Politik

Handwerk droht mit Verfassungsklagen gegen Soli-Pläne der Koalition

  • 12. Januar 2019, 10:01 Uhr
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Schreiner mit einem Türrahmen
Bild: AFP

Das deutsche Handwerk plant Verfassungsklagen gegen die Koalitionspläne zur Beibehaltung des Solidaritätszuschlags für zehn Prozent der Steuerzahler. 'Wir werden das verfassungsrechtlich überprüfen lassen, wenn die Bundesregierung an dem Plan festhält', sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer der 'Rheinischen Post' vom Samstag.

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Das deutsche Handwerk plant Verfassungsklagen gegen die Koalitionspläne zur Beibehaltung des Solidaritätszuschlags für zehn Prozent der Steuerzahler. "Wir werden das verfassungsrechtlich überprüfen lassen, wenn die Bundesregierung an dem Plan festhält, nur 90 Prozent der Steuerzahler beim Soli zu entlasten", sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Samstag. Der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) werde Verfassungsklagen von Betrieben tatkräftig unterstützen.

Rund um Deutschland herum würden die Unternehmenssteuern gesenkt, sagte Wollseifer. "Der Solidarzuschlag muss deshalb sehr schnell noch innerhalb dieser Legislaturperiode und für alle Einkommensteuerzahler abgeschafft werden", forderte er. Hier müsse er Finanzminister Olaf Scholz (SPD) widersprechen: "Bleibt der Soli für die oberen zehn Prozent der Steuerzahler erhalten, trifft das nicht nur Millionäre, sondern auch massiv Handwerksbetriebe und deren Mitarbeiter, also unsere Leute", erklärte der ZDH-Präsident. 

"Denn etwa 80 Prozent unserer Handwerker sind Einzelunternehmer. Wenn ein Handwerker 61.000 Euro im Jahr versteuern muss, hat er davon meistens noch nicht einen Euro entnommen für den eigenen Lebensunterhalt", sagte Wollseifer.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erteilte Rufen nach einer vollständigen Abschaffung des Solidaritätszuschlag indes eine klare Absage. Im Koalitionsvertrag sei vereinbart, 90 Prozent der gegenwärtigen Beitragszahler bis zum Ende der Legislaturperiode von der Abgabe zu befreien, sagte Heil der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag. Er wies darauf hin, dass Gutverdiener lediglich noch in einer "Übergangsphase" einen Beitrag leisten müssten. "Das ist vertretbar, und daran wird die SPD nicht rütteln."

Zuvor hatte bereits Finanzminister Scholz Forderungen der CDU/CSU nach einer vollständigen Abschaffung des Zuschlages erneut zurückgewiesen. Bereits durch den geplanten Wegfall des Soli für 90 Prozent der Steuerzahler habe der Bund pro Jahr um zehn Milliarden Euro geringere Einnahmen, sagte er dem SWR. "Die übrigen zehn Prozent zu entlasten, wäre noch mal so viel." Dies liege daran, dass es dabei um Bezieher sehr hoher Einkommen gehe, die Millionen verdienten. 

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