Motor

Test Skoda Kodiaq RS: Der Dynamiker

  • 12. Dezember 2018, 17:10 Uhr
Bildergalerie: Test Skoda Kodiaq RS: Der Dynamiker
Skoda Kodiaq RS. Foto: Auto-Medienportal.Net/Skoda

.

Anzeige

Ein Leisetreter ist der jüngste Skoda ganz bewusst nicht. Der Kodiaq in der Variante RS zeigt in der Fahreinstellung Sport bereits im Stand nach dem Starten seine sportlichen Ambitionen. Dank des ,,Dynamic Sound Bossters" hebt sich der SUV akustisch von den ,,zivilen Versionen" des Erfolgsmodells aus Mlada Boleslav deutlich ab. Zudem kann der Fahrer den Sound mittels Individual Modus seinen Vorlieben anpassen. Allerdings sollte man frühmorgens doch eher das leisen Comfort-Profil wählen, um die Nachbarschaft nicht aus den Betten zu jagen.

Dass der RS seinem sportlichen Anspruch gerecht wird, bescheinigte dem Kodiaq RS bereits vor seiner Markteinführung die Rennfahrerin Sabine Schmitz, die den SUV auf dem Nürburgring zu einem Rekord für siebensitzige SUV fuhr. Für die 20,832 Kilometer lange Nordschleife benötigte die Pilotin, die als bisher einzige Frau das 24-Stunden-Rennen in der ,,grünen Hölle" gewinnen konnte 9:29,84 Minuten und war nach der Rekordrunde sichtlich beeindruckt: ,,Das Auto sieht sportlich aus, und es fährt sich auch sportlich. Ich hatte gedacht, dass ein siebensitziges SUV auf einer so anspruchsvollen Strecke wie der Nordschleife schwierig zu fahren ist. Aber das Handling war perfekt und das Auto einfach zu beherrschen."

Nun werden die wenigsten Skoda-Kunden mit dem Kodiaq RS auf Rekordjagd gehen, doch sie werden seine dynamischen Qualitäten auch außerhalb von Rennstrecken zu schätzen wissen. Als Antrieb spendierten die Techniker dem RS den bislang stärksten Diesel in der Geschichte der Marke. Der Zwei-Liter-TDI leistet dank Biturbotechnik 240 PS (176 kW) und beschleunigt so in 6,9 Sekunden von Null auf 100 km/h. Bei 221 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Diese Kraftentfaltung erreicht der RS, ohne Fahrer und Passagiere übermäßig akustisch zu belästigen. Die Soundmaschine ist eher für das Publikum gedacht, das darauf verwundert reagiert. Denn diese Geräuschkulisse erwartet man nicht unbedingt von einem Skoda.

Das maximale Drehmoment von 500 Newtonmeter liegt bereits zwischen 1750 und 2500 Umdrehungen an, sodass ständig ausreichend Leistung vorhanden ist, wenn es mal ein wenig dynamischer sein darf. Angesichts der (weitgehend ungerechtfertigten) Verteufelung des Diesels überrascht, dass Skoda beim stärksten Modell der Kodiaq-Baureihe den Selbstzünder als Antrieb wählte. Doch die Verbrauchswerte sprechen für die Technik, die einen Normverbrauch von 6,4 Liter erreicht und dank Oxidationskatalysator, einem direkt am Motor platzierten Dieselpartikelfilter sowie der Abgasnachbehandlung durch einen SCR-Katalysator die strenge Abgasnorm 6d Temp schafft. Fahrverbote sind also kein Thema.

Wie die anderen Versionen des Kodiaq ist auch der RS ein angenehmer automobiler Zeitgenosse, der den Fahrer nicht vor Probleme stellt. Dazu trägt entscheidend die Progressivlenkung an, die speziell auf den RS abgestimmt wurde. Doch bei Bedarf verwandelt sich der immerhin 1,88 Tonnen schwere SUV in einen dynamischen Sportler, der sich dank des serienmäßigen Allradantriebs auch außerhalb geschlossener Asphaltdecken durch das Gelände wühlt. Der Allradantrieb bewährt sich aber auch bei widrigen Witterungsverhältnissen und schaltet, ohne dass der Fahrer es bemerkt, automatisch zu. Innerhalb von Millisekunden erfolgt die Umstellung des Antriebs über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Die serienmäßige adaptive Fahrwerksregelung passt die Dämpferabstimmung jederzeit dem aktuellen Fahrzustand oder dem jeweiligen Untergrund an.

