Technologie

Microsoft-Chef dringt auf Regulierung der automatischen Gesichtserkennung

  • AFP - 7. Dezember 2018, 10:01 Uhr
Bild vergrößern: Microsoft-Chef dringt auf Regulierung der automatischen Gesichtserkennung
Microsoft-Präsident Brad Smith
Bild: AFP

Der Chef des US-Softwaregiganten Microsoft, Brad Smith, hat in einem eindringlichen Appell neue Gesetze zur Regulierung der automatischen Gesichtserkennung gefordert. Bis dahin werde Microsoft für sich selbst Standards ausarbeiten und umsetzen.

Anzeige

Der Chef des US-Softwaregiganten Microsoft, Brad Smith, hat in einem eindringlichen Appell neue Gesetze zur Regulierung der automatischen Gesichtserkennung gefordert. Bis dahin werde Microsoft für sich selbst Standards ausarbeiten und umsetzen, kündigte Smith am Donnerstag in einer Rede bei der Brookings Institution und in einem Blog-Beitrag an. Er rief die Microsoft-Konkurrenten auf, dem Beispiel zu folgen.

Die neuen Gesetze sollten bereits im kommenden Jahr verabschiedet werden, forderte Smith. Konkret sprach er sich für mehr Transparenz, strenge Kontrollen der Gesichtserkennungsprogramme durch Menschen und Schutz der Privatsphäre aus. Wenn Algorithmen bei den Programmen wichtige Entscheidungen treffen, müsse Diskriminierung vorgebeugt und Meinungsfreiheit garantiert werden. Automatische Gesichtserkennung dürfe nur nach Anordnung durch ein Gericht eingesetzt werden.

Es handle sich dabei um eine "globale Herausforderung", der sich die Industrie direkt stellen müsse, sagte Smith. Ziel müsse es sein, einen Überwachungsstaat wie in George Orwells Roman "1984" zu verhindern.

Smith begründete seine Forderung auch unter Verweis auf zentrale Prinzipien der Demokratie. Ein Prinzip sei immer gewesen, dass Regierungen nicht über dem Gesetz stehen. "Heute müssen wir dafür sicherstellen, dass die Verwendung automatischer Gesichtserkennungsprogramme durch Regierungen der Herrschaft des Gesetzes untergeordnet bleibt."

Die News Microsoft-Chef dringt auf Regulierung der automatischen Gesichtserkennung wurde von AFP am 07.12.2018 in der Kategorie Technologie mit den Stichwörtern USA, Software, Regierung, Datenschutz abgelegt.

Weitere Meldungen

Auch Vodafone will 5G-Versteigerung gerichtlich stoppen

Nach dem O2-Anbieter Telefónica will auch Vodafone die in der zweiten Märzhälfte geplante Versteigerung von Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G stoppen. Vodafone reichte

Mehr
So steht es um die Digitalsteuer


Eine Digitalsteuer für IT-Giganten ist schon lange im Gespräch. Jetzt wird es offenbar ernst, vor allem für die großen US-Digitalkonzerne. Denn das Bundesfinanzministerium

Mehr
SPD-Länder fordern mehr Anstrengungen für flächendeckenden Mobilfunk

Die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz haben im Vorfeld der geplanten Versteigerung der 5G-Frequenzen deutlich mehr Anstrengungen für eine flächendeckende

Mehr

Top Meldungen

Scholz will Elektroautos länger fördern

Berlin - Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) plant, die steuerliche Förderung von Elektroautos stark auszuweiten. "Die Hälfte aller Autos werden in Deutschland als Dienstwagen

Mehr
Studie sagt Boom für Kompakt-Supermärkte voraus

Berlin - Kompakt-Supermärkte auf kleinster Fläche werden laut einer aktuellen Studie in den nächsten Jahren zu den wenigen Handelsformaten jenseits des E-Commerce zählen, die mit

Mehr
Merkel verteidigt Nord Stream 2

München - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die neue Gas-Pipeline Nord Stream 2 zwischen Russland und Deutschland verteidigt. "Bewusst politisch Russland auszuschließen halte ich

Mehr