Technologie

China bestellt nach Festnahme von Huawei-Finanzchefin Kanadas Botschafter ein

  • AFP - 9. Dezember 2018, 02:55 Uhr
Bild vergrößern: China bestellt nach Festnahme von Huawei-Finanzchefin Kanadas Botschafter ein
Huawei ist der zweitgrößte Smartphone-Hersteller der Welt
Bild: AFP

Nach der Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Telekommunikationsriesen Huawei hat Peking den kanadischen Botschafter eingestellt. Vize-Außenminister Le Yucheng protestierte gegen die 'skrupellose und abscheuliche' Festnahme von Meng Wanzhou.

Anzeige

Nach der Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Telekommunikationsriesen Huawei hat Peking am Samstag den kanadischen Botschafter eingestellt. Wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, protestierte Vize-Außenminister Le Yucheng bei dem Gespräch mit dem Diplomaten John McCallum gegen die "skrupellose und abscheuliche" Festnahme von Meng Wanzhou.

Die 46-jährige Meng war am Samstag vergangener Woche auf Betreiben der USA bei einer Zwischenlandung in Vancouver festgenommen worden. Die US-Justiz wirft ihr einen betrügerischen Verstoß gegen Iran-Sanktionen der USA vor. Das Justizministerium in Washington strebt ihre Auslieferung an. Bei einer Verurteilung drohen ihr nach Angaben der kanadischen Justiz mehr als 30 Jahre Haft.

Vize-Außenminister Le sagte dem Botschafter, Mengs Inhaftierung sei ein "schwerwiegender Verstoß" gegen ihre Rechte und Interessen als chinesische Staatsbürgerin. Ihre Festnahme missachte das Gesetz und sei "unangemessen, skrupellos und abscheulich". Le forderte die sofortige Freilassung der Managerin und drohte andernfalls mit "ernsten Konsequenzen", für die Kanada zur Rechenschaft gezogen werden solle.

Meng ist die Tochter von Huawei-Gründer Ren Zhengfei. Sie bleibt noch bis mindestens Montag in Haft. Dann wird ein kanadisches Gericht voraussichtlich darüber entscheiden, ob sie gegen Kaution freigelassen wird. Die Entscheidung über ihre mögliche Auslieferung in die USA könnte sich monatelang hinziehen.

Mengs Festnahme hatte weltweit Ängste vor einer neuen Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China ausgelöst. Huawei ist ein Schlüsselkonzern für das chinesische Bestreben, zur führenden Wirtschaftsmacht der Welt aufzusteigen. Der Konzern ist bereits jetzt hinter Samsung und vor Apple der zweitgrößte Smartphone-Hersteller der Welt. In vielen Ländern wird Huawei allerdings eine zu große Nähe zur chinesischen Führung und zu den dortigen Sicherheits- und Geheimdiensten vorgeworfen.

Die News China bestellt nach Festnahme von Huawei-Finanzchefin Kanadas Botschafter ein wurde von AFP am 09.12.2018 in der Kategorie Technologie mit den Stichwörtern China, Kanada, USA, Diplomatie, Justiz, Unternehmen, Telekommunikation abgelegt.

Weitere Meldungen

Auch Vodafone will 5G-Versteigerung gerichtlich stoppen

Nach dem O2-Anbieter Telefónica will auch Vodafone die in der zweiten Märzhälfte geplante Versteigerung von Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G stoppen. Vodafone reichte

Mehr
So steht es um die Digitalsteuer


Eine Digitalsteuer für IT-Giganten ist schon lange im Gespräch. Jetzt wird es offenbar ernst, vor allem für die großen US-Digitalkonzerne. Denn das Bundesfinanzministerium

Mehr
SPD-Länder fordern mehr Anstrengungen für flächendeckenden Mobilfunk

Die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz haben im Vorfeld der geplanten Versteigerung der 5G-Frequenzen deutlich mehr Anstrengungen für eine flächendeckende

Mehr

Top Meldungen

Bericht: Bahn will verstärkt in Regionalnetze investieren

Berlin - Die Deutsche Bahn will laut eines Zeitungsberichts künftig verstärkt in Regionalnetze investieren. Der Konzern habe aus wirtschaftlichen Gründen lange Zeit Fern- und

Mehr
Wasser- und Stromversorgung im Visier internationaler Hacker

Berlin - In Deutschland ist die Gefahr deutlich gestiegen, dass Strom, Wasser oder andere lebenswichtige Versorgung durch Hackerangriffe ausfallen könnte. Die Sicherheitsbehörden

Mehr
Scholz will Elektroautos länger fördern

Berlin - Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) plant, die steuerliche Förderung von Elektroautos stark auszuweiten. "Die Hälfte aller Autos werden in Deutschland als Dienstwagen

Mehr