Politik

Ex-Brexit-Minister Davis macht Deutschland und EU schwere Vorwürfe

  • AFP - 11. Januar 2019, 21:57 Uhr
Bild vergrößern: Ex-Brexit-Minister Davis macht Deutschland und EU schwere Vorwürfe
David Davis
Bild: AFP

Der frühere britische Brexit-Minister David Davis hat die Position Deutschlands und der EU bei den Verhandlungen über ein Austrittsabkommen mit dem Vereinigten Königreich im neuen 'Spiegel' scharf kritisiert.

Anzeige

Der frühere britische Brexit-Minister David Davis hat die Position Deutschlands und der EU bei den Verhandlungen über ein Austrittsabkommen mit dem Vereinigten Königreich scharf kritisiert. "Europa war entschlossen, dafür zu sorgen, dass wir keinerlei Vorteile haben würden", sagte Davis in der neuen Ausgabe des "Spiegel".

Während sein Land in den Brexit-Verhandlungen versucht habe, "einen guten Ausgang für alle Seiten" zu finden, habe Brüssel voll auf Härte gesetzt. "Tatsächlich sagte Frau Merkel sinngemäß, dass Großbritannien auf keinen Fall vom Brexit profitieren dürfe." Davis war im vergangenen Juli von seinem Ministeramt zurückgetreten, weil er die Verhandlungsstrategie von Premierministerin Theresa May gegenüber Brüssel als zu weich empfand.

Dem von May ausgehandelten Deal mit der EU prophezeite Davis ein schnelles Ende. Das britische Parlament werde ihn kommende Woche ablehnen - "und er wird auch scheitern, wenn man ihn, mit ein paar kosmetischen Korrekturen, ein zweites oder drittes Mal zur Abstimmung bringt". 

Er halte ein Ausscheiden aus der EU ohne jeden Deal für "beherrschbar", sagte Davis. "Gut möglich, dass wir Lkw-Staus haben werden. Wer weiß, vielleicht werden wir auch feindselige Aktionen europäischer Staaten erleben. Aber was auch immer passiert, nach einem Jahr wird sich das alles gegeben haben." Anderslautende Vorhersagen bezeichnete er als "Angstmachergeschichten".

Das britische Parlament stimmt am Dienstag über das Austrittsabkommen mit der EU ab. Eine Ablehnung gilt als wahrscheinlich. Damit droht Ende März ein ungeregelter EU-Austritt mit gravierenden Folgen für die Wirtschaft.

Die News Ex-Brexit-Minister Davis macht Deutschland und EU schwere Vorwürfe wurde von AFP am 11.01.2019 in der Kategorie Politik mit den Stichwörtern D, Großbritannien, Brexit abgelegt.

Weitere Meldungen

May ruft Abgeordnete erneut zur Annahme des Brexit-Abkommens auf

Die britische Premierministerin Theresa May will weiter für einen geordneten EU-Austritt ihres Landes kämpfen. "Ich hoffe leidenschaftlich, dass die Abgeordneten einen Weg finden,

Mehr
EVP setzt Mitgliedschaft von Orban-Partei bis auf Weiteres aus

Die konservative Europäische Volkspartei (EVP) hat vorerst auf einen Ausschluss der Fidesz-Partei des ungarischen Regierungschefs Viktor Orban verzichtet. Die politische

Mehr
UN-Menschenrechtskommissarin Bachelet kritisiert Strafmaßnahmen gegen Venezuela

UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet hat ihre Kritik an den Wirtschaftssanktionen der USA gegen Venezuela verstärkt. Einen Tag nach der Ankündigung neuer Strafmaßnahmen

Mehr

Top Meldungen

US-Notenbank lässt Leitzins unverändert und will ihn 2019 gar nicht mehr erhöhen

Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Leitzins am Mittwoch erneut unverändert gelassen und will diesen Kurs das Jahr über fortsetzen. Es gelte weiter weiter ein Leitzins von

Mehr
US-Notenbank lässt Zinsen unverändert

Washington - Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den Leitzins am Mittwoch unverändert belassen. Der Leitzinssatz bewegt sich damit weiterhin in einer Spanne zwischen 2,25

Mehr
BMW-Bilanzpressekonferenz 2019: Angriffslustig in die Zukunft


Entschlossen und angriffslustig blickt die BMW Group in die Zukunft. "Wir befinden uns im Angriffsmodus", formulierte Vorstandsvorsitzender Harald Krüger die

Mehr