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Trotz Schock: Bieterin behält geschreddertes Banksy-Kunstwerk

  • 12. Oktober 2018, 11:43 Uhr
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Druck des Bildes "Girl with Balloon" von Banksy
Bild: AFP

Die Käuferin eines Kunstwerkes von Straßenkünstler Banksy will das Bild nach wie vor haben - obwohl es kurz nach der Auktion durch einen im Rahmen eingebauten Schredder teilweise zerstört wurde.

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Trotz anfänglichen Schreckens über die Schredder-Aktion des britischen Straßenkünstlers Banksy will die Käuferin das teilweise zerstörte Bild behalten. "Als das Werk geschreddert wurde, war ich zunächst geschockt", teilte die anonyme Sammlerin über das Londoner Auktionshaus Sotheby's mit. "Doch allmählich begriff ich, dass ich an mein eigenes Stück Kunstgeschichte gelangt war." Experten schätzen den Wert nun auf zwei Millionen Euro - fast doppelt so viel wie vor der Reißwolf-Aktion.

Die Frau hatte das Banksy-Werk "Girl with Balloon" mit einem Mädchen und einem herzförmigen roten Ballon vor einer Woche für 1,04 Millionen Pfund (1,2 Millionen Euro) bei Sotheby's ersteigert. "Wir freuen uns, den Kauf zu bestätigen", erklärte das Auktionshaus nun.

Unmittelbar nachdem der Hammer gefallen war, ertönte ein Alarmsignal und ein im Rahmen versteckter Reißwolf zerschnitt das Werk zumindest teilweise in fein säuberlich in Streifen. Banksy bekannte sich einen Tag später zu dem Streich. Sein Werk nannte er in "Love is in the Bin" (Liebe ist im Eimer) um.

"Banksy zerstörte kein Kunstwerk bei der Auktion, er schaffte ein Neues", betont der Leiter der Gegenwartskunst-Abteilung bei Sotheby's, Alex Branczik. "Love is in the Bin" sei weltweit das erste Werk, welches während einer Versteigerung geschaffen worden sei. Es soll der Öffentlichkeit an diesem Wochenende bei Sotheby's in London präsentiert werden.

Experten gehen von einem nahezu verdoppelten Wert durch die Reißwolf-Aktion aus. Der Chef der französischen Kunstpreisagentur Artprice, Thierry Ehrmann, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er schätze den Wert auf über zwei Millionen Euro. "Die Performance ist an die Readymades von Marcel Duchamp angelehnt", sagte Ehrmann zur Begründung. Banksy betone damit wie der verstorbene französische Künstler, dass seine Werke Alltagsobjekte von der Straße seien.

Auch der französische Kunstkritiker Mikaël Faujour glaubt, dass die Überreste noch wertvoller sind als das ursprüngliche Werk. "Banksy mag glauben, dass er durch das Zerstören seines Werks den Kapitalisten geschadet hat, die es gekauft haben", sagte der Journalist der Zeitung "Artension". "Da irrt er." 

"Das Werk ist nun eine Ikone", meint auch Arnaud Oliveux, Experte des Pariser Auktionshauses Artcurial, das am 24. Oktober drei weitere Bilder von Banksy versteigert sowie eine Skulptur - eine Ratte aus Kunstharz, die einen Pinsel hält. "Wir werden wachsam sein", betonte Oliveux augenzwinkernd. "Alle fragen sich, ob erneut etwas passieren wird."

Banksy, der seine Identität bis heute geheim hält, ist der bekanntest Graffiti-Künstler der Welt. "Girl with Balloon" gehört zu den bekanntesten Motiven des vermutlich aus Bristol stammenden Künstlers, der 44 Jahre alt sein soll - ursprünglich war das Bild an einer Mauer im Osten Londons zu sehen.

Auf dem Bilder-Netzwerk Instagram veröffentlichte der britische Künstler nach seiner Aktion ein Video vom Einbau des Schredders in den Rahmen und zitierte den spanischen Künstler Pablo Picasso mit den Worten "Der Drang zu zerstören ist ein kreativer Drang." Auch hier täuscht Banksy sein Publikum: Ursprünglich stammt das Zitat von dem russischen Anarchisten Michail Bakunin aus dem 19. Jahrhundert.

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Die News Trotz Schock: Bieterin behält geschreddertes Banksy-Kunstwerk wurde von AFP am 12.10.2018 in der Kategorie Lifestyle mit den Stichwörtern Großbritannien, Frankreich, Auktionen, Kunst abgelegt.

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