Wirtschaft

Polizeigewerkschaft empört über Fraport-Chef

  • 9. November 2018, 08:11 Uhr
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Frau vor Informationstafel am Frankfurter Flughafen
dts

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Frankfurt/Main - Der Vorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft, Ernst G. Walter, hat mit scharfer Kritik auf Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden des Frankfurter Flughafenkonzerns Fraport, Stefan Schulte, zur Praxis der Luftsicherheitskontrollen reagiert. Schulte hatte lange Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen als einen wirtschaftlichen Nachteil für Fraport bezeichnet, weil Passagiere etwa kaum Zeit für Einkäufe am Flughafen Frankfurt hätten.

"Wer länger an der Kontrolle warten muss, hat danach weniger Zeit zum Einkaufen", sagte Schulte am Mittwoch. Walter sagte dazu dem "Handelsblatt", mit dieser Aussage entlarve Schulte die eigentlichen Motive für die seit Monaten von manchem Flughafenbetreiber "medienwirksam" erklärte Bereitschaft, von der Bundespolizei mehr Verantwortung bei den Luftsicherheitskontrollen zu übernehmen. "Zum Glück denken nicht alle Flughafenchefs so, denn es soll auch Flughafengeschäftsführer in Deutschland geben, bei denen steht die Qualität der ausschließlich zur Terrorabwehr durchgeführten Kontrollen und damit letztlich die Sicherheit der Passagiere im Vordergrund." Walter bekräftigte seine Forderung nach einem "Systemwechsel" bei den Luftsicherheitskontrollen.

Danach sollten Flughafenbetreiber mehr in "optimierte und innovativere Kontrollprozesse" eingebunden werden. Eine klare Absage erteilte er der Idee, die Verantwortung für die Kontrollen an gewinnorientierte Unternehmen zu übertragen. "Solange wirtschaftlich abhängige Unternehmen bestimmen, ob ein sicherheitsrelevanter Vorgang zu melden ist oder nicht, werden wir objektive Sicherheit nie garantieren können", sagte der Polizeigewerkschafter. Jeder, der etwa über eine Flughafenräumung zu entscheiden habe, müsse "unabhängig sein und den Staat im Rücken haben", betonte er.

"Schnellere Kontrollen für mehr Wirtschaftlichkeit, wie sie manche fordern, können dabei letztlich lebensgefährliche Folgen haben", fügte Walter mit Blick auf Fraport-Chef Schulte hinzu.

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