Wirtschaft

Razzien bei Opel wegen Betrugsverdachts bei Dieselfahrzeugen

  • 15. Oktober 2018, 16:48 Uhr
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Bild: AFP

Wegen Betrugsverdachts bei Dieselfahrzeugen sind mehrere Standorte des Autobauers Opel durchsucht worden. Es sollen europaweit 95.000 Fahrzeuge betroffen sein.

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Wegen Betrugsverdachts bei Dieselfahrzeugen sind am Montag zwei Standorte des Autobauers Opel durchsucht worden. Laut Staatsanwaltschaft und Autobauer gab es Razzien in Rüsselsheim und Kaiserslautern. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main sagte, sollen "Dieselfahrzeuge mit manipulierter Abgassoftware in den Verkehr gebracht worden sein". Europaweit geht es um rund 95.000 Autos, für die nun laut Bundesverkehrsministerium ein Rückruf kurz bevorsteht.

Opel sprach von einem "Ermittlungsverfahren zum Thema Emissionen" und erklärte, "vollumfänglich mit den Behörden" zu kooperieren. "Das Unternehmen bekräftigt, dass seine Fahrzeuge den geltenden Vorschriften entsprechen", erklärte Opel. Zu weiteren Details äußerte sich der Hersteller mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht.

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) habe Strafanzeige erstattet, daraufhin habe die Staatsanwaltschaft ein Verfahren eröffnet. Derzeit richte es sich gegen Unbekannt, nicht gegen bestimmte Verantwortliche. Die Auswertung werde nun "eine ganze Weile dauern". Beteiligt an den Durchsuchungen waren der Behörde zufolge sieben Beamte der Staatsanwaltschaft sowie rund drei Dutzend Polizisten.

Das Bundesverkehrsministerium erklärte zu den betroffenen Fahrzeugen, für diese stehe ein "amtlicher Rückruf" durch das KBA "nunmehr kurz bevor". Schon Ende 2015 habe das Amt bei Opel Abschalteinrichtungen gefunden, bei denen das Ministerium "von Anfang an Zweifel hinsichtlich ihrer Zulässigkeit hatte". Das KBA habe daraufhin Software-Updates für vier Abschalteinrichtungen angeordnet, diese seien jedoch von Opel "lange verschleppt" worden, erklärte das Ministerium.

Nach Entdeckung einer fünften Abschalteinrichtung Anfang 2018, die das KBA als "unzulässig" einstuft, laufe nun eine Anhörung mit dem Ziel, die betroffenen Modelle "mit einem verpflichtenden Rückruf zu versehen". Das Verkehrsministerium hob hervor, auch diese Anhörung werde von Opel "mit immer neuen technischen Argumenten" zeitlich verschleppt. Es geht demnach um die Opel-Modelle Cascada, Insignia und Zafira.

In der Vergangenheit war eine Reihe von Autobauern in den Verdacht geraten, illegale Abschalteinrichtungen in Dieselfahrzeuge eingebaut zu haben, um die Emissionswerte zu verfälschen, außer Volkswagen auch BMW und Daimler. Ins Rollen gekommen war die Affäre 2015, als VW auf Druck der Behörden in den USA zugeben musste, in elf Millionen Dieselfahrzeugen weltweit eine Betrugssoftware eingebaut zu haben.

Mitte Juli dieses Jahres dann bestätigte das Bundesverkehrsministerium, dass das KBA nun auch einem Manipulationsverdacht bei Opel nachgeht. Einem Bericht zufolge fand das KBA Hinweise, wonach der Autohersteller bei bestimmten Fahrzeugen die Abgasnachbehandlung aus technisch nicht erklärbaren Gründen während der Fahrt komplett abschaltet.

Die News Razzien bei Opel wegen Betrugsverdachts bei Dieselfahrzeugen wurde von AFP am 15.10.2018 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern D, Unternehmen, Auto abgelegt.

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