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Deutsche Industrie fordert bei Künstlicher Intelligenz weltweite Expertensuche

  • 3. Dezember 2018, 15:09 Uhr
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Ausstellung zur KI
Bild: AFP

Vor dem Digitalgipfel der Bundesregierung hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) eine internationale Offensive Deutschlands und Europas zur Förderung der Künstlichen Intelligenz (KI) gefordert.

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Zum Digitalgipfel der Bundesregierung am Montag und Dienstag in Nürnberg hat die deutsche Industrie mehr Anstrengungen im Kampf um die besten Köpfe auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) angemahnt. Für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft sei der KI-Einsatz "elementar", erklärte der Maschinenbauverband VDMA am Montag. Die Bundesbürger stehen dem digitalen Wandel laut einer Umfrage mehrheitlich ohne Furcht vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes gegenüber.

Beim Thema Künstliche Intelligenz seien "mehr Experten" nötig, forderte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf. "Und deshalb müssen wir weltweit auf die Suche gehen", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

"Sicher gibt es den einen oder anderen enttäuschten Forscher an der Westküste der USA oder auch in China, der für einen guten Lehrstuhl mit anwendungsnaher Forschung gerne nach Europa geht", sagte Kempf. Gerade in diesen Forschungsbereichen eröffneten sich durch KI "enorme Möglichkeiten". In der Medizin etwa könne es gelingen, "Krankheiten wie Krebs deutlich besser als heute zu diagnostizieren und zu therapieren".

In Nürnberg findet am Montag und Dienstag der Digital-Gipfel der Bundesregierung statt, der vor allem das Thema KI in den Fokus rückt. Die Bundesregierung hatte Mitte November auf ihrer Digitalklausur in Potsdam ihre Strategie zur Förderung der Künstlichen Intelligenz beschlossen. Diese gilt als Schlüsseltechnik für Fortschritte etwa beim autonomen Fahren oder bei künftigen Produktionsprozessen in der Industrie. Der Bund will dafür bis 2025 drei Milliarden Euro zur Verfügung stellen.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) forderte, Innovationen in diesem Bereich dürften "nicht vorschnell durch zu enge Vorschriften abgebremst werden". Den Unternehmen müsse Freiraum gelassen werden, "diese neue Technologie so weit wie möglich für ihr individuelles Geschäft zu nutzen", erklärte Vize-Hauptgeschäftsführer Hartmut Rauen. "Wenn die Politik zu früh mit Auflagen und Verboten arbeitet, werden wir viel Potenzial ungenutzt lassen."

Bei Arbeitern und Angestellten löst der digitale Wandel bislang mehrheitlich keine Furcht vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes aus. Wie "Die Zeit" am Montag berichtete, gaben in einer repräsentativen Studie lediglich 23 Prozent der Befragten an, ein möglicher Verlust des Arbeitsplatzes durch Digitalisierung sei "ein Thema, das mich persönlich und im privaten Umfeld betrifft".

48 Prozent der Befragten erklärten hingegen: "Davon lese und höre ich vor allem in den Medien." Für die Umfrage befragte das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft für die Wochenzeitung 1000 Erwerbstätige.

Die Beschäftigten in Deutschland seien sich wohl bewusst, "dass da was auf sie zukommt", sagte infas-Geschäftsführer Menno Smid. Die Menschen reagierten darauf "aber nicht mit Angst, sondern mit der Forderung an ihre Arbeitgeber, insbesondere an das Führungspersonal, sie zu unterstützen, wenn es darum geht, sich dieser Herausforderung zu stellen". 74 Prozent halten es demnach für wichtig, "Vorgesetzte zu haben, die einen unterstützen, sich weiter zu entwickeln". 

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