl an die Parteispitze kommt der Bundesvorstand der Christdemokraten am Sonntag in Potsdam zu einer zweitägigen Klausurtagung über das Arbeitsprogramm 2019 zusammen. Kramp-Karrenbauer nannte in der "WamS" die Konjunkturpolitik als weiteres wichtiges Thema. "Wir müssen überlegen, wie wir die Binnenkonjunktur und unsere Wettbewerbssituation stärken können, etwa indem wir die Abgabenlast für Betriebe verringern durch eine Unternehmenssteuerreform", sagte die CDU-Chefin.

Sie kritisierte, dass Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) Steuerentlastungen erst bei einer konjunkturellen Eintrübung vorsehe. Die Bundesregierung solle damit nicht darauf warten, "dass die Konjunktur schwächer wird". SPD und Linkspartei warf Kramp-Karrenbauer vor, die Diskussion über die Abschaffung des Solidaritätszuschlags für eine Neid-Debatte zu missbrauchen. 

"Sie bezeichnen die zehn Prozent der Bevölkerung, die bisher nicht entlastet werden, als superreich", kritisierte Kramp-Karrenbauer. Dass es sich dabei oft um kleinere und mittlere Unternehmen handele, die zum Wohle aller Bürger entlastet werden sollten, verschwiegen die beiden Parteien. 

Kramp-Karrenbauer kritisierte überdies Wortmeldungen von CDU-Politikern zu Kanzlerkandidaturen als "völlig überflüssig". EU-Kommissar Günter Oettinger hatte sich Anfang Januar für eine Kanzlerkandidatur von Friedrich Merz ausgesprochen. "Wir haben eine Kanzlerin. Bevor wir über Kandidaturen reden, müssen wir gemeinsam die CDU in den Zustand bringen, der erfolgreiche Wahlkämpfe zulässt", mahnte Kramp-Karrenbauer. 

Sie beanspruchte für sich das Recht, den Kanzlerkandidaten vorzuschlagen. "Das galt für alle Vorsitzende der CDU und das wird auch für mich gelten", sagte sie der "WamS".

Die News Kramp-Karrenbauer will Flüchtlingspolitik seit 2015 auf den Prüfstand stellen wurde von AFP am 13.01.2019 in der Kategorie Brennpunkte mit den Stichwörtern D, Parteien, CDU, Migration, Flüchtlinge, Konjunktur, Unternehmen, Steuern abgelegt.

Weitere Meldungen

Fall Rebecca: Haftbefehl gegen Schwager aufgehoben

Berlin - Im Fall der vermissten 15-jährigen Rebecca aus Berlin ist der Haftbefehl gegen den Schwager der Vermissten aufgehoben worden. Grund sei, dass der Ermittlungsrichter beim

Mehr
Neue Luftangriffe auf Dschihadisten in letzter Bastion in Syrien

Nach zweitägiger Pause steht die  letzte Bastion der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Osten Syriens wieder unter Beschuss. Flugzeuge der internationalen

Mehr
Erdogan: Islamfeindlichkeit wie den Antisemitismus nach dem Holocaust bekämpfen

Islamfeindlichkeit muss nach Worten des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan so  bekämpft werden wie "der Antisemitismus nach dem Holocaust". "Auf dieselbe Weise wie sie

Mehr

Top Meldungen

Illegale Exportpraktiken: EU erhöht Druck auf China

Brüssel - Die EU-Kommission geht gegen chinesische Unternehmen wegen der Umgehung von Antidumpingzöllen vor. Die Brüsseler Behörde werde am Freitag eine offizielle Untersuchung

Mehr
Höchster Anstieg der Löhne seit 2011

Die Löhne in Deutschland sind im vergangenen Jahr um 3,1 Prozent gestiegen. Das war der höchste Anstieg seit 2011, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag

Mehr
Bauern kritisieren geplante Verschärfung der Düngeregeln

Berlin - An der neuerlich geplanten Verschärfung der Düngeregeln gibt es massive Kritik aus Politik und Wirtschaft. Bauernpräsident Joachim Rukwied und Niedersachsens

Mehr