Wirtschaft

VDV kritisiert Pläne für Gratis-ÖPNV

  • 21. September 2018
Bild vergrößern: VDV kritisiert Pläne für Gratis-ÖPNV
Nachtbus in Berlin-Kreuzberg
dts

.

Anzeige

Berlin - Der Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Jürgen Fenske, hat die Pläne in mehreren Kommunen, öffentliche Busse und Bahnen für Fahrgäste zum Nulltarif oder für einen Euro pro Tag anzubieten, kritisiert. "Die Folge eines für die Nutzer kostenlosen ÖPNV wäre, dass das System kollabiert. Es ist heute schon in vielen Städten, vor allem in den Ballungsräumen, chronisch überlastet", sagte Fenske der "Welt".

Der VDV-Präsident hält die Folgen von Tarifsenkungen für fatal. "Jahrelang war nicht genug Geld für den ÖPNV da, und jetzt gibt es auf einmal Mittel, um Gratis- oder 365-Euro-Tickets einzuführen, das wundert mich sehr", so Fenske. Wenn man dem Beispiel Wiens folgen wolle, wo das 365-Euro-Ticket ein voller Erfolg ist, müsse man es machen wie die Österreicher: "Wir müssten erst bauen, die Netze in Ordnung bringen und einen Rückstand von 20 Jahren aufholen."

Erst dann sei der ÖPNV in der Lage, das aktuelle Fahrgastaufkommen angemessen zu bewältigen und deutlich wachsende Passagierzahlen zu verkraften. Fenske fordert neue Finanzierungsmodelle, um den nötigen Ausbau der Verkehrsnetze vorantreiben zu können. Nach dem Beispiel Wiens wäre eine kommunale Abgabe für Unternehmen zugunsten des ÖPNV denkbar. "Das wäre ein Modell, das man gut auf Deutschland übertragen könnte. Schließlich profitieren Unternehmen in großem Umfang von einem gut ausgebauten Bus- und Bahnnetz in den Städten."

Die Einnahme der städtischen Verkehrsbetriebe zu steigern, indem man die Nutzer noch stärker belastet und die Ticketpreise weiter erhöht, hält Fenske für genauso falsch wie Gratistickets. "Die Tarife bewegen sich in vielen Regionen auf eine Grenze zu, die wir nicht überschreiten sollten. Wir müssen zusehen, dass die Preise nicht noch weiter steigen", sagte der VDV-Präsident.

ANZEIGE

Die News VDV kritisiert Pläne für Gratis-ÖPNV wurde von dts am 21.09.2018 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern Wirtschaft, Deutschland, Straßenverkehr, Zugverkehr abgelegt.

Weitere Meldungen

Siemens geht weiteren Schritt Richtung Großauftrag im Irak

Siemens ist im Bemühen um einen Großauftrag im Irak einen Schritt vorangekommen. Konzernchef Joe Kaeser und der irakische Elektrizitätsminister Kasim al-Fahdawi unterzeichneten

Mehr
BDI kritisiert USA wegen Einmischung in Irak-Auftrag von Siemens

Berlin - Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat deutliche Kritik an der Einmischung der USA bei einem Industrieprojekt im Irak geübt. Die Art der Durchsetzung der

Mehr
Bahn überprüft nach Feuer 60 ICE-Züge

Berlin - Nach dem Feuer im ICE 511 am Freitag vor einer Woche überprüft die Deutsche Bahn nach Informationen der "Bild am Sonntag" alle 60 Züge ihrer ICE-3-Flotte. Auf dem Weg

Mehr

Top Meldungen

ROG: Siemens-Chef muss Teilnahme an Riad-Konferenz absagen

Berlin - Die Journalisten-Organisation "Reporter ohne Grenzen" (ROG) hat nach dem Schuldeingeständnis Saudi-Arabiens im Fall des getöteten Regime-Gegners Jamal Khashoggi das

Mehr
Ratingagentur stuft Italiens Kreditwürdigkeit herab

Angesichts der geplanten Neuverschuldung Italiens hat die US-Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit des Landes herabgestuft. Die Agentur sieht Italiens Staatsanleihen nun nur

Mehr
Bioland verteidigt Kooperation mit Lidl

Mainz - Der Präsident des Ökoanbauverbands Bioland, Jan Plagge, hat die Kooperation mit dem Discounter Lidl gegen Kritik verteidigt. Er sehe durchaus, dass das Discountersystem

Mehr