Wirtschaft

Handwerkspräsident fordert Entlastungen

  • 12. Oktober 2018, 17:21 Uhr
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Berlin - Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hat die Bundesregierung aufgefordert, Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Deutschland finanziell zu entlasten. Die Entwicklung der Steuern und Sozialabgaben mache ihm "ganz große Sorgen", sagte Wollseifer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagsausgabe).

Allein die Rückkehr zur Parität bei den Krankenkassenbeiträgen koste das Handwerk eine Milliarde Euro jährlich. Dazu kämen die teure Mütterrente II und noch höhere Lasten für die Pflege. Die Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung hält er für "politische Augenwischerei". Mit einer strukturellen Entlastung habe das nichts zu tun.

Wollseifer hat auch einen Vorschlag, wo man ansetzen könnte: So müsse der Staat eigentlich für jeden Empfänger von Arbeitslosengeld II - auch Hartz IV genannt - etwa 300 Euro im Monat an die Krankenkassen zahlen, rechnet er vor. Tatsächlich überweise er aber nur 97 Euro - die Differenz mache in der Summe 9,6 Milliarden Euro jährlich. "Der Staat macht sich einen schlanken Fuß", kritisiert Wollseifer in der FAZ "Würde er pflichtgemäß einzahlen, könnten wir komplett auf den Zusatzbeitrag verzichten." Dieser beträgt derzeit durchschnittlich 1 Prozent und soll künftig je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern bezahlt werden.

Rückenwind für seine Branche erhofft sich Wollseifer hingegen von einer möglichen Rückkehr der Meisterpflicht. 14 Jahre Deregulierung hätten "in vielen der betroffenen Gewerke spürbare Folgen hinterlassen: qualitativ wie auch quantitativ weniger Fachkräfte, weniger Ausbildung und nicht selten Klagen über Qualitätseinbußen bei den Handwerksleistungen", sagte er. 95 Prozent aller Azubis würden im Handwerk von den Meisterbetrieben ausgebildet, nur 5 Prozent in solchen ohne Meisterpflicht. Wollseifer warnte: "Wenn keine Azubis nachkommen, fehlen uns künftig die Fachkräfte und wir alle müssen noch länger auf einen Handwerker warten."

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