Lifestyle

Gabriel kritisiert US-Demokraten

  • 11. November 2018, 01:03 Uhr
Bild vergrößern: Gabriel kritisiert US-Demokraten
Sigmar Gabriel
dts

.

Anzeige

Berlin - Der frühere Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) wirft den US-amerikanischen Demokraten vor, die Anhänger von Präsident Donald Trump nicht überzeugen und das Land nicht einen zu wollen. Vor den "Midterms" am vergangenen Dienstag sei es den Demokraten nur noch darum gegangen, "möglichst viele der eigenen Anhänger durch einen emotionalen Wahlkampf zur Wahl zu bewegen", sagte Gabriel der "Welt am Sonntag".

"Wirkliche Versuche, Menschen zu überzeugen, die vielleicht bisher Donald Trump unterstützt haben, um sie zu einer anderen Entscheidung zu bewegen, habe ich nicht gesehen." Gabriel hatte sich im Rahmen eines Fellowships der Universität Harvard jüngst gut drei Wochen in den USA aufgehalten. Der frühere SPD-Chef hielt den Demokraten vor, zu wenig zur Einung der USA beizutragen. "Dieses große Land zusammenzuhalten, Brücken zu bauen zwischen den vielfältigen Gesellschaften hier, scheint derzeit niemand zum Ziel zu haben", sagte Gabriel.

Er fügte hinzu: "Der Erfolg von rechten Populisten wie Donald Trump liegt doch in Wahrheit am Versagen der Liberalen und Progressiven, Antworten auf die Fragen der Menschen in West Virginia, dem Ruhrgebiet oder Sachsen-Anhalt zu geben. Was bleibt, ist in solchen Regionen derzeit oft die Hoffnung, dass Politiker wie Trump den Niedergang der letzten Jahrzehnte rückgängig machen können." Die Demokraten hätten im jüngsten Wahlkampf auf das Thema "health care" gesetzt, sagte Gabriel der "Welt am Sonntag": "Allein damit werden sie kaum die Präsidentschaftswahl 2020 gewinnen können." Präsident Trump werde nun "die Stimmung noch mehr anheizen und alles, was irgendwie nicht gut läuft, wird er den Demokraten anlasten", prognostizierte Gabriel: "Vermutlich auch das Wetter von morgen - jedenfalls, wenn es schlecht ist. Wenn die Sonne scheint, war er es natürlich selbst. Das Land wird immer tiefer gespalten sein."

Mit Blick auf die nunmehr demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus sagte Gabriel: "Trump wird den demokratischen Widerstand gegen ihn umdrehen und sagen: Alles liefe viel besser, wenn es diese Demokraten nicht gäbe. Es ist für ihn fast das perfekte innenpolitische Drehbuch." Trump bestimme "die emotionale Agenda des Landes, bei Anhängern wie Gegnern", sagte Gabriel: "Er mischt das Land jeden Tag von Neuem auf, oftmals sogar jede Stunde, immer nach seiner Melodie. Trumps Wahlwerbung ist ebenfalls extrem, in Deutschland würden deren Produzenten vor Gericht gestellt - wegen Aufstachelung zum Rassenhass." Trump treibe "wie kein anderer Präsident vor ihm die Medien vor sich her. In einer Mischung aus Faszination und Beängstigung kann man sehen, wie gnadenlos er jeden Tag, im Zweifel völlig entgegengesetzte Botschaften verbreitet", sagte Gabriel: "Die Medien traben hinterher. Mein Gefühl ist: Trump kommt abends vor Lachen nicht in den Schlaf."

Die News Gabriel kritisiert US-Demokraten wurde von dts am 11.11.2018 in der Kategorie Lifestyle mit den Stichwörtern Politik, Deutschland, USA abgelegt.

Weitere Meldungen

Klöckner will Lebensmittelverschwendung verringern

Berlin - Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will mit einer gesamtgesellschaftlichen Strategie die Lebensmittelverschwendung in Deutschland deutlich verringern.

Mehr
Wendt: "Fahrverbote kann die Polizei überhaupt nicht kontrollieren"

Berlin - Der Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hält die von immer mehr Gerichten verhängten Fahrverbote und Beschränkungen für Dieselfahrer in

Mehr
Hoffmann rät SPD zum Verbleib in Koalition

Berlin - DGB-Chef Reiner Hoffmann hat der SPD geraten, die Koalition mit CDU und CSU nicht zu verlassen: "Die SPD soll natürlich in der Koalition bleiben. Die Bedingungen haben

Mehr

Top Meldungen

DGB-Chef fordert deutliche Erhöhung des Mindestlohns

Berlin - DGB-Chef Reiner Hoffmann fordert eine deutliche Erhöhung des Mindestlohns: "Wenn sich in knapp zwei Jahren die Chance ergibt, dass der Mindestlohn einmalig nach oben

Mehr
Pompeo bekräftigt Widerstand gegen geplante Pipeline Nord Stream 2

US-Außenminister Mike Pompeo hat der Ukraine zugesichert, sich der Gaspipeline Nord Stream 2 zwischen Russland und Deutschland entgegenzustellen. "Wir werden weiter zusammen daran

Mehr
Gewerkschaften gegen Grünen-Pläne für Hartz IV

Berlin - Die Gewerkschaften fordern Korrekturen an Hartz IV, lehnen die Vorschläge der Grünen dazu allerdings ab. Arbeitslose nicht mehr zur Aufnahme von Arbeit zu bewegen, sei

Mehr