Brennpunkte

Milliardär Branson friert nach Verschwinden Khashoggis Projekte mit Riad ein

  • 12. Oktober 2018, 11:47 Uhr
Bild vergrößern: Milliardär Branson friert nach Verschwinden Khashoggis Projekte mit Riad ein
Jamal Khashoggi im Jahr 2014
Bild: AFP

Als Reaktion auf das Verschwinden des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi friert der britische Milliardär Richard Branson mehrere Wirtschaftsprojekte mit Saudi-Arabien ein.

Anzeige

Als Reaktion auf das Verschwinden des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi friert der britische Milliardär Richard Branson mehrere Wirtschaftsprojekte mit Saudi-Arabien ein. Sollten sich die Berichte über Khashoggi bestätigen, werde dies "die Geschäftsperspektiven aller westlichen Staaten gegenüber der saudiarabischen Regierung radikal ändern", teilte Branson am Donnerstagabend auf der Website seiner Unternehmensgruppe Virgin mit.

Branson forderte "mehr Informationen der saudiarabischen Behörden und eine Klarstellung ihrer Position gegenüber Herrn Khashoggi". Für die Dauer der Ermittlungen werde er seine Teilnahme an zwei Tourismusprojekten aussetzen, erklärte er. Außerdem werde Virgin Gespräche mit dem saudiarabischen Staatsfonds über mögliche Investitionen in die Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic und Virgin Orbit unterbrechen.

US-Präsident Donald Trump erklärte unterdessen, er sei nicht bereit, im Fall des verschwundenen Journalisten Waffenverkäufe an Saudi-Arabien zu beschränken. "Das wäre nicht akzeptabel", sagte Trump am Donnerstag im Oval Office. "Sie geben 110 Milliarden Dollar (97 Milliarden Euro) für Militärausrüstung und Dinge aus, die Arbeitsplätze schaffen." Falls die USA den Waffenverkauf an Saudi-Arabien einschränkten, werde Riad "das Geld nehmen und es in Russland oder China oder woanders ausgeben". Es gebe andere Wege, mit der Situation umzugehen.

Zugleich zeigte sich Trump besorgt über das Schicksal Khashoggis. "Wir mögen das nicht. Wir mögen das nicht mal ein kleines bisschen."

Türkische Ermittler haben den Verdacht geäußert, dass Khashoggi bei einem Besuch im Konsulat seines Landes in Istanbul vergangene Woche von saudiarabischen Agenten ermordet wurde. Riad weist die Vorwürfe zurück, ist aber den Beweis schuldig geblieben, dass der Regierungskritiker das Konsulat wieder lebend verließ. Dem Konsulat zufolge waren die Überwachungskameras im Gebäude am Tag von Khashoggis Besuch ausgefallen.

Einem Medienbericht zufolge verfügt die Türkei angeblich über Aufnahmen, die eine Ermordung Khashoggis belegen. Die türkische Regierung habe US-Vertretern über solche Aufnahmen berichtet, schrieb die US-Zeitung "Washington Post". Die Ton- und Videoaufnahmen würden zeigen, dass Khashoggi in dem Konsulat verhört, gefoltert und ermordet worden sei. Sein Körper sei anschließend zerlegt worden.

Die News Milliardär Branson friert nach Verschwinden Khashoggis Projekte mit Riad ein wurde von AFP am 12.10.2018 in der Kategorie Brennpunkte mit den Stichwörtern Großbritannien, Saudi, Arabien, Türkei, USA, Diplomatie, Kriminalität, Medien, Unternehmen abgelegt.

Weitere Meldungen

US-Richter erklärt "Obamacare" für verfassungswidrig

Ein Richter im US-Bundesstaat Texas hat das vom ehemaligen Präsidenten Barack Obama eingeführte Gesundheitssystem "Obamacare" für verfassungswidrig erklärt. Richter Reed O'Connor

Mehr
Weniger Exporte von Klein- und Leichtwaffen genehmigt

Berlin - Deutschland hat zuletzt weniger Exporte von Klein- und Leichtwaffen ins Ausland genehmigt. Das Volumen der Genehmigungen für Pistolen, Revolver, Gewehre, Minen oder

Mehr
Italienische Polizei: Amri war kein Einzeltäter

Berlin - Die italienischen Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass der Attentäter vom Breitscheidplatz, Anis Amri, kein Einzeltäter war, sondern Teil einer Terrorzelle. Das

Mehr

Top Meldungen

Mittelstand erwartet Konjunkturwende

Berlin - Im deutschen Mittelstand ist die Konjunkturwende offenbar angekommen: Die kleinen und mittelgroßen Unternehmen hierzulande blicken weniger optimistisch als bislang in

Mehr
Bundesregierung streitet über Bahn-Finanzierung

Berlin - Die Zukunft der Deutschen Bahn entzweit die Bundesregierung. Während das CSU-geführte Verkehrsministerium unter Andreas Scheuer darauf dringt, Löcher im Bahnetat aus

Mehr
Union rebelliert gegen Scholz-Pläne für Grundsteuer

Berlin - Mit seinen Plänen für die Reform der Grundsteuer trifft Finanzminister Olaf Scholz (SPD) auf heftigen Widerstand, vor allem beim Koalitionspartner CDU/CSU. In der

Mehr