Damit der RS auf Anhieb als Sportler in der Kodiaq-Familie erkannt wird, bekam der Dynamiker ein neues RS-Logo, rote Bremssättel und rollt zum ersten Mal in der Markengeschichte auf 20-Zoll-Rädern. Licht in die Dunkelheit bringt LED-Technik für die Front und Heck, im Innenraum betonen Alcantara-Bezüge mit Kontrastnähten an Sitzen und Türverkleidung die sportliche Ausrichtung des Modells. Der Fahrer blickt auf ein serienmäßiges virtuelles Cockpit, das er nach seinen Vorstellungen programmieren kann.
Auch der Kodiaq RS wird Skodas Anspruch ,,Simply Clever" gerecht. Dazu gehören unter anderem ein Fach für den Regenschirm in der Vordertür, ein Fehlbetankungsschutz, Abfalleimer in der Türverkleidung und eine elektrische Heckklappe inklusive Tip-To-Close-Funktion.
Die Preisliste für den Skoda Kodiaq RS beginnt bei 49 990 Euro.


Daten Skoda Kodiaq RS

Länge x Breite x Höhe (m): 4,69 x 1,88 x 1,66
Radstand (m): 2,79
Motor: R4-Diesel, 1968 ccm, Biturbo, Direkteinspritzung
Leistung: 176 kW / 240 PS bei 5500 U/min
Max. Drehmoment: 500 Nm bei 1750-2500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 221 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 6,9 Sek.
Durchschnittsverbrauch: 6,4 Liter
Effizienzklasse: C/B
CO2-Emissionen: 167/163 g/km (Euro 6d Temp)
Leergewicht / Zuladung: min. 1880 kg / max. 616 kg
Kofferraumvolumen: 650-1960 Liter
Max. Anhängelast: 750 kg (ungebremst)/2300 kg (gebremst)
Luftwiderstandsbeiwert: 0,338
Wartungsintervalle: variabel nach Serviceanzeige
Garantie: 2 Jahre ohne Kilometerbegrenzung
Basispreis: 49 990 Euro

Die News Test Skoda Kodiaq RS: Der Dynamiker wurde von Walther Wuttke/ampnet am 12.12.2018 in der Kategorie Motor mit den Stichwörtern Fahrbericht, Fahrbericht, test, Skoda Kodiaq RS abgelegt.

Weitere Meldungen

Porsche führt den Cayman aufs Glatteis

Nachdem die Konzeptstudie Cayman GT4 Rallye bei der ADAC Rallye Deutschland 2018 positive Resonanz erntete, plant Porsche nun die Rückkehr in den Rallyesport. Hierzu entwickelt

Mehr
Verkaufsstart für den BMW X2 M35i

Zum Frühjahr 2019 erweitert BMW die X2-Baureihe um das neue Spitzenmodell M35i, dessen Verkauf jetzt gestartet ist. Sein 2,0-Liter-Twin-Power-Turbo liefert 306 PS (225 kW) und ein

Mehr
Skoda Scala startet später bei 17 350 Euro

Skoda öffnet die Bestellbücher für den komplett neu entwickelten Scala. Zum Marktstart wird es einen 1,0-Liter-Benziner mit 115 PS (85 kW) und einen 1,5-Liter-Turbomotor mit 150

Mehr

Top Meldungen

Plätze im ÖPNV durchschnittlich zu 22 Prozent ausgelastet

Wiesbaden - Im Jahr 2017 sind die Plätze der Fahrzeuge im gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) durchschnittlich zu 22 Prozent ausgelastet gewesen. Die Auslastung für

Mehr
Regierungsbau könnte erste Flugpläne am BER einschränken

Berlin - Die ersten Flugpläne des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg (BER) könnten bereits gleich nach der für 2020 geplanten Eröffnung empfindlich gestört werden. Grund

Mehr
Elektroindustrie auf Wachstumskurs


Die deutsche Elektroindustrie hat ihren Wachstumskurs auch 2018 fortgesetzt. Die preisbereinigte Produktion der Elektroindustrie stieg von Januar bis November 2018 um 2,8

Mehr