Finanzen

Commerzbank-Vorstand kritisiert EU-Richtlinie MiFID II

  • 24. September 2018, 07:31 Uhr
Bild vergrößern: Commerzbank-Vorstand kritisiert EU-Richtlinie MiFID II
Commerzbank
dts

.

Anzeige

Frankfurt/Main - Der Commerzbank-Vorstand Michael Mandel hat scharfe Kritik an der zu Jahresbeginn in Kraft getretenen EU-weiten Verschärfung der Dokumentationpflichten (MiFID II) im Wertpapiergeschäft geübt. Das führe dazu, "dass Anleger oft ganz auf das Wertpapiergeschäft verzichten. Und das in einer Zeit, in der es auf dem Sparbuch keine Zinsen mehr gibt. Das ist völlig falsch", sagte Mandel der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Montagsausgabe).

Die Finanzmarkt-Richtlinie führe in Europa zu Mehrkosten für die Geldinstitute zwischen 25 und 30 Milliarden Euro. "MiFID II ist für viele Anleger eine Katastrophe. Unabhängig davon, ob sie über langjährige Erfahrung verfügen oder Neukunden sind. Alle werden gleich behandelt. Das ist ein Problem. Die einen sind genervt und die anderen verunsichert."



Der Privatkunden-Chef schloss nicht aus, die Mehrkosten zum Teil auch auf die Kunden umzulegen. Die Entscheidung der Deutschen Börse, die Commerzbank ab diesem Montag nicht mehr im DAX zu listen, sieht Mandel gelassen. "Natürlich ärgern wir uns. Die Commerzbank gehört immerhin zu den Gründungsunternehmen des DAX", sagte er. Für die meisten Kunden sei es aber nicht entscheidend, ob die Bank im DAX ist. "Sie wollen, dass wir unseren Job machen. Erfüllen wir diese Erwartungen nicht, hilft uns der DAX auch nicht."

ANZEIGE

Die News Commerzbank-Vorstand kritisiert EU-Richtlinie MiFID II wurde von dts am 24.09.2018 in der Kategorie Finanzen mit den Stichwörtern Finanzen, Deutschland, EU, Unternehmen, Finanzindustrie abgelegt.

Weitere Meldungen

Schick: Lebensversicherer haben unangenehme Jahre vor sich

Berlin - Der Grünen-Finanzpolitiker Gerhard Schick rechnet damit, dass durch die andauernde Niedrigzinsphase mehrere Lebensversicherer in Deutschland in finanzielle Schieflage

Mehr
IWF warnt vor steigenden Gefahren für Weltwirtschaft

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat vor wachsenden Gefahren für das weltweite Wirtschaftswachstum gewarnt. Das Zeitfenster für die Stabilisierung der guten Konjunktur werde

Mehr
Monti kritisiert Sparkurs der Bundesregierung

Berlin - Der ehemalige italienische Ministerpräsident Mario Monti hat den Sparkurs der deutschen Regierung kritisiert. "Es widerspricht dem Interesse künftiger Generationen, wenn

Mehr

Top Meldungen

Studie: Mehrheit sieht Vorteile in alternativen Mobilitätskonzepten

Berlin - Eine Mehrheit der Deutschen sieht zahlreiche Vorteile in alternativen Mobilitätskonzepten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom unter 1.238

Mehr
Cevian will bei Thyssenkrupp-Aufspaltung mitmischen

Essen - Auch nach der Entscheidung zur Aufspaltung von Thyssenkrupp will Großaktionär Cevian Capital seinen Druck auf das Management hoch halten. "Wir sitzen nicht in

Mehr
Konjunkturerwartungen von Finanzmarktexperten fallen

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China, die Gefahr eines harten Brexit und eine "als instabil wahrgenommene Regierungskoalition" in Berlin haben die Konjunkturerwartungen

Mehr