Brennpunkte

Schlagabtausch zwischen Ministern Salvini und Asselborn geht weiter

  • 16. September 2018, 18:35 Uhr
Bild vergrößern: Schlagabtausch zwischen Ministern Salvini und Asselborn geht weiter
Salvini (l.) und Asselborn bei einem Treffen im Juli
Bild: AFP

Nach ihrem Wortgefecht zur Migration haben sich Italiens Innenminister Matteo Salvini und der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn am Wochenende einen weiteren Schlagtabtausch Ferne geliefert.

Anzeige

Nach ihrem Wortgefecht zur Migration haben sich Italiens Innenminister Matteo Salvini und der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn am Wochenende einen weiteren Schlagtabtausch geliefert - diesmal aus der Ferne. Salvini reagierte am Sonntag verärgert, nachdem Asselborn ihn gegenüber dem "Spiegel" mit "Faschisten der 30er Jahre" verglichen hatte und nannte Luxemburgs Außenminister einen "Minister eines Steuerparadieses", der frühere italienische Einwanderer verunglimpfe. 

"Der sozialistische Minister eines Steuerparadieses nennt mich einen 'Faschisten', nachdem er unsere aus Italien eingewanderten Großväter mit den Illegalen von heute verglichen hat, nachdem er meine Rede mit dem Ruf 'Scheiße' unterbrochen hat", schrieb Salvini im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Wenn Luxemburg die Einwanderer so sehr liebt, kann es ja alle aufnehmen, in Italien haben wir schon zu viele aufgenommen." 

Salvini hatte auf Facebook und Twitter ein Video veröffentlicht, in dem das Wortgefecht mit Asselborn bei einem Ministertreffen in Wien am Freitag zu sehen ist. Während Asselborn der Ansicht sei, Migration sei für das überalterte Europa aus demografischen Gründen nötig, unterstütze seine Regierung junge Italiener dabei, wieder mehr Kinder zu bekommen, hatte Salvini gesagt. Dies sei besser, als "neue Sklaven" nach Europa zu holen. 

"Das geht zu weit", empörte sich Asselborn in dem Video. Der Chef der rassistischen Lega-Partei spricht unbeeindruckt weiter: "Wenn Sie in Luxemburg mehr Migration brauchen - ich für meinen Teil bevorzuge es, Italien den Italienern vorzubehalten". Daraufhin unterbricht Asselborn den italienischen Vizeregierungschef mit scharfen Worten: "In Luxemburg haben wir zehntausende Italiener, mein Herr!" Sie seien auf der Suche nach Arbeit gekommen, "damit Sie in Italien Geld für Ihre Kinder haben", wettert Asselborn und fügt ein "Scheiße noch mal" hinzu.

Wie "Spiegel Online" am Samstag berichtete, sagte Asselborn dazu: Als Salvini in Wien von "neuen Sklaven" gesprochen habe, habe es ihm "gereicht". "Alle anderen haben betreten zu Boden geschaut, aber ich konnte das einfach nicht so stehen lassen." Er stehe zu allem, was er gesagt habe. Asselborn warf Salvini vor, "die Methoden und Töne der Faschisten der 30er Jahre" zu verwenden. 

Hinter der Veröffentlichung des Videomitschnitts vermute er eine "kalkulierte Provokation", fügte Asselborn hinzu. Salvinis Mitarbeiter "filmen systematisch alles", was Salvini sagt. Im aktuellen Fall habe er davon aber nichts mitbekommen. Asselborn bezeichnete das Filmen von Gesprächen als problematisch: Wenn man künftig befürchten müsse, dass Treffen von EU-Ministern oder von Staats- und Regierungschefs heimlich mitgeschnitten würden, "dann kann dort nie wieder eine ehrliche Diskussion stattfinden". 

ANZEIGE

Die News Schlagabtausch zwischen Ministern Salvini und Asselborn geht weiter wurde von AFP am 16.09.2018 in der Kategorie Brennpunkte mit den Stichwörtern EU, Italien, Luxemburg, Diplomatie, Flüchtlinge abgelegt.

Weitere Meldungen

EU-Parlamentspräsident fordert EU-Länder zur Einigung über Flüchtlingsquoten auf

Vor dem Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs in Salzburg hat EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani die Mitgliedstaaten zu einer schnellen Einigung über die

Mehr
Trump will mögliche ständige Militärbasis in Polen prüfen

Der polnische Wunsch nach einer ständigen US-Militärbasis in dem Land stößt bei US-Präsident Donald Trump auf offene Ohren. Diese Bitte werde von seiner Regierung "sehr ernsthaft"

Mehr
EU-Parlamentspräsident will Einigung über Flüchtlingsquoten

Berlin - Der Präsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, ruft die Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu einer schnellen Einigung über die Verteilung von

Mehr

Top Meldungen

Ifo-Handelsexperte hält US-Strafzölle für verkraftbar

Berlin - Der Ifo-Handelsexperte Gabriel Felbermayr erwartet zwar, dass auch deutsche Firmen die Auswirkungen des US-chinesischen Handelsstreits spüren werden, hält sie aber für

Mehr
Atomaufsicht fordert Sanierungskonzept für Neckarwestheim II

Neckarwestheim - Das Atomkraftwerk GKN II (Neckarwestheim) darf erst dann wieder ans Netz gehen, wenn der Betreiber EnBW ein Sanierungskonzept für die Dampferzeuger umgesetzt

Mehr
Porsche steigt bei Schweizer Start-up WayRay ein

Stuttgart - Der Automobilhersteller Porsche steigt als strategischer Lead-Investor bei dem Schweizer Technologie-Unternehmen WayRay ein. Die Gesamtsumme der Finanzierungsrunde

Mehr