Wirtschaft

Kuka-Eigentümer Midea verzichtet auf chinesischen Einfluss

  • 1. Dezember 2018

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Augsburg - Der chinesische Kuka-Eigentümer Midea bekennt sich nach dem Abgang von Vorstandschef Till Reuter zum Standort Deutschland. "Midea hält an allen Verpflichtungen der Investorenvereinbarung fest", sagte Andy Gu, der Aufsichtsratschef von Kuka und Leiter des internationalen Geschäfts bei Midea, der "Welt".

Midea stehe zur Augsburger Zentrale des Roboterherstellers und den Standorten sowie zur bestehenden Kuka-Strategie. Zu Wochenbeginn hatte Kuka den Abschied von Vorstandschef Reuter nach fast zehn Jahren an der Konzernspitze bekannt gegeben. Gu liefert nun erstmals die Begründung für den überraschenden Abschied. "Kuka hat die `Vision 2022` ausgegeben. Darin ist das Ziel formuliert, die klare Nummer eins in China zu sein. Dafür muss das Unternehmen schnell wachsen. In den vergangenen zwei Jahren ist Kuka aber gegenüber den Wettbewerbern zurückgefallen und hat Marktanteile verloren. Der chinesische Markt entwickelt sich nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben", sagte Gu der "Welt". Daher habe er das Gespräch mit Reuter gesucht. "Wir haben die Situation dann analysiert und sind gemeinsam zu der Entscheidung gekommen, dass die Zeit für einen Wechsel an der Konzernspitze gekommen ist." Zum Vorstandschef berufen wurde der bisherige Finanzvorstand Peter Mohnen - zunächst als Interims-CEO, das Engagement könnte aber auch länger dauern. "Peter Mohnen hat das volle Vertrauen des Mehrheitseigentümers. Er ist schon seit vielen Jahren im Unternehmen und kennt die Strukturen und den Markt. Damit senden wir auch ein Zeichen, dass es bei Kuka weiterhin Kontinuität gibt", sagte Gu. Mohnens Posten übernimmt derweil Kuka-Manager Andreas Papst. Darüber hinaus sucht Midea nun aber auch einen dritten Vorstand. "Wir werden versuchen, den Vorstand noch zu erweitern und Technik-Kompetenz einzubringen", kündigte Gu in der "Welt" an. Ein Midea-Abgesandter aus China soll nicht geschickt werden. "Wir haben in den vergangenen zwei Jahren keinen Vertreter ins Kuka-Management geschickt und werden das auch jetzt nicht machen", versicherte Gu. Es gehöre zur DNA von Midea, auf ein lokales Management zu setzen. Gu machte aber deutlich, dass es hohe Erwartungen gibt. "Das lokale Management bekomme Verantwortung und Vertrauen, auch in Zukunft. Umgekehrt ist die Organisation vor Ort aber auch verantwortlich für die Resultate." Gu weiter: "Wir glauben an das Potenzial von Kuka, das muss jetzt aber belegt werden." Dass mit dem Abgang von Reuter die kontroverse Diskussion um chinesische Investoren in Deutschland wieder aufflammt, kann Gu nachvollziehen. "Ich verstehe die Angst und die Sorgen der deutschen Öffentlichkeit. Das ist vollkommen natürlich." Gleichzeitig warb er aber auch um Verständnis. "Unser Ziel ist es, dass Kuka erfolgreich ist. Dafür müssen Deutsche und Chinesen eng zusammenarbeiten. Seit dem Einstieg von Midea hat Kuka fast 500 Millionen Euro investiert. Das ist ein klarer Beleg für unseren Einsatz bei Kuka." Überall auf der Welt müsse man für ausländische Investitionen offen sein. "Die Welt ist voneinander abhängig."

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