Politik

Ausschreitungen bei Rechten-Kundgebung gegen UN-Migrationspakt in Brüssel

  • 16. Dezember 2018, 19:39 Uhr
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Viele der Demonstranten waren flämische Nationalisten
Bild: AFP

Tausende Belgier sind am Sonntag in Brüssel gegen den UN-Migrationspakt auf die Straße gegangen. Mindestens 5.500 Menschen kamen zu der Kundgebung eines rechtsradikalen Parteienbündnisses. Dabei gab es auch Ausschreitungen.

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In Brüssel sind am Sonntag mehrere tausend Menschen einem Aufruf rechtsradikaler Parteien zu Protesten gegen den UN-Migrationspakt gefolgt. Bei der Kundgebung im Europaviertel kam es zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten, von denen einige die Gebäude der EU angriffen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Bis zum Abend nahm sie nach Angaben der Agentur Belga mindestens 90 Menschen fest.

Die Polizei bezifferte die Zahl der Kundgebungsteilnehmer auf rund 5500. Mehrere der Demonstranten beschädigten nach Behördenangaben die Außenfassaden von Gebäude der Europäischen Union und bewarfen Polizisten mit Gegenständen. Drei Menschen wurden laut Staatsanwaltschaft wegen Sachbeschädigungen am EU-Kommissionsgebäude in Gewahrsam genommen, zwei weitere wegen "bewaffneter Rebellion".

Die Demonstranten forderten auch den Rücktritt von Premierminister Charles Michel, dessen Regierungsbündnis am Streit um den Migrationspakt zerbrochen war. "Unser Volk zuerst" und "Wir haben genug, geschlossene Grenzen" stand auf Schildern der Kundgebungsteilnehmer.

Die rechte Demonstration war als "Marsch gegen Marrakesch" von der Jugendorganisation der fremdenfeindlichen Partei Vlaams Belang sowie einem dutzend anderer vorwiegend flämischer rechtsradikaler Organisationen initiiert worden. In der marokkanischen Stadt hatten am vergangenen Montag 150 Staaten, darunter Belgien, dem umstrittenen UN-Migrationspakt zugestimmt. Aus Proteste verließ die flämische Nationalisten-Partei N-VA die Koalition. 

Eine Gegendemonstration versammelte sich am Sonntag in einem anderen Brüsseler Stadtviertel, daran nahmen nach Polizeiangaben rund tausend Menschen teil. Beide Kundgebungen waren zunächst von den Brüsseler Behörden aus Angst vor Ausschreitungen untersagt worden. Der belgische Staatsrat entschied jedoch, dass die Demonstrationen stattfinden dürfen.

Die News Ausschreitungen bei Rechten-Kundgebung gegen UN-Migrationspakt in Brüssel wurde von AFP am 16.12.2018 in der Kategorie Politik mit den Stichwörtern Belgien, UNO, EU, Regierung, Migration abgelegt.

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