Technologie

Facebook-Verwaltungsrat stellt sich hinter Sandberg

  • 6. Dezember 2018, 09:19 Uhr
Bild vergrößern: Facebook-Verwaltungsrat stellt sich hinter Sandberg
Sheryl Sandberg bei einer Anhörung in Washington im September
Bild: AFP

Der Verwaltungsrat von Facebook hat sich demonstrativ hinter die in die Kritik geratene Geschäftsführerin Sheryl Sandberg gestellt. Sie habe sich 'vollkommen angemessen' verhalten.

Anzeige

Der Verwaltungsrat von Facebook hat sich demonstrativ hinter die in die Kritik geratene Geschäftsführerin Sheryl Sandberg gestellt. In einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an den Präsidenten der Soros-Stiftung Open Society erklärt der Verwaltungsrat, Sandberg habe sich "vollkommen angemessen" verhalten. Die Managerin hatte lange bestritten, sie persönlich habe eine Untersuchung der Aktienkäufe des liberalen US-Philanthropen und Milliardärs George Soros angeordnet, nachdem dieser Facebook scharf kritisiert hatte.

Soros hatte Facebook auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar als "Bedrohung für die Gesellschaft" bezeichnet. Facebook musste vergangene Woche zugeben, dass Sandberg ihr Team beauftragte herauszufinden, ob Soros Facebook-Aktien für Leerverkäufe horte, um von einem Niedergang des Aktienkurs zu profitieren. 

Der Verwaltungsrat schrieb nun an den Chef der Open Society Foundation, Patrick Gaspard: "Wie nach einem Angriff einer solch bekannten und weithin respektierten Persönlichkeit zu erwarten ist, hat das Facebook-Team sofort Untersuchungen angestrengt, um die Motivation hinter dieser Kritik zu finden - sei sie finanzieller Art oder anderer." Diese Untersuchung sei bereits gelaufen, als Sandberg per E-Mail nachgefragt habe, ob Soros Facebook-Aktien horte. Dies sei in ihrer Rolle als Geschäftsführerin "vollkommen angemessen" gewesen.

Die 49-jährige Sandberg, Mitgründerin von Facebook, ist selbst Mitglied im Verwaltungsrat. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat sie bereits mehrfach gegen Kritik verteidigt.

Facebook wurde in diesem Jahr von einer Reihe von Krisen und Skandalen beherrscht. Im Frühjahr war ans Licht gekommen, dass die Daten von rund 87 Millionen Nutzern des Netzwerks bei der britischen Firma Cambridge Analytica gelandet und von ihr unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump benutzt worden waren. 

Ende September teilte Facebook dann mit, dass das Onlinenetzwerk zur Zielscheibe einer großangelegten Hackerattacke geworden sei. Die Täter erlangten dabei Zugriff auf die Daten von 29 Millionen Nutzern. Zuletzt sorgte der Bericht der "New York Times" für Wirbel, dass das Online-Netzwerk die Dienste des Beratungsunternehmens Definers in Anspruch genommen hatte. Definers wird vorgeworfen, Falschinformationen verbreitet zu haben, um Facebook-Kritiker zu diskreditieren. Auch Definers hatte sich mit Soros befasst.

Die News Facebook-Verwaltungsrat stellt sich hinter Sandberg wurde von AFP am 06.12.2018 in der Kategorie Technologie mit den Stichwörtern USA, Unternehmen, Internet abgelegt.

Weitere Meldungen

Bericht: Viele Paketboten arbeiten vor Weihnachten zu viel

Die Menge an Online-Bestellungen in der Weihnachtszeit hat einem Medienbericht zufolge Auswirkungen auf die Zahl der Verstöße gegen die Arbeitszeiterfassung bei Paketboten. Bei

Mehr
Nach neuerlicher Datenpanne bei Facebook ermittelt irische Behörde

Nach Bekanntwerden der neuerlichen Datenpanne beim Onlinenetzwerk Facebook haben die irischen Behörden Ermittlungen eingeleitet. Die irische Datenschutzbehörde DPC teilte am

Mehr
"Spiegel": Bundesamt spricht sich gegen Huawei-Boykott aus

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sieht keine konkreten Beweise für einen Spionageverdacht gegen den chinesischen Telekommunikationsriesen Huawei. Wie

Mehr

Top Meldungen

Wettbewerbsökonom kritisiert Regulierung des Taximarktes

Berlin - Der ehemalige Vorsitzende der Monopolkommission, Justus Haucap, hat der Bundesregierung mit Blick auf die Regulierung des Taxi- und Mietwagenverkehrs schwere

Mehr
Bahn-Angestellte bekommen mehr Lohn

Berlin - Die Bahn-Angestellten bekommen mehr Geld - weitere Streiks sind vorerst abgewendet. Mit dem in der Nacht erzielten Abschluss zwischen DB AG und der Eisenbahn- und

Mehr
Streiks bei der Bahn abgewendet

Berlin - Streiks bei der Deutschen Bahn sind vorerst abgewendet. DB und EVG hätten eine Einigung in der Tarifrunde 2018 erzielt, teilten sowohl die Bahn als auch die Gewerkschaft

Mehr