Lifestyle

Hunderte Regierungsbeamte haben Nebenjobs

  • 7. Dezember 2018, 03:00 Uhr
Bild vergrößern: Hunderte Regierungsbeamte haben Nebenjobs
Bundeskanzleramt bei Nacht
dts

.

Anzeige

Berlin - Mehr als 1.000 Beamte der Bundesregierung haben im Jahr 2017 durch Nebentätigkeiten Geld verdient. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Parlamentsanfrage hervor, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben) berichten.

Vor allem Staatsdiener aus dem Bundesfinanzministerium besserten sich ihren Sold auf - um bis zu 30.000 Euro. Mindestens 68 Beamte im Finanzministerium hatten 2017 insgesamt mehr als 300 bezahlte Nebentätigkeiten. Allein die zehn bestbezahlten Nebenjobs brachten knapp 100.000 Euro ein. Grundsätzlich sind solche Nebentätigkeiten durch das Bundesbeamtengesetz gestattet.

Beamte dürfen zum Beispiel bezahlte Vorträge halten, wenn sie dadurch nicht in Konflikt mit ihren dienstlichen Pflichten geraten oder ihre Arbeitskraft zu stark beansprucht wird. Die Mehrzahl der Finanzbeamten ist auch im Nebenjob auf ihrem Fachgebiet aktiv. So arbeitete ein Beamter 2017 mindestens 416 Stunden in seiner Nebentätigkeit - das ist nach Bundesbeamtengesetz gerade noch erlaubt, entspricht einem Fünftel der Wochenarbeitszeit. Ein anderer hochrangiger Beamter ließ sich für die Aktualisierung eines Artikels 18.100 Euro zahlen.

Bei einem Arbeitsaufwand von 30 Stunden betrug der Stundenlohn mehr als 600 Euro. In der Abteilung IV des Ministeriums, die für Besteuerung zuständig ist, verdienen die Beamten besonders viel dazu. Mit durchschnittlich 1.342 Euro Nebenverdiensten pro Jahr verdienen sie im Schnitt dreimal mehr dazu als Beamte anderer Abteilungen. Mehr als die Hälfte der bestbezahlten Nebenjobs entfielen 2016 und 2017 auf diese Abteilung: Dabei geht es um Summen bis zu 17.000 Euro. Fabio di Masi, finanzpolitischer Sprecher der Linken im Bundestag, kritisiert die aktuelle Praxis. "Wer einem Beamten des Bundesfinanzministeriums 18.100 Euro überweist, investiert das Geld nicht aus Nächstenliebe", sagte di Masi, der die Anfrage stellte, den Funke-Zeitungen. "Wenn Beamte, die Gesetze schreiben, derartige Summen dazu verdienen, entsteht Abhängigkeit." Di Masi plädiert für schärfere Gesetze. "Beamte sollten auf der Gehaltsliste des Staates stehen und nicht von Verbänden und Unternehmen." Wenn die bisherige Rechtsprechung es den Ministerien nicht ermöglicht, die Nebentätigkeiten zu untersagen, müsse man daraus Konsequenzen ziehen: "Wir brauchen daher womöglich schärfere Gesetze."

Die News Hunderte Regierungsbeamte haben Nebenjobs wurde von dts am 07.12.2018 in der Kategorie Lifestyle mit den Stichwörtern Politik, Deutschland, Arbeitsmarkt abgelegt.

Weitere Meldungen

Mehr als 4400 Jahre altes Grab im ägyptischen Sakkara entdeckt

Ägyptische Archäologen haben ein tausende Jahre altes Grabmal eines Priesters in der Pyramidenanlage Sakkara nahe Kairo entdeckt. Das Grab sei "außergewöhnlich gut erhalten,

Mehr
CDU-Wirtschaftsflügel ermahnt Kramp-Karrenbauer

Berlin - Der Wirtschaftsflügel der CDU hat die neue Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer ermahnt, die Anhänger des unterlegenen Kandidaten Friedrich Merz bei der

Mehr
Brinkhaus will mehr Offenheit der CDU gegenüber Migranten

Berlin - Ralph Brinkhaus, der Vorsitzende der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, appelliert an seine Partei, sich offener gegenüber Migranten als mögliche Parteimitglieder zu

Mehr

Top Meldungen

Günther ruft Union zur Unterstützung des Fachkräfte-Einwanderungsgesetzes auf

Über den Gesetzentwurf der Bundesregierung für ein Fachkräfte-Einwanderungsgesetz ist vor der Kabinettssitzung am kommenden Mittwoch eine Debatte entbrannt. Schleswig-Holsteins

Mehr
Instone rechnet mit über einer Milliarde Euro Verkaufserlös

Essen - Das Essener Wohnungsbauunternehmen Instone Real Estate Group AG rechnet in diesem Geschäftsjahr mit Verkaufserlösen für laufende Projekte von mehr als einer Milliarde

Mehr
Wettbewerbsökonom kritisiert Regulierung des Taximarktes

Berlin - Der ehemalige Vorsitzende der Monopolkommission, Justus Haucap, hat der Bundesregierung mit Blick auf die Regulierung des Taxi- und Mietwagenverkehrs schwere

Mehr