Politik

Tschechen protestieren auf Plakatwänden gegen Ministerpräsident Babis

  • AFP - 11. Januar 2019, 19:38 Uhr
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Auch Rockstar Krystof Michal nahm an der Aktion teiln
Bild: AFP

Knapp hundert Tschechen machen derzeit ihre Wut auf den unter Korruptionsverdacht stehenden Regierungschef Andrej Babis öffentlich: Im ganzen Land erschienen auf riesigen Plakatwänden ihre Fotos mit dem Satz: 'Ich schäme mich für meinen Ministerpräsidenten.'

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Dutzende Tschechen lassen es sich derzeit einiges kosten, ihre Wut auf den unter Korruptionsverdacht stehenden Regierungschef Andrej Babis öffentlich zu machen: Im ganzen Land erschienen in dieser Woche auf riesigen Plakatwänden die Fotos von fast 100 Bürgern und Prominenten mit der Aufschrift: "Ich schäme mich für meinen Ministerpräsidenten." 

Die Aktion geht auf Jaroslav Polacek, den Chef einer Werbeagentur, zurück. Freunde aus dem Ausland hätten ihn gefragt, ob Tschechien eine "Bananenrepublik" sei, weil Babis trotz der Korruptionsvorwürfe weiter regieren könne, sagte Polacek der Nachrichtenagentur AFP. Seine Reaktion sei nicht Ärger, sondern Scham gewesen - und da sei ihm die Idee zu der Kampagne gekommen.

Wer mitmachen will, muss für die Plakate 175 Euro zahlen, Polacek kümmert sich nur um Grafik und Druck. Zu den Teilnehmern gehört auch Frontmann Krystof Michal von der Rockband Portless. "Ich denke, Babis ist nicht der Richtige für das Amt des Ministerpräsidenten, auch wenn er gewählt wurde und man das respektieren muss", sagt der populäre Sänger.

Der Chef der populistischen Bewegung ANO und zweitreichste Mann Tschechiens steht in Verdacht, 2007 und 2008 mit einem seiner Unternehmen unrechtmäßig EU-Subventionen in Millionenhöhe eingestrichen zu haben. Er weist die Vorwürfe zurück. Seine Kritiker von den Plakatwänden lud der 64-Jährige zu einem Treffen ein, um sie davon zu überzeugen, "dass ich Tschechien gut repräsentiere und es nichts gibt, für das man sich schämen muss".

Dieselbe Plakatkampagne war im Jahr 2005 schon einmal gegen den damaligen sozialdemokratischen Regierungschef Stanislav Gross gestartet worden. Der 2015 verstorbene Politiker musste wegen einer Affäre um zweifelhafte Kredite noch im selben Jahr zurücktreten.

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