Brennpunkte

Manafort will auf schuldig plädieren

  • 14. September 2018, 16:45 Uhr
Bild vergrößern: Manafort will auf schuldig plädieren
Paul Manafort, der frühere Wahlkampfchef von US-Präsiden Trump
Bild: AFP

Paul Manafort, der frühere Wahlkampfleiter von US-Präsident Donald Trump, will sich einer Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten schuldig bekennen. Das geht aus am Freitag in Washington veröffentlichten Gerichtsdokumenten hervor. 

Anzeige

Paul Manafort, der frühere Wahlkampfleiter von US-Präsident Donald Trump, will sich einer Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten schuldig bekennen. Das geht aus am Freitag in Washington veröffentlichten Gerichtsdokumenten hervor. Sollte das Gericht das Schuldbekenntnis anerkennen, käme es zu keinem zweiten Prozess gegen den früheren Lobbyisten. 

In dem ersten Prozess war Manafort im August wegen Steuer- und Bankenbetrugs schuldig gesprochen worden, die Verkündung seines Strafmaßes in diesem Verfahren steht noch aus. Wie dieser Schuldspruch beruhen auch die im Vorfeld des nun möglicherweise ausfallenden zweiten Prozesses erhobenen Anklagepunkte gegen den früheren Trump-Berater auf den Untersuchungen des Sonderermittlers Robert Mueller.

Die jetzt veröffentlichten Dokumente zeigen, dass die Staatsanwaltschaft im Gegenzug für Manaforts Schuldeingeständnis einen Teil der bislang geplanten Anklagepunkte fallen lassen will. Unklar blieb aber zunächst, ob Manafort zu Aussagen über die Russland-Affäre - also die mögliche illegale Zusammenarbeit von Trumps Wahlkampfteam mit Moskau - bereit ist.

Gestrichen werden sollen demnach unter anderem Anschuldigungen gegen Manafort, die sich auf mutmaßliche Geldwäsche und Nicht-Registrierung von Lobbyistentätigkeiten bei den US-Behörden beziehen. Die beiden demnach verbleibenden Anklagepunkte beziehen sich auf Verschwörung zum Betrug an den US-Behörden - wegen mutmaßlicher Falschaussagen Manaforts - sowie Verschwörung zur Behinderung der Justiz. Mit letzterem Punkt sind mutmaßliche Versuche Manaforts gemeint, Einfluss auf Zeugen zu nehmen. 

Wie im ersten Verfahren beziehen sich auch diese Vorwürfe der Ermittler gegen Manafort nicht direkt auf die Russland-Affäre, sondern auf dessen frühere Lobbyistentätigkeit für prorussische Kräfte in der Ukraine. Der im Mai 2017 wegen der Russland-Affäre eingesetzte Sonderermittler ist befugt, auch anderen möglichen Straftatbeständen nachzugehen, auf die er im Zuge seiner Untersuchungen stößt.

Die Russland-Affäre stellt für Trump eine schwere Belastung seiner Präsidentschaft dar. Er bestreitet jegliche Absprachen mit Moskau über die Hackerattacken auf das Umfeld seiner früheren Wahlkampfrivalin Hillary Clinton. Die diesbezüglichen Ermittlungen prangert Trump regelmäßig als politisch motivierte "Hexenjagd" an.

Die News Manafort will auf schuldig plädieren wurde von AFP am 14.09.2018 in der Kategorie Brennpunkte mit den Stichwörtern USA, Präsident, Geheimdienste, Justiz abgelegt.

Weitere Meldungen

Symbolische Beisetzung von Khashoggi in Istanbul

In Istanbul findet heute eine symbolische Beisetzung des ermordeten saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi statt. Eine Gruppe von Freunden und Kollegen des "Washington

Mehr
Seehofer: Abschiebungen nach Syrien werden geprüft

Berlin - Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) schließt Abschiebungen von Straftätern und Gefährdern nach Syrien nicht mehr aus. "Das ist bei uns im Ministerium in der

Mehr
Mehr als 600 Vermisste bei Waldbrand in Kalifornien

Beim verheerenden Waldbrand im Norden Kaliforniens ist die Zahl der Vermissten sprunghaft auf mehr als 600 angestiegen. Die Zahl der Vermissten habe sich auf 631 mehr als

Mehr

Top Meldungen

Italienische Regierung über Konjunkturrückgang in Deutschland besorgt

Im Streit um Italiens Schuldenpolitik hat Finanzminister Giovanni Tria vor möglichen Folgen einer Verlangsamung der deutschen Wirtschaft auf sein Land gewarnt. Italiens

Mehr
Verdi bereitet sich auf Streiks bei Eurowings vor

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bereitet die Flugbegleiter bei Lufthansas Billig-Flieger Eurowings auf Streiks vor. Die Tarifkommission habe nach monatelangen ergebnislosen

Mehr
Teamwork für Gebrauchtwagen


Hyundai und die Dekra Automotive Solutions GmbH (Dekra AS) kooperieren bereits seit 2016 im Bereich Gebrauchtwagen-Management. Der Autobauer erweitert jetzt den Umfang der

Mehr