Wirtschaft

Schneller Kohleausstieg gefährdet laut IW-Studie 72.000 Jobs

  • 22. Oktober 2018, 18:37 Uhr
Bild vergrößern: Schneller Kohleausstieg gefährdet laut IW-Studie 72.000 Jobs
Heizkraftwerk
dts

.

Anzeige

Köln - Ein schneller Ausstieg aus der Braunkohle mit einer raschen Abschaltung von Kraftwerken gefährdet bis 2030 bis zu 72.000 Arbeitsplätze und verursacht zudem im Zeitraum von 2020 bis 2040 volkswirtschaftliche Zusatzkosten von annähernd 100 Milliarden Euro. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), über die das "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) berichtet.

Das IW hat die Studie im Auftrag des Deutschen Braunkohle-Industrie-Vereins (DEBRIV) angefertigt. Das IW hat zwei Szenarien verglichen: Einen Kohleausstieg, der sich aus den Vorgaben des Europäischen Emissionshandelssystems bis 2030 ergibt, und einen Kohleausstieg mit strengeren nationalen Vorgaben, die auf dem bereits in der vergangenen Legislaturperiode beschlossenen "Klimaschutzplan 2050" basieren. Das nationale Sonderziel für 2030 führe "zu einem erheblich schnelleren Rückgang der Braunkohleverstromung und einem deutlich vorgezogenen Arbeitsplatzabbau, nicht nur in der Braunkohlewirtschaft, sondern auch in den Vorleistungsbranchen", heißt es in der Studie. Die Analyse der Strukturwandelvoraussetzungen in den einzelnen Revieren zeige, dass kurzfristig keine Strukturen bestünden, die einen durch das nationale Ziel für 2030 verursachten abrupten Strukturwandel auffangen könnten.

Die Studie zeige, dass die betroffenen Regionen schon heute aufgrund geltender Klimaschutzvorgaben vor erheblichen Herausforderungen stünden, sagte DEBRIV-Vorstandschef Helmar Rendez dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). "Wer das Aus für die Kohle schneller will, riskiert vernichtende Strukturbrüche."

Die News Schneller Kohleausstieg gefährdet laut IW-Studie 72.000 Jobs wurde von dts am 22.10.2018 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern Wirtschaft, Deutschland, Unternehmen, Energie abgelegt.

Weitere Meldungen

Bericht: Bayern verklagt Volkswagen auf Schadensersatz

München - Bayern verklagt laut eines Zeitungsberichts den Volkswagen-Konzern im Zuge des Abgasskandals auf Schadenersatz. Im Fuhrpark Bayerns seien etwa 1.000 VW-Fahrzeuge vom

Mehr
Renault Gruppe legt deutlich zu


Die positive Situation von Renault in Deutschland lässt sich auch auf das Gesamtunternehmen übertragen. Die Renault Gruppe meldet jetzt den Verkauf von weltweit 3,9

Mehr
Gastgewerbeumsatz im November gestiegen

Wiesbaden - Das Gastgewerbe in Deutschland hat im November 2018 preisbereinigt 2,5 Prozent mehr umgesetzt um als im November 2017. Der Umsatz stieg nominal um 5,0 Prozent, teilte

Mehr

Top Meldungen

CSU will Rezession mit Soli-Abbau verhindern

Berlin - Die CSU will eine Rezession in Deutschland mit einem Komplett-Abbau des Solidaritätszuschlags verhindern. "Steuerliche Entlastungen können nicht mehr weiter in die

Mehr
Regierungskommission erstellt Katalog mit hohen Spritsteuern

Berlin - Eine Kommission im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums hat einen Katalog mit spürbaren Eingriffen für Autofahrer erstellt, damit Deutschland die Klimaziele im Verkehr

Mehr
Deutschland bei schnellem Internet weiterhin nur Mittelmaß

Deutschland belegt bei der Versorgung mit schnellem Internet europaweit immer noch nur einen mittleren Platz. Im vergangenen Jahr hatte hierzulande rund die Hälfte aller

Mehr