Wirtschaft

Altmaier plant Milliarden-Entlastungsprogramm für Unternehmen

  • 11. Oktober 2018, 11:10 Uhr
Bild vergrößern: Altmaier plant Milliarden-Entlastungsprogramm für Unternehmen
Peter Altmaier
dts

.

Anzeige

Berlin - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will die Unternehmen in Deutschland jährlich um 20 Milliarden Euro entlasten. Das geht aus einem "Steuerpolitischen Zehn-Punkte-Aktionsprogramm" des Wirtschaftsministeriums hervor, über welches das "Handelsblatt" (Freitagsausgabe) berichtet.

Kernelement ist die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlages. Dadurch soll laut dem Papier "auch für Unternehmen die internationale Attraktivität des Standortes Deutschland verbessert werden". Hintergrund für diese Überlegung ist, dass die nach den Koalitionsbeschlüssen noch verbleibenden Einnahmen durch den Solidaritätszuschlag in Höhe von zehn Milliarden Euro zu 60 Prozent von der Wirtschaft und davon zum Großteil von Personengesellschaften getragen werden. Der Wirtschaftsminister fordert auch eine "marktnähere Verzinsung im Steuerrecht".

Der Zinssatz für Steuernachzahlungen soll danach von sechs auf drei Prozent gesenkt werden. Die hohe Verzinsung ist seit Beginn der Niedrigzinsphase bei den Steuerzahlern auf besonderes Unverständnis gestoßen. Für den Mittelstand sieht das Konzept weitere Erleichterungen vor. So soll die steuerliche Belastung bei einbehaltenen Gewinnen reduziert werden.

Zudem will Altmaier die Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer attraktiver machen. Das bedeutet, dass die Unternehmen ihre Gewerbesteuerzahlungen steuerlich berücksichtigen können. Laut dem Papier soll es statt des bisher 3,7-fachen Messbetrags künftig der vierfache Messbetrag sein. Das Wirtschaftsministerium zeigt sich davon überzeugt, "dass dieses Aktionsprogramm bei vollständiger Umsetzung die Unternehmen um 20 Milliarden Euro entlasten wird". Zu dem Konzept wurden bereits Stellungnahmen von Verbänden eingeholt. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministerium sagte auf Anfrage des "Handelsblatts", dass das Papier noch nicht vom Minister freigegeben sei. Im Ministerium hieß es auf der Leitungsebene allerdings, dass eine Unternehmenssteuerform schon längst überfällig sei.

Die News Altmaier plant Milliarden-Entlastungsprogramm für Unternehmen wurde von dts am 11.10.2018 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern Politik, Deutschland, Unternehmen abgelegt.

Weitere Meldungen

Personalauswahl in DAX-Aufsichtsräten weiter Männersache

Frankfurt/Main - In den Aufsichtsräten der DAX-Unternehmen ist die Personalauswahl für die Chefetage nach wie vor Männersache. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" in

Mehr
Bundesregierung senkt Prüfschwelle für Unternehmensübernahmen

Berlin - Nach monatelangen Beratungen hat sich die Bundesregierung auf schärfere Regeln für den Erwerb von Anteilen deutscher Unternehmen durch Investoren aus dem

Mehr
Neuer Gesamtbetriebsratschef von Kaufhof rechnet mit Jobabbau

Berlin - Nach dem Zusammenschluss mit Karstadt rechnet die Arbeitnehmervertretung von Kaufhof mit einem Jobabbau. "Wir gehen naturgemäß vom Schlimmsten aus", sagt

Mehr

Top Meldungen

Bundesregierung will raschen Konzernumbau bei Deutscher Bahn

Berlin - Die Bundesregierung plant angesichts der anhaltenden Probleme bei der Deutschen Bahn (DB) eine grundlegende Reform des Staatsunternehmens. "Wir sind besorgt darüber, wie

Mehr
Allianz-Chef will Freihandels-Beschränkung

München - Allianz-Chef Oliver Bäte hat sich für eine stärkere Regulierung des deutschen Außenhandels ausgesprochen: "Freihandel birgt schließlich auch viele Risiken", sagte er

Mehr
Günther ruft Union zur Unterstützung des Fachkräfte-Einwanderungsgesetzes auf

Über den Gesetzentwurf der Bundesregierung für ein Fachkräfte-Einwanderungsgesetz ist vor der Kabinettssitzung am kommenden Mittwoch eine Debatte entbrannt. Schleswig-Holsteins

Mehr