Technologie

Bündnis von Wirtschaftsverbänden fordert Nachbesserungen für 5G-Versteigerung

  • 16. November 2018, 13:27 Uhr
Bild vergrößern: Bündnis von Wirtschaftsverbänden fordert Nachbesserungen für 5G-Versteigerung
Mobilfunksendemast in München
Bild: AFP

Ein Bündnis von Wirtschaftsverbänden hat die Bundesnetzagentur aufgefordert, die Vergaberegeln für den künftigen Mobilfunkstandard 5G nachzubessern und dabei auch unkonventionelle Lösungsansätze zu erwägen. Ziel sei ein hochleistungsfähiges Internet überall.

Anzeige

Ein Bündnis von Wirtschaftsverbänden hat die Bundesnetzagentur am Freitag aufgefordert, die Vergaberegeln für den künftigen Mobilfunkstandard 5G nachzubessern und dabei auch unkonventionelle Lösungsansätze zu erwägen. Ziel sei ein hochleistungsfähiges Internet - dies müsse nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem Land flächendeckend zur Verfügung stehen, verlangten Industrie- und Handelskammertag, Handwerksverband, Bauernverband und Landkreistag. Die Netzagentur legte den finalen Entwurf für die im kommenden Jahr geplante Versteigerung vor. 

Der von der Netzagentur im September vorgelegte Entwurf hatte bereits für heftige Kritik gesorgt. Demnach soll es bei der Versteigerung für die erfolgreichen Bieter die Auflage geben, bis Ende 2022 "mindestens 98 Prozent der Haushalte mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde im Downlink zu versorgen". Ein flächendeckender Ausbau mit der 5G Technologie bereits zum jetzigen Zeitpunkt sei "unverhältnismäßig teuer", erklärte damals Behördenchef Jochen Homann.

Die Netzagentur teilte am Freitag mit, sie habe angesichts der Kritik die Auflagen "insgesamt erhöht". Nun müssen nicht nur 98 Prozent der Haushalte je Bundesland bis Ende 2022 versorgt werden. Die Auflagen umfassen auch die Versorgung der Landstraßen, Wasserstraßen und Schienenwege, wie Homann betonte. Sie sollen demnach bis Ende 2024 mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde versorgt werden. 

Im Gegenzug für diese schärferen Anforderungen an die erfolgreichen Bieter habe die Netzagentur die Möglichkeiten zur Kooperation zwischen den Netzbetreibern gestärkt und eine gegenseitige Anrechnung der Versorgung vorgesehen. "Damit kann die wirtschaftliche Belastung der Unternehmen im Rahmen gehalten werden." 

Ein besonderer Knackpunkt ist das sogenannte National Roaming - also dass Kunden eines Anbieters in Funklöchern auch die Handynetze der Konkurrenten nutzen können. Dies will die Netzagentur den Unternehmen auch weiterhin nicht vorschreiben. Sie "erwartet" nun aber eine Zusammenarbeit in Gebieten, in denen sich der Ausbau durch einen einzelnen Netzbetreiber wirtschaftlich nicht lohnt" - und erlegt ihnen ein "Verhandlungsgebot" auf. 

Mit Konkurrenten müssen die erfolgreichen Bieter zudem über die Mitnutzung von Funkkapazitäten verhandeln, erklärte die Behörde. Sie werde hier im Streitfall als Schiedsrichter tätig werden. Der Bundesverband Breitbandkommunikation, in dem viele dieser sogenannten "Diensteanbieter" vertreten sind, erklärte das für nicht ausreichend. 

Das Bündnis der Wirtschaftsverbände schlug am Freitag eine Versteigerung in zwei Stufen vor: Zuerst müssten die Mobilfunkanbieter nicht lukrative Gebiete übernehmen und diese mit 5G versorgen - dann erst würden die lukrativen Gebiete versteigert. Die Lizenzgebühren dafür würden die Bieter danach zurückerstattet bekommen, und zwar abhängig davon, wieviel sie für die Versorgung nicht lukrativer Gebiete investieren müssen. 

Die News Bündnis von Wirtschaftsverbänden fordert Nachbesserungen für 5G-Versteigerung wurde von AFP am 16.11.2018 in der Kategorie Technologie mit den Stichwörtern D, Telekommunikation, Internet, Industrie, Unternehmen, Verbraucher abgelegt.

Weitere Meldungen

Deutschland darf Mikrochip-Produktion mit hunderten Millionen Euro fördern

Millionenförderung für Mikrochips: Die EU hat den Weg frei gemacht für staatliche Beihilfen für die Mikroelektronik-Branche, von denen in Deutschland vor allem der Standort

Mehr
Digitalsteuer: Französischer Alleingang


Frankreich führt zum 1. Januar 2019 im Alleingang eine Digitalsteuer ein. Das trifft dann vor allem IT-Giganten wie Google, Apple, Facebook und Amazon. Finanzminister

Mehr
Hälfte der Deutschen nutzt Terminkalender aus Papier - ein Drittel das Smartphone

Um ihre privaten Termine zu planen, setzen viele Deutsche auf digitale Helfer - mehr noch aber auf klassische Kalender: Knapp die Hälfte der Bundesbürger (46 Prozent) nutzt unter

Mehr

Top Meldungen

CDU-Wirtschaftsrat und FDP sehen Autostandort Deutschland bedroht

Berlin - Die neuen verschärften Klimaschutzziele für Europas Autobauer sind aus Sicht des CDU-Wirtschaftsrats eine Bedrohung für die deutsche Kernbranche. "Es ist schlicht

Mehr
Hyundai setzt auf Brennstoffzellen-Fahrzeuge


Hyundai zündet bei der Entwicklung und Produktion von Brennstoffzellen-Fahrzeugen die nächste Stufe. Dafür haben die Koreaner jetzt einen Masterplan vorgelegt. Unter dem

Mehr
Eventim schafft Online-Ticketgebühr dauerhaft ab

München - Der Ticket-Anbieter CTS Eventim schafft die umstrittene Service-Gebühr für selbst ausgedruckte Online-Tickets dauerhaft ab. "Wir wollen keinen Streit", sagte

Mehr