Politik

Pussy Riot-Aktivist geht es besser nach Tagen in "schwarzem Loch"

  • 25. September 2018, 19:02 Uhr
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Aktivist Wersilow
Bild: AFP

Dem mutmaßlich vergifteten Aktivisten der russischen Protestband Pussy Riot, Pjotr Wersilow, geht es nach eigenen Worten besser. Der 30-Jährige schrieb auf Twitter, er habe zwölf Tage 'wie in einem schwarzen Loch' verbracht.

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Dem mutmaßlich vergifteten Aktivisten der russischen Protestband Pussy Riot, Pjotr Wersilow, geht es nach eigenen Worten besser. Der 30-Jährige, der in der Charité in Berlin behandelt wird, schrieb am Dienstag im Kurzmitteilungsdienst Twitter, er habe zwölf Tage "wie in einem schwarzen Loch" verbracht. Erst seit etwa drei Tagen sei er wieder "relativ bei Bewusstsein".

Er habe seine Tage in "guter Gesellschaft von wundersamen Giften" verbracht, schrieb Wersilow. Er schloss zugleich aus, dass es sich um Polonium 210 oder Nowitschok gehandelt habe. Es sei vielmehr etwas "Neuartiges und Überraschendes" gewesen, schrieb Wersilow.

2006 war der einstige KGB-Agent und spätere Kreml-Gegner Alexander Litvinenko in London mit hochradioaktivem Polonium 210 vergiftet worden und gestorben. Anfang März dieses Jahres waren der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia in der südenglischen Stadt Salisbury durch das in der Sowjetunion entwickelte Nervengift Nowitschok schwer verletzt worden und nur knapp dem Tode entronnen.

Der 30-jährige Wersilow, der die russische und kanadische Staatsangehörigkeit hat, war Mitte des Monats wenige Stunden nach einem Gerichtstermin in Moskau zunächst in ein Moskauer Krankenhaus gebracht und später zur Behandlung nach Berlin geflogen worden. Die deutschen Ärzte halten eine Vergiftung für wahrscheinlich. Wersilow ist nach Angaben der Ärzte außer Lebensgefahr.

Wersilow ist Gründer der Website MediaZona, die über Gerichtsverfahren gegen Menschenrechtsaktivisten berichtet. In jüngster Zeit arbeitete er an einem Dokumentarfilm über einen der drei russischen Journalisten, die im August bei Recherchen über eine russische Söldnergruppe in der Zentralafrikanischen Republik getötet worden waren.

Beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft im Juli in Moskau war Wersilow zusammen mit seiner Lebensgefährtin Veronika Nikulschina und zwei weiteren Pussy-Riot-Mitgliedern auf das Spielfeld gestürmt, um gegen die Unterdrückung politisch Andersdenkender in Russland zu protestieren. Die vier Aktivisten wurden zu 15 Tage Haft verurteilt.

Die News Pussy Riot-Aktivist geht es besser nach Tagen in "schwarzem Loch" wurde von AFP am 25.09.2018 in der Kategorie Politik mit den Stichwörtern D, Russland, Zentralafrika, Menschenrechte, Gesundheit abgelegt.

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