Wirtschaft

Außenhandelspräsident für "Besonnenheit" gegenüber Saudi-Arabien

  • 21. Oktober 2018, 17:02 Uhr
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Berlin - Der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Holger Bingmann, hat angesichts der Vorwürfe gegen Saudi-Arabien im Fall Khashoggi zu Besonnenheit aufgerufen. "Wenn wir immer gleich die Wirtschaft als Waffe der Politik nutzen, sind wir auch nicht besser als die Trumps, Putins und Erdogans dieser Welt", sagte Bingmann der "Bild" (Montagsausgabe).

"Damit schaden wir der Weltwirtschaft, und nicht zuletzt uns selbst, schwer. Deshalb rate ich zu etwas mehr Besonnenheit. Zuletzt hatte ich auch Saudi-Arabien als besonnenen Partner eingeschätzt", sagte Bingmann. Über mögliche Konsequenzen in den Handelsbeziehungen zu Saudi-Arabien sagte Bingmann: "Ich kann mir kein Business as Usual, kein Weiter so, vorstellen, bis der Fall Kashoggi restlos aufgeklärt ist. Ich bin zutiefst enttäuscht."

Er habe aber immer noch Hoffnung, dass ein echter Reformprozess und eine weitere Öffnung Saudi-Arabiens in Gang komme. Angesprochen auf eine Blockade der Investorenkonferenz diese Woche in Saudi-Arabien sagte der Außenhandelspräsident, dass er niemandem vorschreiben werde, wie er sich jetzt zu verhalten habe. "Saudi-Arabien ist weit mehr als nur ein gewichtiger Handelspartner, es ist ein wichtiger Baustein für die Stabilität im Nahen Osten. Es gibt schon genug Unsicherheiten in der Region und in der ganzen Welt."


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